Elterngeld, Frauen

Elterngeld: Frauen planen 14,9 Monate, VĂ€ter nur 3,8 Monate

02.06.2026 - 13:51:36 | boerse-global.de

Die Bundesregierung plant 7,5 Milliarden Euro fĂŒr Elterngeld ein, wĂ€hrend Koalitionsstreit und ungleiche Nutzung durch MĂŒtter und VĂ€ter die Debatte prĂ€gen.

Elterngeld: Frauen planen 14,9 Monate, VĂ€ter nur 3,8 Monate - Bild: ĂŒber boerse-global.de
Elterngeld: Frauen planen 14,9 Monate, VĂ€ter nur 3,8 Monate - Bild: ĂŒber boerse-global.de

Die Bundesregierung plant fĂŒr 2026 satte 7,5 Milliarden Euro fĂŒr das Elterngeld ein – doch die Verteilung des Geldes sorgt fĂŒr politischen ZĂŒndstoff. WĂ€hrend die Geburtenzahlen auf den tiefsten Stand seit 1946 gefallen sind, zeichnen neue Studien ein klares Bild: MĂŒtter tragen weiterhin die Hauptlast der Familienarbeit.

Koalitionsstreit um die Zukunft der Leistungen

Die Diskussion um die Reform des Elterngeldes spaltet die Ampel-Koalition. Familienministerin Karin Prien (CDU) will die Position von Frauen auf dem Arbeitsmarkt stĂ€rken. Unionsfraktionschef Jens Spahn (CDU) hingegen schlĂ€gt einen radikalen Kurs vor: Er fordert eine Ausgabensperre fĂŒr Elterngeld, BĂŒrgergeld und Wohngeld – solange bis die Wirtschaft wieder deutlich wĂ€chst.

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Kritiker warnen: Ein solcher Einfrieren der Leistungen kĂ€me durch die Inflation einer realen KĂŒrzung gleich. 2025 bezogen rund 1,6 Millionen Menschen Elterngeld, davon 1,2 Millionen MĂŒtter. Die geplanten 7,5 Milliarden Euro fĂŒr 2026 stehen nun im Zentrum der Auseinandersetzung.

VĂ€ter bleiben bei der Elternzeit zurĂŒck

Besonders deutlich werden die Unterschiede bei der tatsĂ€chlichen Inanspruchnahme. Neue Zahlen der Wiener Arbeiterkammer (AK) vom heutigen Dienstag zeigen: Obwohl VĂ€ter seit Jahrzehnten Anspruch auf Elternzeit haben, nutzen sie diese nur zögerlich. Die Daten fĂŒr 2025 sprechen eine klare Sprache: Frauen planten durchschnittlich 14,9 Monate Elterngeld, MĂ€nner lediglich 3,8 Monate.

Noch krasser fĂ€llt die Kluft bei der Betreuung kranker Kinder aus. Eine Auswertung der AOK fĂŒr 2025 ergab: Frauen nahmen 73 Prozent der „Kinderkrankentage“ in Anspruch, MĂ€nner nur 27 Prozent. Die geringste Beteiligung von VĂ€tern gab es mit 23 Prozent in Bayern, die höchste mit 31 Prozent in Sachsen. AOK-Chefin Carola Reimann appelliert an die VĂ€ter: „Mehr MĂ€nner mĂŒssen diese Leistungen nutzen, um die Sorgearbeit gerechter zu verteilen.“

Informationsoffensive fĂŒr Eltern

Angesichts der komplexen Rechtslage planen mehrere Organisationen fĂŒr den Sommer 2026 AufklĂ€rungsveranstaltungen. Am 16. Juni bietet die AOK-Schwangerschaftsberatung einen kostenlosen Online-Vortrag an: „Elterngeld, Elternzeit – Und dann?“. Joyce Batista Andrade erklĂ€rt dort die Regelungen zu Mutterschutz und Elternzeit.

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Weitere Termine im Überblick:
- 8. bis 12. Juni: Digitale Aktionswoche zur Gleichstellung der Arbeitsagenturen in Rheinland-Pfalz und im Saarland mit VortrÀgen zu familienfreundlichen Jobs und Mental Load
- 9. Juni: Vortrag zur ErnÀhrung in der Schwangerschaft in Treuchtlingen
- 19. Juni: Infosession zur gesetzlichen Rentenversicherung in Bad Vilbel sowie ein Online-Vortrag zu digitaler SouverĂ€nitĂ€t und KĂŒnstlicher Intelligenz

Steigende Kosten fĂŒr die Kinderbetreuung

Eltern in der Region Stuttgart mĂŒssen sich zudem auf neue GebĂŒhren einstellen. Ab September 2026 treten dort verĂ€nderte Beitragsstrukturen in Kraft. WĂ€hrend einige Kommunen die Preise anheben, halten StĂ€dte wie Stuttgart und Sindelfingen an vergleichsweise niedrigen StundensĂ€tzen fĂŒr verschiedene Altersgruppen fest.

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