E-Scooter-UnfÀlle, Regressforderungen

E-Scooter-UnfÀlle: Regressforderungen bis 5.000 Euro drohen

10.06.2026 - 13:41:47 | boerse-global.de

MinderjÀhrige riskieren bei illegaler Scooter-Nutzung Regressforderungen bis 5.000 Euro. Neue Regeln ab 2027 verschÀrfen die Sicherheitsstandards.

Leih-E-Scooter: Hohe Regressrisiken fĂŒr MinderjĂ€hrige
E-Scooter-UnfĂ€lle - Ein verunglĂŒckter E-Scooter liegt auf einer Stadtstraße im Abendlicht, mit verstreuten BruchstĂŒcken. Im Hintergrund sind geparkte Autos zu sehen. 10.06.2026 - Bild: ĂŒber boerse-global.de

Die meisten Anbieter setzen in ihren AGB ein Mindestalter von 18 Jahren voraus. Wer sich trotzdem ĂŒber fremde Accounts anmeldet, riskiert Regressforderungen der Versicherer – in Höhe von bis zu 5.000 Euro.

Das R+V Infocenter wies heute auf die rechtliche Grauzone hin. Zwar dĂŒrfen Elektrokleinstfahrzeuge laut Gesetz bereits ab 14 Jahren gefahren werden. Die kommerziellen Verleiher schließen diese Altersgruppe aber ĂŒber ihre Allgemeinen GeschĂ€ftsbedingungen aus.

Unbefugte Nutzung hat Konsequenzen

Anzeige: Nur 34 Prozent der Eltern kennen die hĂ€ufigsten Unfallorte ihrer Kinder – und viele unterschĂ€tzen die Regressgefahr bei Leih-Scootern. Dieser Ratgeber zeigt, wie Sie Ihr Kind vor Forderungen bis 5.000 Euro schĂŒtzen. Jetzt kostenlosen Eltern-Ratgeber anfordern

Melden sich MinderjĂ€hrige ĂŒber den Account eines Erwachsenen an, verstoßen sie gegen die vertraglichen Vereinbarungen. Bei einem selbstverschuldeten Unfall hat das weitreichende Folgen fĂŒr den Versicherungsschutz. Die Haftpflichtversicherung des Verleihers kann dann Regress nehmen.

Die Forderungen können sich auf bis zu 5.000 Euro belaufen. Hinzu kommen Reparaturkosten fĂŒr den beschĂ€digten Roller und mögliche SchadenersatzansprĂŒche Dritter. Der Versicherungsschutz gegenĂŒber dem Unfallopfer bleibt zwar bestehen. Der Versicherer holt sich die gezahlten Summen aber bei den Verantwortlichen zurĂŒck.

VerstĂ¶ĂŸe und UnfĂ€lle hĂ€ufen sich

Die RealitĂ€t sieht anders aus. In Mainz-Weisenau prallten gestern Abend zwei MĂ€dchen gemeinsam auf einem Leih-Scooter gegen zwei geparkte Autos. Die Jugendlichen flĂŒchteten nach dem Sturz. Die Polizei ermittelt wegen Fahrerflucht und wies erneut auf das Verbot der Doppelnutzung hin.

Auch Hamburg meldet alarmierende Zahlen. Anfang Juni legte die Polizei eine Bilanz ihrer Mai-Kontrollen vor: Bei 3.892 kontrollierten Fahrzeugen stellten die Beamten 91 FĂ€lle von Doppelnutzung fest. 43 VerstĂ¶ĂŸe gab es wegen Fahrens auf Gehwegen.

Die Unfallstatistik fĂŒr 2025 zeigt eine steigende Tendenz bei Alkohol- und Drogenfahrten. Bei E-Scootern stiegen die UnfĂ€lle unter Alkoholeinfluss um 19,2 Prozent. Die FĂ€lle unter Drogeneinfluss legten um 19,3 Prozent auf 130 VorfĂ€lle zu.

Strengere Regeln ab 2027

Die regulatorischen Rahmenbedingungen verschĂ€rfen sich. Ab 2027 mĂŒssen alle neu zugelassenen E-Scooter zwingend mit Blinkern und getrennt bedienbaren Bremsen fĂŒr Vorder- und Hinterrad ausgestattet sein.

Eine weitere Neuerung betrifft die Gehwege. Ab dem 1. MĂ€rz 2027 dĂŒrfen E-Scooter unter bestimmten Voraussetzungen in Schrittgeschwindigkeit darauf fahren. Bisher fĂŒhrt das Befahren von BĂŒrgersteigen regelmĂ€ĂŸig zu Konflikten. Im Kreis Calw verzeichnete die Polizei Pforzheim fĂŒr 2024 sechs UnfĂ€lle mit PersonenschĂ€den – darunter zwei Schwerverletzte. Hauptursachen: Doppelnutzung und Fahren unter Rauschmitteleinfluss.

Anzeige: MinderjĂ€hrige nutzen oft illegal Leih-Scooter ĂŒber fremde Accounts – das kann teuer werden. Wer die rechtlichen Fallen kennt, kann Regress vermeiden. Holen Sie sich die wichtigsten Tipps fĂŒr den Ernstfall. Regress-Schutz jetzt sichern

Eltern unterschÀtzen Gefahren

Die Unfallgefahr fĂŒr Kinder bleibt ein zentrales Thema. Eine Umfrage des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) vom Mai 2026 zeigt deutliche Defizite. Nur 34 Prozent der befragten Eltern wussten, dass das eigene Zuhause der hĂ€ufigste Unfallort fĂŒr Kinder ist. JĂ€hrlich mĂŒssen rund zwei Millionen Kinder nach UnfĂ€llen medizinisch behandelt werden.

Experten raten, nicht nur technische Sicherungen vorzunehmen, sondern auch das Verhalten im Notfall zu trainieren. Lediglich 37 Prozent der Eltern hatten den Notruf bereits mit ihren Kindern geĂŒbt.

de | wirtschaft | 69514025 |