Quartalszahlen, Baden-WĂŒrttemberg

US-GeschÀfte belasten Daimler Truck schwer

06.05.2026 - 11:48:47 | dpa.de

Ein Gewinneinbruch vermiest Daimler Truck den Jahresstart. Vor allem Nordamerika drĂŒckt im ersten Quartal auf das Ergebnis des Nutzfahrzeugherstellers. Eine Kennzahl macht aber Hoffnung.

  • Daimler Truck: Gewinneinbruch im ersten Quartal. - Foto: Bernd Weißbrod/dpa
    Daimler Truck: Gewinneinbruch im ersten Quartal. - Foto: Bernd Weißbrod/dpa
  • Daimler-Truck-Chefin Karin RĂ„dström: «Wir sind gut aufgestellt». - Foto: Bernd Weißbrod/dpa
    Daimler-Truck-Chefin Karin RĂ„dström: «Wir sind gut aufgestellt». - Foto: Bernd Weißbrod/dpa
  • FinanzvorstĂ€ndin Eva Scherer (l) zu Zolleffekten: Niedriger dreistelliger Millionenbetrag. - Foto: Bernd Weißbrod/dpa
    FinanzvorstĂ€ndin Eva Scherer (l) zu Zolleffekten: Niedriger dreistelliger Millionenbetrag. - Foto: Bernd Weißbrod/dpa
Daimler Truck: Gewinneinbruch im ersten Quartal. - Foto: Bernd Weißbrod/dpa Daimler-Truck-Chefin Karin RĂ„dström: «Wir sind gut aufgestellt». - Foto: Bernd Weißbrod/dpa FinanzvorstĂ€ndin Eva Scherer (l) zu Zolleffekten: Niedriger dreistelliger Millionenbetrag. - Foto: Bernd Weißbrod/dpa

Miese GeschÀfte in Nordamerika haben dem Nutzfahrzeughersteller Daimler Truck den Jahresstart verhagelt. Der Gewinn des Dax-Konzerns ist in den ersten drei Monaten dieses Jahres um satte 80 Prozent eingebrochen. Im Vergleich zum Vorjahresquartal sei das Konzernergebnis von 749 Millionen Euro auf 149 Millionen Euro gesunken, teilte das Unternehmen aus Leinfelden-Echterdingen bei Stuttgart mit.

Die Finanzergebnisse seien in erster Linie durch eine geringere ProfitabilitĂ€t bei den GeschĂ€ften in Nordamerika beeinflusst worden, hieß es laut Mitteilung. Der Absatz im wichtigen US-Markt war nach niedrigen AuftragseingĂ€ngen im Vorjahr extrem schwach ausgefallen. FinanzvorstĂ€ndin Eva Scherer sprach vom geringsten Volumen in einem Quartal seit 2010. Im Segment Trucks North America wurde das operative Ergebnis nahezu pulverisiert. Das Ebit fiel um 99 Prozent von 773 Millionen Euro auf zehn Millionen Euro.

Zölle belasten Ergebnis 

Scherer zufolge haben unter anderem Zölle in Höhe eines niedrigen dreistelligen Millionenbetrags das Ergebnis belastet. Ferner drĂŒckte eine Wertminderung bei einem Gemeinschaftsunternehmen in Höhe von rund 200 Millionen Euro auf das Ergebnis.

Der schwĂ€chelnde US-Markt und weniger verkaufte Busse hatten zuletzt bei Daimler Truck fĂŒr einen erneuten AbsatzrĂŒckgang gesorgt. Im ersten Quartal dieses Jahres verkaufte der Nutzfahrzeughersteller weltweit 68.849 Lastwagen und Busse. Das entsprach einem RĂŒckgang von neun Prozent.

Der Umsatz ging im ersten Quartal um 13 Prozent von 11,5 Milliarden Euro auf 9,98 Milliarden Euro zurĂŒck. Das operative Ergebnis (Ebit) fiel um 71 Prozent von einer Milliarde Euro auf 292 Millionen Euro.

Gewinnmarge sackt ab

Der Umsatz des IndustriegeschĂ€fts - also ohne Finanzdienstleistungen gerechnet - fiel im Jahresvergleich um 14 Prozent auf 9,1 Milliarden Euro. Die von Anlegern viel beachtete bereinigte operative Gewinnmarge im IndustriegeschĂ€ft sackte um 4,6 Prozentpunkte auf 5,0 Prozent ab. Die Ergebnisse fielen damit schwĂ€cher aus als von Analysten ohnehin befĂŒrchtet.

Von einer «positiven Dynamik» sprach der Konzern jedoch bei den AuftragseingÀngen. Diese seien im ersten Quartal um 50 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal gestiegen. In den USA hÀtten sich die AuftragseingÀnge noch deutlicher erholt. Hier seien sie um 86 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal gestiegen.

«Wir sind gut aufgestellt, um im weiteren Jahresverlauf trotz eines herausfordernden ersten Quartals weitere Verbesserungen zu erzielen», sagte Daimler-Truck-Chefin Karin RĂ„dström laut Mitteilung. Die Managerin hob die deutlich gestiegenen AuftragseingĂ€nge hervor. «Diese Dynamik dĂŒrfte sich in den kommenden Quartalen positiv auf unsere GeschĂ€ftsentwicklung auswirken», sagte RĂ„dström. Zugleich stĂ€rke das Unternehmen konsequent seine Kostenbasis.

Daimler Truck steht schon lĂ€nger unter Druck. Der Gewinn war im vergangenen Jahr um 34 Prozent im Vergleich zum Vorjahr auf zwei Milliarden Euro eingebrochen. US-Zölle und eine schwache Nachfrage in Nordamerika hatten das GeschĂ€ft stark belastet. Auch der Umsatz und Absatz waren zurĂŒckgegangen.

Sparprogramm fĂŒr WettbewerbsfĂ€higkeit

Um wettbewerbsfÀhiger zu werden, hatte Daimler Truck bereits im vergangenen Jahr das Sparprogramm «Cost Down Europe» aufgelegt. Bis 2030 sollen damit die laufenden Kosten auf dem Heimatkontinent um mehr als eine Milliarde Euro sinken. In Deutschland sollen deshalb ungefÀhr 5.000 Stellen wegfallen. Betroffen ist insbesondere die Lkw-Marke Mercedes-Benz. Aber auch in Nordamerika soll gespart werden.

2025 sei ein bewegtes Jahr gewesen, und die anhaltend schwierige Lage im Mittleren Osten lasse auch fĂŒr dieses Jahr keine Beruhigung erwarten, sagte Aufsichtsratschef Joe Kaeser auf der am Mittwochvormittag im Anschluss an die Vorstellung der Quartalszahlen stattfindenden Hauptversammlung. Das vergangene Jahr habe deutlich gemacht, wie stark GeschĂ€ftsentscheidungen und GeschĂ€ftsentwicklungen von geoökonomischen und geopolitischen EinflĂŒssen geprĂ€gt werden. In einem solchen Umfeld sei es besonders wichtig, das GeschĂ€ft auch strukturell zu stĂ€rken, sagte Kaeser.

RÄdström: Schneller, fokussierter, wirksamer

Daimler-Truck-Chefin RĂ„dström sagte in ihrer Rede auf der Hauptversammlung, dass sie das Unternehmen fĂŒr noch stĂ€rkere Ergebnisse aufstellen wolle. Daimler Truck solle schneller, fokussierter und wirksamer werden. «Deshalb stĂ€rken wir eine leistungsorientierte Unternehmenskultur», sagte RĂ„dström. Rollen, Verantwortung und Wirkung rĂŒckten stĂ€rker in den Mittelpunkt als formale Hierarchien. Ein «gemeinsames Mindset» solle verankert werden und die Zusammenarbeit prĂ€gen. Und letztlich zu weniger KomplexitĂ€t, schnelleren Entscheidungen und mehr Wirkung fĂŒhren.

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