Ende der Finanzkrise: Ted Spread auf niedrigstem Stand seit
Veröffentlicht: 18.05.2009 um 16:58 Uhr, Redaktion AD HOC NEWS, Redaktionelle Verantwortung: Rafael Müller (Chefredaktion)
Mit nur noch 62 Basispunkten (das sind 0,62%) sinkt der so genannte Ted Spread, der von vielen Volkswirten und Notenbankern als Gradmesser der Kreditkrise gesehen wird, auf den tiefsten Stand seit August 2007. Der Ted Spread zeigt den Abstand zwischen dem Interbankenzins LIBOR und dem Zins für kurzfristige US-Staatsanleihen. Ein Ted Spread unter 50bp wird als normal angesehen, in guten Zeiten fällt er auch schon mal auf 10-20bp. In den letzten knapp zwei Jahren hatte diese Kennziffer, die oft als Fieberkurve der Kreditkrise gesehen wird, meist bei mehr als 100bp und in der Spitze, nach der Lehman-Pleite, bei 400bp gelegen.
In den letzten Monaten und Wochen hat sich der Ted Spread kontinuierlich verbessert. Zu interpretieren ist dies wie folgt:
Die Banken trauen sich untereinander wieder, dass die Voraussetzung für Liquidität ist. Der Interbanken-Geldmarkt ist somit fast wieder gesund. Das allein bedeutet kein Ende der Rezession, aber eine wichtige Kernursache der Krise könnte fast bewältigt sein. Dies ist eine notwendige, aber noch keine hinreichende Bedingung für den Wiederaufschwung.
Wir (EMFIS.com) glauben, dass dies ein sehr wichtiges positives Signal für den Aktienmarkt ist. Liquidität wird weiter zunehmend in die Märkte fließen. Insbesondere die gebeutelten Finanzwerte werden profitieren.
Andere volkswirtschaftliche Indikatoren wie Arbeitslosigkeit weren hoch bleiben und bestimmte Segmente, wie den Konsum, belasten.
Die Liquidität ist Voraussetzung für eine gesunde oder / und sich stabilisierende Wirtschaft. Asien hat in diesem Punkt den westlichen Industriestaaten einiges voraus. Wir sind uns deshalb sicher, dass weiterhin die Asien-Märkte den Rest der Welt outperformen werden.
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