Einbruchschutz: KfW-Kredite bis 50.000 Euro für Maßnahmen am Gebäude
Veröffentlicht am: 25.10.2026 um 12:09 Uhr | Redaktion boerse-global.deMit der Umstellung auf die Winterzeit rufen Polizeibehörden und die Initiative K-Einbruch zum bundesweiten Tag des Einbruchschutzes auf. Unter dem Motto einer zusätzlichen Stunde für mehr Sicherheit weisen Ermittler und Präventionsexperten auf die Bedeutung wirksamer Schutzmaßnahmen an Gebäuden hin.
Der Beginn der dunklen Jahreszeit wird traditionell genutzt, um Eigentümer, Mieter sowie Betriebe für Schwachstellen an Fenstern, Türen und Zugängen zu sensibilisieren.
Statistiken zeigen hohe Quote gescheiterter Einbruchsversuche
Aktuelle Kriminalstatistiken belegen, dass bauliche Sicherheitsmaßnahmen Wirkung zeigen. Der bundesweiten Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) für das Jahr 2025 zufolge wurden 82.920 Wohnungseinbruchsfälle einschließlich der Versuche erfasst, nachdem die Zahl im Jahr 2024 bei 78.436 gelegen hatte.
Zum Vergleich: 2019 zählten die Behörden 87.145 Taten. Die bundesweite Aufklärungsquote lag 2025 bei 14,1 Prozent. Bemerkenswert ist der Anteil der gescheiterten Taten: Im Jahr 2025 blieben 44,9 Prozent der Einbrüche im Versuchsstadium stecken. Für das Jahr 2024 verzeichnete die Polizei deutschlandweit eine Versuchsquote von 45,7 Prozent.
Bei den Diebstählen aus Keller- und Dachbodenräumen sowie Waschküchen erfasste die PKS 2025 insgesamt 92.870 Fälle, was einem Rückgang um 13,9 Prozent gegenüber den 107.861 Fällen im Jahr 2024 entspricht. Als besonders beliebtes Diebesgut gelten hierbei hochwertige Elektroräder.
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Regionale Daten verdeutlichen den Nutzen von Sicherheitstechnik. Das Landeskriminalamt Rheinland-Pfalz registrierte für 2025 insgesamt 2.936 Wohnungseinbrüche, von denen 1.370 im Versuch endeten. Im Bereich des Polizeipräsidiums Rheinpfalz scheiterten Täter 2025 bei der Hälfte der rund 800 registrierten Einbruchsfälle.
In Berlin erfasste die Polizei im Vorjahr mehr als 10.600 Einbrüche, knapp 2.100 mehr als im Vorjahr, darunter 8.543 Delikte in Wohnungen. Der durchschnittliche Schaden stieg in der Hauptstadt auf 8.832 Euro (2024: 8.263 Euro), während die Aufklärungsquote bei 7,9 Prozent lag (2024: 10,0 Prozent).
Prävention durch Mechanik und angepasstes Verhalten
Die Polizeidienststellen betonen, dass eine mechanische Grundsicherung die Basis jedes Schutzes bildet. Empfohlen werden geprüfte und stabile Beschläge, abschließbare Fenstergriffe und Zusatzschlösser, die durch Einbruchmeldeanlagen ergänzt werden können.
Zudem verweisen Behörden auf staatliche Unterstützungsmöglichkeiten: Über das KfW-Programm Altersgerecht Umbauen können Kredite von bis zu 50.000 Euro pro Wohneinheit für Einbruchschutzmaßnahmen beantragt werden, wobei der Antrag vor Beginn der Arbeiten bewilligt sein muss.
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Neben technischer Nachrüstung spielen Verhaltensregeln eine zentrale Rolle. Dienststellen weisen darauf hin, Haustüren stets abzuschließen und Fenster nicht gekippt zu lassen, da diese für Täter als offen gelten. Schlüssel sollten niemals im Außenbereich deponiert werden.
Zudem raten Präventionsexperten dazu, keine Abwesenheitshinweise in sozialen Netzwerken zu veröffentlichen, Aufstiegshilfen am Gebäude wegzuschließen und durch Zeitschaltuhren sowie Außenbeleuchtung Anwesenheit vorzutäuschen.
Spezifische Anforderungen im gewerblichen Bereich
Auch für Betriebsgebäude und Büros raten Sicherheitsexperten zu einem strukturierten Vorgehen. Am Anfang sollte eine detaillierte Risikoanalyse stehen, welche Ressourcen, Lokalisation, Zugangswege und Zuständigkeiten bewertet. Ergänzend zu einer geregelten Zugangskontrolle für Schlüssel oder Codekarten wird ein Grundsatz des aufgeräumten Schreibtischs angeraten.
Für die Verwahrung von Werten und Dokumenten definieren Sicherheitsnormen spezifische Klassen: So bieten Safes nach PN-EN 14450 in den Stufen S1 und S2 einen Basisschutz, während die Norm PN-EN 1143-1 mit den Klassen 0, I und II höhere Widerstandsgrade abdeckt. Da Versicherungsbedingungen die geforderte Sicherheitsstufe festlegen, kann eine unzureichende Schutzklasse im Schadensfall zu Leistungskürzungen führen.
