Emissionshandel 2031-2040: Reduktionsziele sinken auf 3,7 Prozent
Veröffentlicht am: 30.07.2026 um 07:23 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die EU-Kommission will den Emissionshandel grundlegend umbauen. Die neuen Regeln gelten ab 2031 und laufen bis 2040. Im Kern geht es um weniger strenge Reduktionsziele, längere Gratiszertifikate für die Industrie und mehr Geld für klimafreundliche Technologien.
Weniger Druck auf die Industrie
Der lineare Reduktionsfaktor (LRF) – also die jährliche Verknappung der Emissionszertifikate – soll sinken. Statt 4,4 Prozent sind zwischen 2031 und 2035 nur noch 3,7 Prozent geplant. Ab 2036 sogar nur 1,7 Prozent. Die Botschaft ist klar: Die Kommission will die Industrie nicht überfordern.
Gleichzeitig steigt der Elektrifizierungsanteil auf 46 Prozent bis 2040. Die Rechnung: Rund 260 Milliarden Euro jährlich ließen sich so an Importkosten für Öl und Gas sparen. Ein Finanzrahmen von 100 Milliarden Euro soll die nötigen Investitionen anschieben. Die Mitgliedstaaten müssen zudem mindestens die Hälfte ihrer ETS-Einnahmen – bis 2030 über 100 Milliarden Euro – in Klimaprojekte stecken.
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Gratiszertifikate: Verlängerung mit Hürden
Energieintensive Unternehmen können aufatmen: Die kostenlosen Emissionszertifikate laufen nicht wie geplant 2034 aus, sondern erst 2038. Dazu gibt es zwischen 2026 und 2030 zusätzliche Gratiskontingente im Wert von sechs Milliarden Euro.
Doch die Kommission knüpft die Zuteilung an Bedingungen. Ab 2031 müssen Firmen 80 Prozent der Gratiszertifikate durch einen konkreten Investitionsplan zur Emissionsminderung nachweisen. Die restlichen 20 Prozent gibt es erst nach der Umsetzung. Die Industrie fordert Nachbesserungen, Umweltschützer wie GLOBAL 2000 kritisieren die Verlängerung scharf.
Bauwirtschaft und Abfall unter Druck
Die Zementindustrie steht besonders im Fokus. 2025 lag die CO2-Intensität bei 467 Kilogramm pro Tonne Zement. Der Grenzausgleichsmechanismus CBAM soll Wettbewerbsnachteile gegenüber Importen aus Drittstaaten verhindern.
Neu ist der schrittweise Einbezug der Siedlungsabfallverbrennung ab 2031. Branchenverbände wie ITAD und Zero Waste Europe fordern bereits Nachjustierungen.
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Soziale Abfederung und deutsche Begleitmaßnahmen
Die EU setzt auf soziale Ausgleichsmechanismen, um die CO2-Bepreisung von Heiz- und Kraftstoffen abzufedern. Beispiel Malta: Die Kommission billigte einen Sozialklimaplan mit 60,6 Millionen Euro für energetische Sanierung von Sozialwohnungen und E-Mobilität bis 2032.
In Deutschland unterstützt das Bundeswirtschaftsministerium den Wandel mit CO2-Differenzverträgen (CCfDs). Für Chemie, Metall und Papier stehen 2026 bis zu fünf Milliarden Euro bereit. Die Förderung läuft über 15 Jahre. Interessierte Unternehmen können ihre Gebote bis zum 7. September 2026 einreichen.
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