Energy-Sharing, Smart

Energy-Sharing ohne Smart Meter: Bürgerwerke starten Massenmarkt

19.06.2026 - 23:27:47 | boerse-global.de

Zementwerk investiert 30 Mio. Euro in KI-gesteuerte Anlage. Energy-Sharing ohne Smart Meter und verlängerte KfW-Förderung treiben die Wende.

NovaCEM 2027: KI senkt Stromverbrauch in Zementproduktion
Energy-Sharing - Eine moderne Zementfabrik bei Sonnenuntergang mit digitaler Infrastruktur und intelligenten Stromzählern, die Energieeffizienz symbolisieren. 19.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Die Bandbreite reicht von 30-Millionen-Investitionen in KI-gesteuerte Produktion bis zu vereinfachtem Energy-Sharing ohne Smart Meter.

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NovaCEM 2027: KI senkt Stromverbrauch um 20 Prozent

Die Zement- und Kalkwerke Otterbein investieren rund 30 Millionen Euro in ihr Werk in Großenlüder. Das Projekt NovaCEM 2027 kombiniert eine neue Vertikalmahlanlage mit KI-gestützter Laborautomation.

Ziel: den Stromverbrauch um bis zu 20 Prozent senken. Das Bundeswirtschaftsministerium fördert das Vorhaben. Der Bau soll bis Ende des Jahres abgeschlossen sein, die Anlage 2027 in Betrieb gehen. Das Unternehmen mit 140 Mitarbeitern fokussiert sich dabei auf klinkerreduzierte Zemente.

Energy-Sharing ohne Smart Meter

Die Bürgerwerke – ein Verbund mit über 65.000 Mitgliedern in mehr als 125 Genossenschaften – arbeiten mit dem IT-Unternehmen exnaton an einem neuen Energy-Sharing-Modell. Die Besonderheit: Haushalte können teilnehmen, ohne ein intelligentes Messsystem einbauen zu müssen.

Die Lösung basiert auf Standardlastprofilen. Das ermöglicht eine schnelle Skalierung für den Massenmarkt. Ein Marktstart ist in den kommenden Monaten geplant.

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Gleichzeitig warnen regionale Netzbetreiber wie die MVV Netze vor irreführenden Angeboten externer Dienstleister. Diese werben derzeit verstärkt für einen kurzfristigen Smart-Meter-Einbau. Für Verbraucher besteht keine Pflicht, darauf einzugehen. Der gesetzliche Austausch der Zähler erfolgt schrittweise durch die zuständigen Messstellenbetreiber bis 2032. Eine Pflicht für intelligente Messsysteme greift erst ab einem Jahresverbrauch von über 6.000 Kilowattstunden oder beim Betrieb von Anlagen ab 7 Kilowatt Leistung – etwa bei Photovoltaikanlagen.

KfW-Förderung für Effizienzhäuser verlängert

Bund und KfW haben die Förderung für Neubauten im Standard Effizienzhaus 55 verlängert. Bis zu 100.000 Euro pro Wohneinheit gibt es als Förderkredit – und das bis zum 31. Dezember 2026 oder bis die Mittel aufgebraucht sind.

Der effektive Jahreszins liegt bei 1,0 Prozent. Voraussetzung: Die Wärmeversorgung muss zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien stammen. Kommunen können zudem Zuschüsse von 7,5 Prozent beantragen. Die Maßnahme soll helfen, den bestehenden Bauüberhang abzubauen.

Kritik: „Kraftwerksstrategie bremst Solarausbau“

Trotz der Investitionsbereitschaft hagelt es Kritik an der aktuellen Gesetzgebung. Prof. Claudia Kemfert vom DIW Berlin warnt: Die Energiegesetzgebung der Bundesregierung berge Risiken, die den Ausbau der Solarenergie bremsen könnten.

Ihre Kritikpunkte: Die Kraftwerksstrategie begünstige einseitig neue Gaskraftwerke, statt Speichertechnologien und flexible Biogasanlagen zu fördern. Das geplante Netzpaket verlagere Investitionsrisiken auf die Betreiber – das schrecke potenzielle Geldgeber ab. Gefordert werden verlässlichere Rahmenbedingungen für dezentrale Smart Grids und eine konsequente Technologieoffenheit.

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