Elektroschrott-Sammelquote, Deutschland

Elektroschrott-Sammelquote: Deutschland verfehlt 65%-Ziel um über 50%

Veröffentlicht am: 02.09.2026 um 17:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Die DUH verlangt mehr Herstellerverantwortung: 2025 wurden nur 29,8 Prozent der Elektroaltgeräte erfasst, obwohl 65 Prozent vorgeschrieben sind.

Deutsche Umwelthilfe fordert Reform wegen Elektroaltgeräte-Lücke
Ein Haufen aus recycelbaren Elektronikbauteilen und Kupferkabeln in einer Industrieanlage zur Wiederverwertung. Illustration mit AI erstellt.

Angesichts drastisch verfehlter Sammelquoten für Elektroaltgeräte hat die Deutsche Umwelthilfe (DUH) am 1. September 2026 eine grundlegende Reform des Elektro- und Elektronikgerätegesetzes (Elektrogesetz) angemahnt.

Der Umwelt- und Verbraucherschutzverband sieht dringenden Handlungsbedarf, um die geltenden Sammelziele zu erreichen und wertvolle Ressourcen innerhalb des Wirtschaftskreislaufs zu halten. Zentrales Element der Forderung ist die Einführung einer vollen Herstellerverantwortung für die Entsorgung und Wiederverwertung elektronischer Produkte.

Sammelquote bei Elektroaltgeräten sinkt deutlich unter Zielmarke

Die aktuellen Zahlen für den deutschen Markt belegen eine erhebliche Diskrepanz zwischen den gesetzlichen Anforderungen und der realen Erfassung von Elektroschrott. Wie die DUH unter Berufung auf Daten für das Jahr 2025 mitteilte, wurden in Deutschland in diesem Zeitraum lediglich 960.000 Tonnen Elektroschrott offiziell erfasst. Damit erreichte die Sammelquote lediglich einen Wert von 29,8 Prozent.

Dieser Wert liegt weit unter der gesetzlich vorgeschriebenen Zielmarke. Das aktuelle Elektrogesetz sieht vor, dass mindestens 65 Prozent der in den Verkehr gebrachten Elektrogeräte wieder eingesammelt werden müssen. Die vorliegenden Daten verdeutlichen, dass Deutschland dieses Ziel im Jahr 2025 um mehr als die Hälfte verfehlt hat.

Die Umweltschutzorganisation bewertet diese Entwicklung als Zeichen für ein strukturelles Defizit im aktuellen Entsorgungssystem und fordert eine Abkehr von den bisherigen Mechanismen hin zu einer stärkeren Einbindung der Produzenten.

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Wirtschaftliches Potenzial durch ungenutzte Rohstoffreserven

Neben den ökologischen Auswirkungen einer unzureichenden Sammelquote verweist die Deutsche Umwelthilfe auf die massiven wirtschaftlichen Verluste, die durch die mangelhafte Erfassung von Altgeräten entstehen. Barbara Metz, Bundesgeschäftsführerin der DUH, wies am 1. September 2026 darauf hin, dass eine erfolgreiche Reform des Gesetzes erhebliche Ressourcen freisetzen könnte.

Den Angaben zufolge ließen sich durch eine verbesserte Erfassungsstruktur jährlich bis zu 810.000 Tonnen zusätzlicher Rohstoffe zurückgewinnen. Der materielle Wert dieser Ressourcen wird auf über 2 Mrd. Euro beziffert.

Aktuell verbleiben diese Rohstoffe entweder in privaten Haushalten, werden illegal exportiert oder gelangen über unsachgemäße Entsorgungswege in die Umwelt, wodurch sie der deutschen Industrie als Sekundärrohstoffe nicht zur Verfügung stehen.

Die DUH sieht in der Reform des Elektrogesetzes daher einen wesentlichen Hebel zur Sicherung der Rohstoffautonomie und zur Steigerung der Ressourceneffizienz.

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Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt und die Kreislaufwirtschaft

Die Forderung nach einer Ausweitung der Herstellerverantwortung zielt nicht nur auf die ökologische Schadensbegrenzung ab, sondern umfasst auch beschäftigungspolitische Aspekte. Nach Einschätzung von Barbara Metz könnte eine konsequente Umsetzung der Reform und die damit verbundene Intensivierung der Sammel- und Recyclingaktivitäten den Arbeitsmarkt signifikant stärken.

Berechnungen des Verbandes zufolge könnten in Deutschland bis zu 39.000 neue Arbeitsplätze geschaffen werden, wenn die Sammel- und Verwertungsprozesse auf das erforderliche Niveau gehoben würden. Diese Stellen würden primär in den Bereichen Logistik, Demontage und spezialisiertes Recycling entstehen.

Die Deutsche Umwelthilfe betont, dass eine Reform des Elektrogesetzes somit nicht nur einen Beitrag zum Klimaschutz leiste, sondern auch einen ökonomischen Impuls für den Standort Deutschland darstelle. Die Organisation drängt darauf, die gesetzlichen Rahmenbedingungen zeitnah anzupassen, um die eklatante Lücke zwischen dem Ist-Zustand und den gesetzlichen Verpflichtungen zu schließen.

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