Elterngeld-Reform, Bezugsdauer

Elterngeld-Reform: Bezugsdauer auf 12 Monate gekürzt ab November

Veröffentlicht: 09.07.2026 um 18:30 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Familienministerin Prien plant radikale Elterngeld-Reform mit kürzerer Bezugsdauer und festen Partnermonaten, um 500 Millionen Euro jährlich zu sparen.

Elterngeld-Reform 2027: Kürzung auf zwölf Monate geplant
Ein lächelndes Paar mit Baby, das sich liebevoll ansieht, mit angedeuteten Finanzdokumenten und einem Kalender im Hintergrund. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Der Referentenentwurf sieht eine Verkürzung der Bezugsdauer und härtere Regeln für die Aufteilung zwischen den Partnern vor. Das Ziel: 500 Millionen Euro jährlich einsparen.

Das neue 3-6-3-Prinzip

Der Kern der Reform: Das Basiselterngeld soll künftig nur noch zwölf statt 14 Monate gezahlt werden. Die Verteilung folgt einem festen Schema. Jeweils drei Monate sind exklusiv für Mutter und Vater reserviert. Die restlichen sechs Monate können die Eltern flexibel untereinander aufteilen.

Die Botschaft ist klar: Wer die vollen zwölf Monate nutzen will, muss beide Partner einbinden. Alleinerziehende behalten den Anspruch auf zwölf Monate. Der bisherige Partnerschaftsbonus fällt komplett weg. Die Mindestbezugszeit von zwei Monaten entfällt ebenfalls. Gleichzeitiger Bezug von Basiselterngeld soll künftig unbegrenzt möglich sein. Inkrafttreten: 1. November 2027.

Mehr Geld, weniger Ausgaben

Trotz der Kürzungen steigen die Sätze leicht. Der Mindestbetrag klettert von 300 auf 330 Euro, der Höchstsatz von 1.800 auf 1.900 Euro. Die Einsparungen sind dennoch massiv: Bis 2030 soll der Staat 1,6 Milliarden Euro weniger ausgeben. Allein 2027 sind 500 Millionen Euro eingeplant.

Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) hält dagegen. Die Forscher rechnen vor: Seit Einführung 2007 hat das Elterngeld rund 31,5 Prozent an Kaufkraft verloren. Um die Inflation auszugleichen, müsste der Höchstsatz bei 2.591 Euro liegen – der Mindestbetrag bei 432 Euro.

Anzeige

Die Elterngeld-Reform kürzt die Bezugsdauer auf 12 Monate – ab November 2027. Doch mit den richtigen Gestaltungsmöglichkeiten können Sie die Lücke legal schließen. Unser kostenloser Ratgeber zeigt, wie. Jetzt Ratgeber anfordern

Mutterschutz und Geschwisterbonus

Auch das Mutterschutzgesetz wird angefasst. Beschäftigungsverbote sollen auf zwölf Monate nach der Geburt begrenzt werden. Der besondere Arbeitszeitschutz für stillende Mütter gilt künftig nur noch im ersten Lebensjahr des Kindes. Der Geschwisterbonus wird gestrafft: Er läuft nur noch bis zum Ende des tatsächlichen Elterngeldbezugs.

Scharfe Kritik von links und von Verbänden

Die Reaktionen sind heftig. Linke und BSW geißeln die Kürzungen als fatales Signal – besonders angesichts sinkender Geburtenraten. BSW-Abgeordnete Anke Wirsing stellt die Prioritäten infrage: „Gespart wird bei Familien, während die Rüstungsausgaben steigen.“ Eine Online-Petition gegen die Reform haben bereits zehntausende Bürger unterzeichnet.

Anzeige

Bisher 14 Monate Elterngeld, bald nur noch 12 – das bedeutet eine Versorgungslücke von zwei Monaten. Besonders für Frauen steigt das Armutsrisiko. Unser Ratgeber liefert eine Musterrechnung und konkrete Ausgleichsstrategien. Versorgungslücke schließen – Ratgeber sichern

Sozialverbände warnen vor einer Versorgungslücke. Der Rechtsanspruch auf einen Kitaplatz besteht erst ab dem ersten Geburtstag – genau dann endet künftig das Elterngeld. Der Deutsche Frauenrat sieht ein Armutsrisiko für Frauen.

Die aktuellen Zahlen zeigen das Problem: 2025 lag der Väteranteil beim Elterngeldbezug bei 25,9 Prozent. Männer nahmen die Leistung durchschnittlich 3,8 Monate in Anspruch. Mütter dagegen 14,9 Monate. In Thüringen bezogen 2025 insgesamt 8.323 Personen Elterngeld – ein leichter Rückgang gegenüber dem Vorjahr (9.001).

Disclaimer zu unseren Artikeln: Keine Anlageberatung, keine Kauf oder Verkaufsempfehlung. Angaben zu Kursen, Unternehmen und Märkten ohne Gewähr; Änderungen jederzeit möglich. Börsengeschäfte können zu hohen Verlusten führen. Unsere Beiträge werden ganz oder teilweise automatisiert mit Unterstützung von AI erstellt und geprüft.

de | wirtschaft | 69733645 |