Energy Sharing ab heute: Hausbesitzer verkaufen Solarstrom an Nachbarn
02.06.2026 - 00:28:45 | boerse-global.de
Seit dem 1. Juni 2026 dürfen Hausbesitzer ihren Solarstrom direkt an Nachbarn verkaufen – das sogenannte Energy Sharing ist nun Realität.
Solarstrom fĂĽr die Nachbarschaft
Die neue Regelung erlaubt es Eigentümern von Wohnimmobilien, überschüssigen Solarstrom innerhalb des lokalen Stromnetzes zu vermarkten. Voraussetzung: Sowohl Erzeuger als auch Abnehmer müssen intelligente Stromzähler installieren und entsprechende Liefer- und Bezugsverträge abschließen. Die Netzbetreiber sind verpflichtet, diese lokalen Transaktionen technisch zu ermöglichen.
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Ein echter Meilenstein für die Energiewende – und ein Modell, das an die erfolgreichen Nachbarschaftsstrom-Modelle in Skandinavien erinnert. Wer jetzt nicht auf Smart Meter setzt, verpasst womöglich den Anschluss. Ein netzübergreifender Energiehandel soll bis Juni 2028 folgen.
35 Millionen Euro fĂĽr nachhaltige Landwirtschaft
Parallel dazu hat die Rentenbank eine neue Förderrunde im Programm ANK NABO gestartet. Landwirtschaftliche Betriebe können bis zum 22. Juni 2026 Interessenbekundungen einreichen. Die Förderung ist attraktiv: Bis zu 65 Prozent Zuschuss gibt es für Maschinen zur Paludikultur auf Moorflächen, 30 bis 40 Prozent für spezielle Sä- und Mähtechnik.
Die Einzelförderung ist auf 500.000 Euro netto gedeckelt, die Mindestinvestition liegt bei 75.000 Euro. Ein starkes Signal für klimafreundliche Landwirtschaft – und eine echte Chance für Betriebe, die auf Nachhaltigkeit setzen wollen.
Gebäudesanierung: Das Ende der strengen 65-Prozent-Vorgabe
Das Bundeskabinett hat am 13. Mai 2026 den Entwurf für das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) verabschiedet. Es löst das bisherige Gebäudeenergiegesetz (GEG) ab und bringt eine entscheidende Neuerung: Die strenge 65-Prozent-Erneuerbaren-Pflicht für neue Heizungen fällt weg. Stattdessen setzt die Politik auf Technologieoffenheit.
Für bestehende Nichtwohngebäude führt das Gesetz Mindestenergiestandards und neue Effizienzklassen von A bis G ein. Damit setzt Deutschland die europäische Gebäuderichtlinie (EPBD) um, deren nationale Umsetzung eigentlich schon im Mai 2026 fällig gewesen wäre. Besser spät als nie – doch die Frage bleibt: Reichen die neuen Regeln aus, um die Klimaziele im Gebäudesektor zu erreichen?
500-Milliarden-Fonds: Wo das Geld steckt
Ein aktueller Monitoringbericht des Bundesfinanzministeriums zeigt Fortschritte und Verzögerungen beim 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen für Infrastruktur und Transformation. Der Fonds soll maßgeblich zum prognostizierten 0,5 Prozent Wirtschaftswachstum im Jahr 2026 beitragen.
Doch der Mittelabfluss stockt: Bis zum 30. April 2026 wurden erst 11,2 Milliarden Euro ausgegeben – von geplanten 39,7 Milliarden für das Gesamtjahr. Der Bericht bescheinigt dem Programm eine Gesamtfortschrittsbewertung von 54 Prozent.
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Besonders deutlich wird der Rückstand bei der Energieinfrastruktur (45 Prozent), während der Wohnungsbau mit 66 Prozent und die Verkehrsinfrastruktur mit 52 Prozent etwas besser dastehen. Digitalisierungsprojekte – vor allem beim Schienennetz und Breitbandausbau – hinken ebenfalls hinterher. Wer hätte gedacht, dass selbst Milliarden nicht immer schnell fließen?
Regionale Projekte: Von Bayern bis Burgenland
Die Länder und Kommunen treiben die Digitalisierung und Klimaziele mit eigenen Initiativen voran:
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Bayern und internationale Forschung: Die 17. Ausschreibung des ZIM-Programms für bilaterale Forschungsprojekte zwischen deutschen und kanadischen KMU läuft bis zum 19. Juni 2026. Schwerpunkte sind Künstliche Intelligenz, saubere Technologien und Life Sciences.
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Hessen: Bad Nauheim ist als eines von acht Modellprojekten für ein KI-gestütztes Gebäudepotenzialregister ausgewählt worden. Mit fast 2 Millionen Euro Bundesförderung für 2025 identifiziert die KI Baulücken und Potenziale für die Innenverdichtung.
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Burgenland: Das Sonderförderprogramm für den Heizungstausch läuft das ganze Jahr 2026. Hausbesitzer erhalten 30 Prozent Grundförderung, plus Boni für Wärmepumpen und Sozialzuschläge für einkommensschwache Haushalte.
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München: Die Stadt muss bis zum 30. Juni 2026 ihren formellen Wärmeplan vorlegen.
Ausblick: Kreislaufwirtschaft als nächstes großes Thema
Bereits am 3. Juni 2026 will das Kabinett ĂĽber eine neue Kreislaufwirtschaftsstrategie entscheiden. Geplant ist ein 260-Millionen-Euro-Fonds "Zukunft Kreislaufwirtschaft" im Klima- und Transformationsfonds, plus weitere 305 Millionen Euro fĂĽr den Zeitraum 2027 bis 2030.
Die Weichen für eine nachhaltigere Wirtschaft stehen – doch ob die Mittel ausreichen und die Umsetzung gelingt, wird sich zeigen müssen. Eines ist klar: Der Juni 2026 markiert einen Wendepunkt in der deutschen Energie- und Klimapolitik.
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