EEG-Pachtdeckel, Milliarden

EEG-Pachtdeckel: Bis zu 13 Milliarden Euro Entlastung bis 2045 möglich

Veröffentlicht am: 05.10.2026 um 19:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Ein Gutachten beziffert mögliche Haushaltseinsparungen bis 2045 auf rund 13 Milliarden Euro; VerbĂ€nde und Banken Ă€ußern Bedenken.

EEG 2027: Geplanter Windpachtdeckel könnte 13 Milliarden Euro sparen
WeitlÀufiges Windpark-GelÀnde mit modernen Windkraftanlagen in einem goldenen Getreidefeld bei Sonnenaufgang. Illustration mit AI erstellt.

Der Entwurf des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) 2027 unter Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche sieht eine gesetzliche Begrenzung der Pachtzahlungen fĂŒr Windenergieanlagen an Land vor.

Wie aus einem Bericht vom 4. Oktober 2026 hervorgeht, sollen die Pachten kĂŒnftig auf 3,5 Prozent des vor Betriebsbeginn errechneten Bruttojahresertrags gedeckelt werden. Ziel der Maßnahme ist es, den Bundeshaushalt ĂŒber Einsparungen bei den Förderkosten nach dem EEG zu entlasten.

Vorgaben und Strafzahlungen im Gesetzentwurf

Die vorgesehene Pachtobergrenze soll fĂŒr eine Dauer von 20 Jahren gelten. In frĂŒheren Überlegungen war zunĂ€chst ein niedrigerer Satz von 2,5 Prozent im GesprĂ€ch gewesen. Nach Angaben des Bundeswirtschaftsministeriums entspricht die nun anvisierte Grenze einer Pacht von maximal rund 35.000 Euro pro durchschnittlicher Anlage und Jahr.

Die Regelung bezieht sich ausschließlich auf Neuanlagen, die ĂŒber das EEG gefördert werden. PachtvertrĂ€ge in der Branche weisen typischerweise Laufzeiten von 25 Jahren auf.

Zur Durchsetzung der Vorgabe sieht der Entwurf Sanktionen vor: Bei VerstĂ¶ĂŸen gegen die Obergrenze droht eine Strafzahlung von 50 Euro je Kilowatt installierter Leistung und Jahr. Der Bundestagsausschuss berĂ€t am 14. Oktober ĂŒber die Vorlage. Die Verabschiedung des EEG und des begleitenden Netzpakets ist fĂŒr Mitte Oktober geplant, wobei der Deutsche Bundestag der Novelle noch zustimmen muss.

Berechnetes Einsparpotenzial fĂŒr den Bundeshaushalt

Hintergrund der Initiative sind die hohen staatlichen Ausgaben fĂŒr die Energiewende: Im Jahr 2025 betrugen die Bundessubventionen fĂŒr erneuerbare Energien rund 17 Milliarden Euro, und fĂŒr 2026 wird eine Summe in Ă€hnlicher Höhe erwartet.

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Der Entwurf des EEG 2027 sieht vor, Pachten fĂŒr EEG-geförderte Windanlagen an Land auf 3,5 Prozent des vor Betriebsbeginn errechneten Bruttojahresertrags zu begrenzen — bei VerstĂ¶ĂŸen drohen 50 Euro je Kilowatt installierter Leistung und Jahr. Wer FlĂ€chen verpachtet oder Anlagen betreibt, sollte die eigene Vertragsstruktur jetzt auf den PrĂŒfstand stellen. Unser kostenloser Leitfaden fasst die vorgesehenen Vorgaben zusammen, zeigt PrĂŒfpunkte fĂŒr bestehende PachtvertrĂ€ge und rechnet die Erlösunterschiede zwischen 3,5 und 5 Prozent Pacht durch. Kostenlosen Leitfaden zum EEG-Pachtdeckel anfordern

Ein Gutachten der Forschungsstelle fĂŒr Energiewirtschaft (FfE) im Auftrag des Verbands kommunaler Unternehmen (VKU), ĂŒber das am 5. Oktober 2026 berichtet wurde, beziffert den finanziellen Entlastungseffekt.

Demnach könnte die Begrenzung auf 3,5 Prozent des Jahresumsatzes den Bundeshaushalt bis zum Jahr 2045 um rund 13 Milliarden Euro entlasten, wenn man von bundesweiten Durchschnittspachten in Höhe von 10 Prozent ausgeht. Dies entsprÀche einer jÀhrlichen Einsparung von rund 1,1 Milliarden Euro.

Je nach zugrunde gelegter Vergleichspacht von 5 bis 20 Prozent schwanke das gesamte Einsparpotenzial zwischen rund 3 und 37 Milliarden Euro. Bei einem Satz von 3,5 Prozent lÀge die Pacht laut FfE im Schnitt bei rund 32.000 Euro je Windrad und Jahr, beziehungsweise je nach Anlagentyp zwischen 24.000 und 37.000 Euro.

Auch der VKU beziffert den Durchschnitt bei diesem Satz auf rund 32.000 Euro jĂ€hrlich. Wie stark die tatsĂ€chlichen Erlöse bisher divergierten, zeigen Daten der Plattform CaeliWind aus dem Jahr 2023: Dort wurden FlĂ€chen im Schnitt fĂŒr 8.674 Euro pro Hektar und Jahr auktioniert, woraus das Portal BetrĂ€ge von 130.000 bis 306.000 Euro je Windrad und Jahr ermittelte.

Widerspruch aus VerbÀnden und Finanzwirtschaft

Gegen die PlĂ€ne formiert sich Widerstand aus unterschiedlichen Sektoren. Eine Gruppe von 18 Banken warnte vor zusĂ€tzlichen Kosten, wachsender bĂŒrokratischer Belastung, erhöhter Rechtsunsicherheit sowie steigenden Finanzierungskosten infolge der Neuregelung. Wald- und LandbesitzerverbĂ€nde halten den Pachtdeckel laut einem Gutachten fĂŒr verfassungswidrig.

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PachtvertrĂ€ge in der Windbranche laufen typischerweise 25 Jahre — der geplante Pachtdeckel soll dagegen nur 20 Jahre gelten und ausschließlich Neuanlagen betreffen, die ĂŒber das EEG gefördert werden. FĂŒr FlĂ€cheneigentĂŒmer und Betreiber entsteht daraus die Frage, wie sich laufende und kĂŒnftige Vereinbarungen tragfĂ€hig gestalten lassen. Unser kostenloser Leitfaden ordnet die vorgesehenen Regelungen ein und liefert eine Szenariorechnung, die zeigt, was ein Satz von 3,5 Prozent gegenĂŒber 5 Prozent je Anlage und Jahr bedeutet. Leitfaden zur Pachtvertrags-PrĂŒfung jetzt anfordern

Kritik kommt zudem aus den BranchenverbĂ€nden: Der Bundesverband Erneuerbare Energie (BEE) befĂŒrchtet, dass ein bundesweit einheitlicher Deckel Vorhaben gefĂ€hrden könnte, da die Pachtniveaus regional stark voneinander abweichen. Der VKU wiederum sprach sich fĂŒr einen regional differenzierten Deckelkorridor von 3 bis 5 Prozent der Erlöse aus.

Auch aus der Projektentwicklung gibt es EinwĂ€nde: Ein nicht namentlich genanntes Unternehmen bezeichnete den Ansatz als zu pauschal. Zwar sei der Markt zuvor teilweise ĂŒberhitzt gewesen und unrealistische Pachtversprechen hĂ€tten Vertrauen gekostet, nötig seien jedoch transparente und wirtschaftlich tragfĂ€hige VergĂŒtungsmodelle.

Mehr zum Thema bei t-online: „Pachtdeckel im neuen EEG: Milliardeneinsparungen möglich“

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