Einlagen, Füße

Einlagen schwächen Füße: Experten raten zu aktivem Training

13.06.2026 - 16:02:03 | boerse-global.de

Immer mehr Fachleute zweifeln den Nutzen von Schuheinlagen an und empfehlen stattdessen aktives Fußtraining als effektivere Methode.

Fußgesundheit: Experten kritisieren passive Einlagen und raten zu Training
Einlagen - Ein Nahaufnahme eines starken, nackten Fußes auf einem natürlichen Untergrund, im Kontrast zu verschwommenen orthopädischen Einlagen im Hintergrund. 13.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Ihre Kritik: Die passive Unterstützung schwäche die Fußmuskulatur auf Dauer eher, als dass sie hilft.

Warum Einlagen die Füße schwächen können

Die hohe Zahl an Verordnungen gerät zunehmend in die Kritik. Das Problem: Einlagen sollen Fehlstellungen korrigieren, entlasten die Muskulatur aber dauerhaft. Die Folge: Die natürliche Stabilität geht verloren.

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Experten raten stattdessen zu gezieltem Fußtraining. Einfache Übungen im Alltag könnten oft mehr bringen als jedes Hilfsmittel. „Die bessere Medizin ist in vielen Fällen aktives Training, nicht passive Unterstützung“, so der Tenor aus der Fachwelt.

Auch Läufer sind betroffen

In der Sportmedizin wird die mechanische Unterstützung ebenfalls kritisch gesehen. Besonders Marathonläufer leiden häufig unter Überlastungsschäden. Laut Mediziner Dr. Thomas Keese-Röhrs sind bei einem Trainingspensum ab 50 Kilometern pro Woche 30 bis 50 Prozent der Läufer betroffen.

Im Fokus steht die biomechanische Analyse. In sozialen Medien wird zudem die Werbestrategie für Laufschuhe hinterfragt. Sie suggeriert, eine natürliche Pronation des Fußes müsse zwingend korrigiert werden. Wissenschaftliche Belege dafür, dass Überpronation die alleinige Schmerzursache ist, fehlen jedoch.

Barfußschuhe als Alternative

Als Gegenbewegung gewinnen Barfußschuhe an Bedeutung. Die Orthopädin Mellany Galla bestätigt: „Solche Schuhe können die Fußmuskulatur aktiv trainieren.“ Allerdings gebe es keinen wissenschaftlich belegten Vorteil, der für alle gleichermaßen gelte.

Vorsicht ist bei bestimmten Vorerkrankungen geboten – etwa Diabetes mit Polyneuropathie, ausgeprägtem Knick-Senkfuß oder Arthrose. Für Einsteiger empfehlen Experten eine langsame Gewöhnung von täglich 30 bis 60 Minuten.

Die Industrie reagiert auf den Trend. Mitte Juni kam die Marke „Pure Barfußschuhe“ auf den Markt, entwickelt von Faszientherapeuten und Biomechanikern. Die Schuhe werden in einer deutschen Manufaktur gefertigt, haben eine 3 Millimeter dünne Sohle ohne Fersenerhöhung (Zero-Drop) und eine breite Zehenbox.

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Neues Prüfsiegel für Barfußschuhe

Um die Qualität transparenter zu machen, führt das Prüf- und Forschungsinstitut Pirmasens (PFI) ein neues Prüfzeichen ein. Bewertet werden Kriterien wie Sohlenflexibilität und spezifische Materialeigenschaften. Vorgestellt wird das Siegel auf der Messe „Barefoot“ in Offenbach vom 24. bis 26. Juli 2026.

Auch in der klassischen Orthopädie gibt es Innovationen. Für Faserverbundlösungen kommen verstärkt Basaltfasern zum Einsatz. Der natürliche Werkstoff bietet eine gute CO?-Bilanz sowie hohe Zug- und Druckfestigkeit – eine nachhaltige Alternative für orthopädische Konstruktionen.

Handel setzt weiter auf bewährte Konzepte

Während Fachleute zu mehr Aktivität raten, bleiben Teile des Handels bei bewährten Konzepten. Ein Schuhhändler in Kärnten kündigte an, im Juni zu jedem Kauf von Sommersandalen individuell angepasste weiche Einlagen kostenlos abzugeben. Das zeigt: Trotz wachsender Kritik sind passive Stützsysteme weiterhin weit verbreitet.

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