Deutschland, Arbeitsmarkt

Je höher die Bildung, desto lÀnger verdient man Geld

27.05.2026 - 09:00:05 | dpa.de

Eine aktuelle Studie von Bevölkerungsforschern zeigt, warum ein Studium nicht zwangslĂ€ufig zu einer verkĂŒrzten Lebensarbeitszeit fĂŒhrt.

Insgesamt verzeichnen MÀnner laut der Studie eine Lebensarbeitszeit von 38,8 Jahren, wÀhrend Frauen auf einen Wert von 28,8 Jahren kommen. (Symbolbild) - Foto: Patrick Pleul/dpa
Insgesamt verzeichnen MÀnner laut der Studie eine Lebensarbeitszeit von 38,8 Jahren, wÀhrend Frauen auf einen Wert von 28,8 Jahren kommen. (Symbolbild) - Foto: Patrick Pleul/dpa

Menschen mit hoher Bildung wie etwa einem Hochschulabschluss verbringen in Deutschland durchschnittlich die lĂ€ngste Lebenszeit in Erwerbsarbeit. Das hat eine Auswertung des Bundesinstituts fĂŒr Bevölkerungsforschung (BiB) in Zusammenarbeit mit dem Max-Planck-Institut fĂŒr demografische Forschung ergeben. Personen mit mittlerer und niedrigerer Bildung verbringen dagegen weniger Lebenszeit in ErwerbstĂ€tigkeit.

«Die vergleichsweise hohe Lebensarbeitszeit von Personen mit hoher Bildung lĂ€sst sich vor allem auf ihre durchgehend höheren ErwerbstĂ€tigenquote zurĂŒckfĂŒhren», analysiert der BiB-Wissenschaftler Harun Sulak. Diese glichen zusammen mit der höheren Wochenarbeitszeit den im Durchschnitt spĂ€teren Eintritt in das Erwerbsleben durch lĂ€ngere Ausbildungszeiten mehr als aus. «Ein Studium fĂŒhrt also nicht zwangslĂ€ufig zu einer verkĂŒrzten Lebensarbeitszeit.»

MÀnner verzeichnen eine lÀngere Lebensarbeitszeit als Frauen

Zahlen fĂŒr 2025 zeigten, dass die Lebensarbeitszeit bei MĂ€nnern mit hoher Bildung 40,6 Jahre dauert, teilte das BiB mit. Bei MĂ€nnern mit niedriger Bildung liege dieser Wert bei 31,3 Jahren. Bei Frauen betrĂ€gt der Unterschied zwischen Personen mit hoher und niedriger Bildung sogar 14 Jahre (31,9 im Vergleich zu 17,9 Jahren). Insgesamt verzeichnen MĂ€nner eine Lebensarbeitszeit von 38,8 Jahren, wĂ€hrend Frauen auf einen Wert von 28,8 Jahren kommen.

Lebensarbeitszeit lÀnger als Anfang der 1990er Jahre

Die ErwerbstÀtigkeit von Personen mit niedriger Bildung sei stÀrker von der konjunkturellen Entwicklung und der Lage auf dem Arbeitsmarkt abhÀngig, weshalb ihre Erwerbsbiografien öfter unterbrochen sind, bilanzierten die Wissenschaftler. Allgemein sei die Lebensarbeitszeit heute mit 33,8 Jahren mehr als anderthalb Jahre lÀnger als Anfang der 1990er Jahre (1991: 32,1 Jahre). 

Vereinbarkeit von Familie und Beruf bleibt wichtiges Thema

«Damit werden die BeschĂ€ftigungspotenziale pro Person in einem höheren Maße ausgeschöpft, was sich fördernd auf die Stabilisierung der sozialen Sicherungssysteme in einer alternden Bevölkerung auswirkt», teilte das BiB mit. Potenzial sehen die Forschenden vor allem bei Frauen, bei Ă€lteren Personen und bei jĂŒngeren und mittleren Altersgruppen mit niedriger Bildung. Dabei sei weiterhin die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ein wichtiges Thema.

Die Auswertungen basieren den Angaben zufolge auf reprĂ€sentativen Daten des Mikrozensus, einer gesetzlich verbindlichen, regelmĂ€ĂŸigen Haushaltsbefragung der amtlichen Statistik in Deutschland. Die geleisteten Wochenarbeitszeiten wurden auf Basis einer 40-Stunden-Woche gewichtet, wodurch TĂ€tigkeiten in Teilzeit anteilig berĂŒcksichtigt wurden.

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