Ein Blick hinter die Kulissen der âExport & Salesâ!
Veröffentlicht am: 15.09.2006 um 17:52 Uhr | Redaktionelle Verantwortung: Rafael MĂŒller, Chefredakteur AD HOC NEWS
Der Agrarsektor notiert zur Stunde wieder etwas fester, nachdem gestern Mais sowie der Weizenkomplex weitere RĂŒckschlĂ€ge verkraften mussten . Obwohl mittelâ bis langfristig die Fundamentaldaten sehr positiv aussehen, will kurzfristig allerdings keine Kauflaune unter den HĂ€ndlern aufkommen.
Ausschlaggebend hierfĂŒr war unter anderem der schwache Mais- und Weizenexport in der Woche zum siebten September.
Laut den gestern veröffentlichten âExport & Salesâ wurden bei Weizen nur 337.300 Tonnen verkauft, was unter den Erwartungen von 400.000 bis 600.000 Tonnen lag. Mindestens 400.000 Tonnen wĂ€ren nötig gewesen um das Exportziel der USDA zu erreichen. Kumuliert wurden bisher 37,6% der vom US Landwirtschaftsministerium veranschlagten Menge exportiert, was unter dem fĂŒnfjĂ€hrigen Durchschnitt von 41,3% liegt. Die chinesischen Importe von US Wheat gingen im Zeitraum von Januar bis August um 86% zurĂŒck, was ein weiterer negativer Faktor ist. Aus den aktuellen Exportzahlen lĂ€sst sich somit folgern, dass das Ausland den amerikanischen Weizen auf dem derzeitigen Preisniveau als immer noch zu teuer ansieht.
Bei Mais war der Einbruch der Exporte noch drastischer. WĂ€hrend in der Woche zum 24. August noch ĂŒber zwei Millionen Tonnen exportiert wurden, ging dieser Wert anschlieĂend auf 913.000 und nun auf 669.000 Tonnen zurĂŒck. Bisher wurden 22,1% der USDA Prognosen exportiert, verglichen mit 17,1% im fĂŒnfjĂ€hrigen Durchschnitt. Die Erwartungen der HĂ€ndler fĂŒr die gestrigen Maisexporte lagen zwischen 750.000 und 1.000.000 Tonnen.
Der Export verlĂ€uft weiterhin ĂŒberdurchschnittlich schnell auch wenn die letzten beiden Wochen zwei AusreiĂer waren. Davor hatten wir oft Werte ĂŒber einer Millionen Tonnen und im Vergleich zu Weizen ist Mais auf dem aktuellen Kursniveau immer noch sehr billig.
Sojabohnen waren gestern der absolute Star, da sich die Exportnachfrage auf 741.000 Tonnen gesteigert hat und damit die Erwartungen von maximal 600.000 Tonnen deutlich ĂŒbertraf. Möglicherweise sieht das Ausland die amerikanischen Sojabohnen auf den jetzigen Kurslevels als attraktiven Kauf an. Was mich jedoch etwas stutzig macht ist, dass der November Sojabohnen Future lediglich ein Prozent im Wochenvergleich vom 31.08 bis 07.09 abgegeben hat, jedoch der Export von 559.000 auf 741.000 Tonnen gesprungen ist. Bisher wurden 23,6% der USDA Prognose ans Ausland verkauft was im Rahmen des fĂŒnfjĂ€hrigen Durchschnitts von 24,1% liegt. Ich behalte den Exportwert weiterhin im Auge ob sich hier wirklich eine groĂe Auslandsnachfrage abzeichnen sollte. Das USDA rechnet bisher mit einer Zunahme um 19% gegenĂŒber dem Vorjahr.
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