Enerparc-Insolvenz: Teilverkauf soll bis Dezember gelingen
Veröffentlicht am: 02.10.2026 um 16:18 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWSDer Verkaufsprozess fĂŒr den insolventen Solarparkentwickler Enerparc ist gestartet. Insolvenzverwalter Stefan Denkhaus strebt einen ersten Teilverkauf bis Dezember an.
Von der ersten Transaktion soll auch die Belegschaft umfasst sein; weitere Park-Portfolios sollen im ersten Quartal 2027 folgen.
Gesamtverkauf bleibt das Ziel
Nach Angaben von Denkhaus wird weiterhin versucht, Enerparc als Ganzes zu verkaufen. Daneben seien auch andere Optionen möglich, wÀhrend bereits GesprÀche mit ersten potenziellen KÀufern laufen.
FĂŒr die Transaktion wurde die Investmentbank Rothschild & Co mandatiert. Der Insolvenzverwalter erklĂ€rte, das operative GeschĂ€ft laufe weiter und sei stabilisiert worden.
Weitere InsolvenzantrÀge nicht ausgeschlossen
Enerparc hatte Anfang September ĂŒberraschend Insolvenz angemeldet. Inzwischen stellten auch die Schwestergesellschaften pvwerk und Sonnen Tiefbau einen Antrag auf Insolvenz in Eigenverwaltung.
Denkhaus zufolge konnte bislang verhindert werden, dass weitere der insgesamt 492 mit Enerparc verbundenen Unternehmen einen Insolvenzantrag stellen. Bei einer Unternehmensgruppe dieser GröĂe seien weitere AntrĂ€ge jedoch nicht auszuschlieĂen.
90 Projekte im Bau
Der Hamburger Solarparkentwickler gehört zu den gröĂten Unternehmen seiner Branche in Europa. Aktuell befinden sich rund 90 Projekte im Bau; das Portfolio verfĂŒgt insgesamt ĂŒber eine installierte Leistung von 3,8 Gigawatt.
Ende Juni war eine Finanzierung fĂŒr mehrere Photovoltaik- und Batteriespeicherprojekte gescheitert. In der Folge geriet Enerparc in die ZahlungsunfĂ€higkeit.
Der geplante Teilverkauf fĂ€llt in eine Phase, in der Solarprojekte trotz des politischen Ausbaus erneuerbarer Energien mit hohen Finanzierungsanforderungen verbunden sind. Projektentwickler mĂŒssen GrundstĂŒcke, NetzanschlĂŒsse, Baukosten und langfristige Abnahme- oder Speicherlösungen finanzieren, bevor Anlagen ErtrĂ€ge erwirtschaften.
Bei Enerparc erhöht die GröĂe der Unternehmensgruppe die wirtschaftliche Bedeutung des Verfahrens. Nach Angaben aus der dts-Meldung sind rund 90 Projekte im Bau, das Portfolio umfasst 3,8 Gigawatt installierte Leistung und 492 verbundene Unternehmen. Ein Verkauf einzelner Portfolios kann deshalb kurzfristig LiquiditĂ€t sichern, wĂ€hrend ein Gesamtverkauf die integrierten Strukturen und die laufenden Projekte erhalten könnte.
Entscheidend sind Finanzierung und ProjektfortfĂŒhrung
Dass die Finanzierung mehrerer Photovoltaik- und Batteriespeicherprojekte Ende Juni scheiterte, verweist auf die zentrale Schnittstelle zwischen Kapitalmarkt und Energiewende. Steigende Finanzierungskosten, komplexe Sicherheiten und Verzögerungen bei NetzanschlĂŒssen können bei groĂen ProjektbestĂ€nden schnell auf die LiquiditĂ€t eines Entwicklers durchschlagen.
FĂŒr BeschĂ€ftigte und GeschĂ€ftspartner ist zunĂ€chst maĂgeblich, dass das operative GeschĂ€ft weiterlĂ€uft und ein erster Teilverkauf bis Dezember angestrebt wird. Die weiteren Portfolios sollen im ersten Quartal 2027 folgen. Ob Enerparc insgesamt erhalten bleibt oder in einzelne Einheiten und Projekte aufgeteilt wird, hĂ€ngt damit vor allem vom Interesse potenzieller KĂ€ufer und der Finanzierbarkeit der laufenden Vorhaben ab.
