Entgelttransparenz, EU-Richtlinie

Entgelttransparenz: EU-Richtlinie zwingt zu Gehaltsoffenlegung

Veröffentlicht am: 15.08.2026 um 16:04 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Deutschland rüstet sich für die EU-Entgelttransparenzrichtlinie: Aktualisierte Compliance-Hilfen und frische Gehaltsstudien zeigen deutliche Lohnunterschiede nach Branche, Region und Position.

Entgelttransparenz 2026: Neue Leitfäden und aktuelle Gehaltsdaten im Überblick
Eine Personalverantwortliche sichtet Unterlagen an einem hellen, modernen Schreibtisch in einem Büro. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die Vorbereitungen auf die Anforderungen der Richtlinie (EU) 2023/970 zur Entgelttransparenz nehmen für Unternehmen in Deutschland konkrete Formen an. Mit der Bereitstellung aktualisierter Compliance-Leitfäden im Jahr 2026 stehen den Personalabteilungen detaillierte Orientierungshilfen zur Verfügung, um die künftigen gesetzlichen Pflichten zur Offenlegung von Lohnstrukturen umzusetzen.

Diese Entwicklung erfolgt in einem Marktumfeld, in dem Gehaltsunterschiede je nach Branche, Region und Qualifikation weiterhin deutlich ausgeprägt sind.

Aktuelle Gehaltsdaten als Basis für die Transparenz

Umfangreiche Datenerhebungen für das Jahr 2026 verdeutlichen die aktuelle Ausgangslage am deutschen Arbeitsmarkt. Laut dem Stepstone Gehaltsreport 2026 liegt das Bruttomediangehalt in Deutschland bei 53.900 Euro. Das Statistische Bundesamt nennt für den vergleichbaren Zeitraum einen wert von 52.200 Euro. Diese Kennzahlen dienen Unternehmen als Referenzwerte, um die eigene Entgeltpolitik im Rahmen der neuen Transparenzvorgaben einzuordnen.

Besonders hohe Vergütungen verzeichnen medizinische Berufe. Ärzte erreichen Gehälter von über 100.000 Euro, wobei der Bereich der Inneren Medizin mit einem Medianwert von 102.500 Euro hervorsticht. Auch Führungspositionen und spezialisierte technische Rollen weisen ein überdurchschnittliches Lohnniveau auf: Bereichsleiter verdienen im Median 80.500 Euro, während Entwicklungsingenieure auf 75.500 Euro kommen.

Einflussfaktoren: Verantwortung, Bildung und Unternehmensgröße

Die Analysen für das Jahr 2026 bestätigen, dass Führungsverantwortung ein maßgeblicher Treiber für die Gehaltshöhe bleibt. Führungskräfte verdienen mit einem Median von 62.000 Euro rund 21 Prozent mehr als Beschäftigte ohne Leitungsfunktion. Ebenso bleibt der akademische Grad ein entscheidender Faktor: Während Akademiker ein Mediangehalt von 68.250 Euro erzielen, liegt der Wert für Beschäftigte ohne Studium bei 51.200 Euro.

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Ein weiterer Differenzierungsfaktor ist die Unternehmensgröße. Große Konzerne mit mehr als 5.000 Mitarbeitern zahlen im Median 63.000 Euro. Im Gegensatz dazu liegt das Mediangehalt in kleineren Unternehmen mit weniger als 50 Mitarbeitern bei 48.800 Euro. Regional betrachtet behauptet Hamburg seine Spitzenposition bei den Bundesländern, während die ostdeutschen Länder weiterhin das Schlusslicht der Gehaltsstatistik bilden.

Sektorale Trends in der IT und bei Ausbildungsberufen

Im IT-Sektor liegt das Mediangehalt bei 66.750 Euro. Innerhalb dieser Branche zeigen sich neue Spezialisierungen als besonders lukrativ: KI-Engineers beziehungsweise Prompter erzielen 77.800 Euro, wobei das obere Quartal in diesem Bereich Gehälter von über 89.400 Euro erreicht. Im Branchenvergleich führt der Bankensektor mit 70.250 Euro, während die Gastronomie mit 45.500 Euro am unteren Ende der Skala rangiert.

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Auch im Bereich der Berufsausbildung zeigen Stepstone-Analysen für 2026 signifikante Unterschiede. Zu den bestbezahlten Ausbildungsberufen in den ersten drei Jahren zählen Chemikanten mit einem mittleren Jahresgehalt von 53.250 Euro, operationstechnische Assistenten mit 51.250 Euro und Altenpfleger mit 51.000 Euro.

Elektroniker verdienen 48.500 Euro, Erzieher 48.000 Euro und Mechatroniker 47.000 Euro. Geringere Vergütungen werden für Köche (36.500 Euro) und zahnmedizinische Fachangestellte (36.750 Euro) ausgewiesen.

Trotz der Gehaltsunterschiede verzeichnet die Gastronomie einen Zuwachs bei den Ausbildungsverträgen um 15,0 Prozent. Noch stärkere Zunahmen zeigen sich im Bereich Küche mit 21,7 Prozent und im Tiefbau mit 18,9 Prozent.

Bei den absoluten Zahlen der Neuverträge führen Kfz-Mechatroniker mit 24.531 Verträgen vor Bürokaufleuten mit 21.732 und Verkäufern mit 21.585 Neuabschlüssen. Fachinformatiker verzeichnen 15.072 neue Ausbildungsverhältnisse.

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