EMFIS, China-Aktien

EMFIS: China-Aktien: Unsere Strategie für 2008

Veröffentlicht: 02.01.2008 um 09:07 Uhr, Redaktion AD HOC NEWS, Redaktionelle Verantwortung: Rafael Müller (Chefredaktion)

Anleger, die vom Boom in China profitieren wollen, stehen im kommenden Jahr mehr denn je vor einem Dilemma. Die grundsätzliche Kernfrage lautet: Soll man den deutlich gestiegenen Notierungen jetzt noch nachlaufen? Oder bleibt man lieber abseits – und riskiert damit womöglich, die größte Wachstumsstory unserer Zeit zu verpassen? Einerseits steht Chinas Wirtschaft weiterhin unter Volldampf. Aller Unkenrufen und Drosselungsmaßnahmen der Regierung zum Trotz wird das BIP-Wachstum 2008 wieder im zweistelligen Bereich liegen. Die aktuelle Prognose der Zentralbank liegt bei einem Zuwachs von 10,8 Prozent. Noch bedeutend schneller als das Bruttoinlandsprodukt steigt der private Konsum. Dazu liegen inzwischen die neuesten Daten vom November vor, in dem sich gegenüber dem Vorjahr ein Anstieg von schier unglaublichen 18,8 Prozent ergeben hat. Damit hat sich das Wachstum der Verbraucherausgaben weiter beschleunigt und liegt jetzt auf dem höchsten Niveau seit acht Jahren. Vor allem bei höherwertigen Lebensmitteln wie Fleisch und Eiern gibt es mittlerweile erste Knappheitserscheinungen. Hunderte Millionen Chinesen sind in den letzten Jahren zu einem bescheidenen Wohlstand gekommen und leisten sich erstmals Autos, Wohnungen und Reisen. Ein gewaltiger Bauboom hat eingesetzt, während die vollen Kassen der Regierung immer größere Infrastruktur-Projekte ermöglichen. Gleichzeitig drängen auch die ausländischen Konzerne zunehmend auf den chinesischen Mega-Binnenmarkt. Ihre Direktinvestitionen peitschen das Wachstum des Landes zusätzlich nach vorn. Auf der anderen Seite ist diese Entwicklung natürlich den Kapitalanlegern nicht verborgen geblieben. Vor allem an den chinesischen Inlandsbörsen hat 2007 ein regelrechter Hype stattgefunden - viele Beobachter sprechen bereits von einer Aktienmarkt-Blase. EMFIS hat im Sommer dieses Jahres bereits vor einer empfindlichen Korrektur im A-Share-Segment gewarnt, die dann auch stattgefunden hat. 130 Millionen Chinesen verfügen bereits über ein Wertpapier-Depot und haben die Kurse an den heimischen Börsen in Shanghai und Shenzhen massiv nach oben getrieben. Der Shanghai A-Share Index ist 2007 unterm Strich um mehr als 100 Prozent gestiegen. Zuletzt allerdings hat sich das Blatt gewendet - und ein beträchtlicher Einbruch fand statt. Die Anleger in Deutschland haben in der Regel keinen direkten Zugriff auf das innerchinesische A-Share-Segment. Allerdings sind auch in Hongkong viele China-Unternehmen gelistet. Der dortige Hang Seng China Enterprise Index hat dementsprechend 2007 ebenfalls eine eindrucksvolle Performance von über 60 Prozent erzielt. Wer aber erst zum Höhepunkt Ende Oktober eingestiegen ist, hat seither einen Verlust von knapp 20 Prozent erlitten. Petrochina eine der Lieblingsaktien der deutschen China-Investoren, ist in diesem Zeitraum um knapp 32 Prozent eingebrochen, die Titel des Versicherers China Life – eines weiteren Anleger-Favoriten - haben sich um über 25 Prozent verbilligt. Gleichzeitig sind die Bewertungen der großen China-Werte auch nach der Korrektur immer noch ambitioniert. China Life oder der Mobilfunkriese China Mobile weisen KGVs von jeweils 30 und 31 auf, der Internet-Suchdienst Baidu.com ist derzeit sogar mit 165fachen seines Jahresgewinns bewertet. Was also tun? Auch die Fachleute spalten sich derzeit in zwei Lager. Die einen sind der Meinung, dass die enormen Wachstumsraten Chinas die derzeitigen Bewertungen durchaus rechtfertigen würden. Die Skeptiker stimmen dem grundsätzlich zu, verweisen aber dennoch auf das Risiko heftiger Korrekturen. So sei nach den üppigen Kursgewinnen der vergangenen Jahre eine Gegenreaktion nur natürlich. Zudem würden verstärkt Gefahren von der politischen Seite drohen. Diese versuche, sowohl die Aktienmarkt-Rallye abzudämpfen als auch das Geldmengenwachstum einzudämmen. Letzteres sei nicht zuletzt auf die Inflation zurückzuführen, die zuletzt in China deutlich angezogen hat. Die bereits angekündigten geldpolitischen Straffungsschritte sind aber für die Börse reines Gift – vor allem in Kombination mit einer möglichen Rezession in den USA. Der Versicherer China Life weist mittlerweile einen Börsenwert von 26 Milliarden Dollar auf; China Mobile - der größte Mobilfunkanbieter der Welt - kommt auf eine Marktkapitalisierung von satten 237 Milliarden Dollar. Mancher Anleger mag sich angesichts dessen wünschen, hier die Uhr noch einmal um einige Jahre zurückdrehen zu können. Das Problem heute ist in erster Linie, dass diese Unternehmen zwar weiterhin über überdurchschnittliche Wachstumschancen verfügen. Allerdings ist dieses Potential von den Marktteilnehmern bereits größtenteils antizipiert worden. Sowohl die wildgewordenen chinesischen Inlandsanleger als auch die großen Institutionellen in Hongkong haben die Notierungen auf immer neue Höhen getrieben. Niemand sollte vor dieser Entwicklung leichtfertig die Augen verschließen. Es gibt allerdings auch gute Nachrichten. Vielen Anlegern ist die Tatsache nicht bewusst, dass es jenseits von China Life und Co. auch andere China-Unternehmen gibt, die trotz hoher Gewinnwachstumsraten noch Bewertungen im einstelligen KGV-Bereich aufweisen. Die Zahl dieser Unternehmen ist gar nicht so gering, wie man dies vielleicht glauben könnte. Natürlich befinden sich diese Firmen nicht im Mittelpunkt der gängigen Asien-Berichterstattung. Sie sind auch nicht in den bekannten Blue-Chip-Indizes vertreten und bringen es nicht auf einen Marktwert im dreistelligen Milliarden-Bereich. Dafür sind sie grundsolide - und sie wachsen oft noch deutlich schneller als die großen Marktschwergewichte. Rigoroses Stock-Picking sollte für den China-Anleger jetzt mehr denn je zur Leitmaxime werden. Gleichzeitig ist jeder gut beraten, der sich künftig verstärkt auf ausgewählte Mid- und Small-Caps konzentriert. Einige besonders vielversprechende Unternehmen sind im Übrigen gar nicht in China oder Hongkong gelistet, sondern finden sich im Small-Cap-Segment an der Börse Singapur. Teilweise können sie via Dual Listing auch an den deutschen Börsen gehandelt werden. Andere chinesische Unternehmen haben es vorgezogen, an der amerikanischen NASDAQ Geld einzusammeln, statt den aufwendigen Gang an die Hong Kong Stock Exchange anzutreten. Auch in den USA findet man sehr viele interessante "China-Kursperlen". Warum sollten gerade die kleinen China-Unternehmen an den Auslands-Börsen so hohe Chancen bieten? Die Antwort ist bestechend einfach: Weil die großen Institutionellen (wegen des zu niedrigen Börsenwerts) nicht in diese Aktien investieren können - und weil die börsenversessenen Chinesen (wegen gesetzlicher Beschränkungen) nicht in diese Aktien investieren dürfen! Dies bedeutet nichts weniger, als dass der deutsche Privatanleger diesmal gegenüber den großen Adressen einen echten Vorsprung besitzt. Er hat nämlich die Möglichkeit, sich in chinesische Top-Unternehmen einzukaufen, auf die weder die Chinesen selbst noch die großen internationalen Adressen Zugriff haben. Und siehe da: Die Bewertungen dieser Gesellschaften sind durch die Bank erstaunlich niedrig! Wir von EMFIS haben für China schon im vergangenen Jahr die Strategie verfolgt, vor allem auf ausgewählte Small-Caps zu setzen. In unserem kostenlosen Newsletter - dem EM STOCK PICKER - haben wir unseren Lesern mehrfach "kleinere" China-Titel mit enormen Wachstumsperspektiven vorgestellt. Jene Leser, die unseren Empfehlungen gefolgt sind, wurden größtenteils mit üppigen Renditen belohnt. Auch für das kommende Jahr haben wir bereits etliche interessante Werte identifiziert, die teils noch zu Schleuderpreisen gehandelt werden. Daneben gibt es - unseren Informationen zufolge - einige weitere interessante China-Unternehmen, die erst 2008 den Börsengang vornehmen wollen. Natürlich werden wir diese Entwicklungen weiter aufmerksam beobachten, um auch im neuen Jahr einige Top-Picks für unsere Leser herauszufiltern. Eines bleibt klar: Gerade kleinere Werte sind oft starken Schwankungen unterworfen. Dies gilt natürlich auch und gerade für Small- und Mid-Caps aus China. Auch bei unseren Empfehlungen im Jahr 2007 ging es nicht immer nur aufwärts. Gerade die China-Korrektur im Sommer hat die Kursverläufe teilweise einer Achterbahn-Fahrt gleichen lassen. Dennoch sahen wir nur in den seltensten Fällen einen Grund, von unseren Empfehlungen abzuweichen. Unserer Meinung nach macht das enorme Potential dieser Unternehmen mittelfristig alle Volatilitäten wett. Anleger, die von Chinas sensationellem Wachstum wirklich profitieren wollen, kommen an solchen Aktien 2008 nicht vorbei. Gerhard Heinrich

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