ELSTER-Phishing, Behörden

ELSTER-Phishing: Behörden warnen vor gefÀlschten Steuerbescheiden

10.06.2026 - 18:51:23 | boerse-global.de

Behörden warnen vor gefĂ€lschten ELSTER-Mails und Briefen. BetrĂŒger nutzen Zeitdruck und offizielle Logos fĂŒr Datendiebstahl.

ELSTER-Phishing-Welle: Neue Betrugs-Mails im Umlauf
ELSTER-Phishing - Nahaufnahme eines Smartphones, das eine betrĂŒgerische E-Mail mit einem gefĂ€lschten ELSTER-Logo und Phishing-Link anzeigt. 10.06.2026 - Bild: ĂŒber boerse-global.de

Das Bayerische Landesamt fĂŒr Steuern und das Finanzministerium Mecklenburg-Vorpommerns haben am Mittwoch vor einer neuen Welle betrĂŒgerischer E-Mails gewarnt. Die Angreifer geben sich als das Steuerportal ELSTER aus und versuchen, an Anmeldedaten, Kontoinformationen und Kreditkartendaten zu gelangen.

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So erkennen Sie die gefÀlschten Nachrichten

Die Phishing-Mails tragen das offizielle ELSTER-Logo. Typische Betreffzeilen sind „Ihr elektronischer Steuerbescheid fĂŒr 2026 ist abrufbar“ oder „Neue Nachricht in Ihrem ELSTER-Postfach“. Bereits am 5. Juni hatte die Verbraucherzentrale vor dieser Masche gewarnt.

Die TĂ€ter setzen auf kĂŒnstlichen Zeitdruck. Sie fordern eine Datenverifizierung unter Verweis auf angebliche Zahlungsrichtlinien – andernfalls drohe die Stornierung offener Transaktionen. Warnsignale sind eine unpersönliche Anrede, unseriöse Absenderadressen und Links, die auf gefĂ€lschte Webseiten fĂŒhren. Die Verbraucherzentrale Hamburg riet am Dienstag, solche Nachrichten keinesfalls zu beantworten.

Auch andere Behörden im Visier

Das Bundesfinanzministerium berichtete am Mittwoch von weiteren Betrugsformen. GefĂ€lschte Briefe mit dem Ministeriumslogo fordern 550 Euro zur Aufhebung einer angeblichen Kontosperrung. Zudem sind manipulierten Werbeanzeigen im Umlauf, die Anlageempfehlungen von Bundesminister Lars Klingbeil enthalten sollen. Auch das Bundeszentralamt fĂŒr Steuern werde fĂŒr Schreiben zu vermeintlichen VerspĂ€tungszuschlĂ€gen missbraucht.

Die Bundesnetzagentur warnte ebenfalls am Mittwoch vor gefĂ€lschten Briefen an Betreiber von Photovoltaikanlagen. Darin wird eine Sanktionszahlung von 41,60 Euro wegen einer angeblich fehlenden Registrierung im Marktstammdatenregister gefordert. Als Hinweis auf die FĂ€lschung nennt die Behörde eine nicht existierende Außenstelle in Sömmerda sowie falsche Telefonvorwahlen.

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Was Sie im Ernstfall tun sollten

Die Finanzverwaltung stellt klar: Sie fordert niemals sensible Informationen wie Steuernummern, PINs oder Kontoverbindungen per E-Mail oder QR-Code an. Steuerrelevante Benachrichtigungen gibt es ausschließlich ĂŒber das gesicherte ELSTER-Postfach.

Das Bundesamt fĂŒr Sicherheit in der Informationstechnik warnt, dass Phishing-Mails technisch immer ausgereifter werden und inzwischen sogar persönliche Anreden enthalten können. Ein Bericht von KnowBe4 Threat Labs vom Dienstag zeigt zudem, dass Angriffe ĂŒber Kalenderbenachrichtigungen in den letzten sechs Monaten um 49 Prozent zugenommen haben.

Haben Sie verdĂ€chtige Mails erhalten? Löschen Sie sie sofort oder verschieben Sie sie in den Spam-Ordner. Wurden bereits Daten auf betrĂŒgerischen Seiten eingegeben, Ă€ndern Sie umgehend Ihre Passwörter, informieren Sie Ihre Bank und sichern Sie betroffene Konten ĂŒber den Sperr-Notruf 116 116. Erstatten Sie zudem Strafanzeige bei der Polizei.

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