Entwaldungsverordnung, Artenvielfalt

Entwaldungsverordnung: Ölpflanzen vernichten 1,5% der Artenvielfalt

20.06.2026 - 06:44:03 | boerse-global.de

Die EU-Entwaldungsverordnung tritt später in Kraft, doch Unternehmen müssen sich auf strenge Auflagen zur Lieferkettenprüfung einstellen.

EU-Entwaldungsverordnung: Neue Fristen und Herausforderungen für Unternehmen
Entwaldungsverordnung - Luftaufnahme eines Regenwaldes, der teilweise abgeholzt wurde, um Platz für landwirtschaftliche Flächen zu schaffen, was Umweltzerstörung symbolisiert. 20.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Neue Studien untermauern die Dringlichkeit der Regeln – doch der Zeitplan wackelt.

Studie belegt: Ölpflanzen vernichten Artenvielfalt

Forscher der ETH Zürich haben die Umweltauswirkungen von Ölpflanzen wie Palmen, Soja und Kokos untersucht. Die Ergebnisse, veröffentlicht in „Nature Food", sind alarmierend: Die Produktion dieser Rohstoffe ist für 1,5 Prozent des weltweiten Artenverlusts verantwortlich. Seit Mitte der 1990er-Jahre stiegen die negativen Effekte um 80 Prozent.

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Besonders die Tropen leiden. Rund 70 Prozent der Schäden gehen direkt auf die Lebensmittelproduktion zurück. Die Nachfrage aus China, der EU und Nordamerika verursacht dabei 60 Prozent der ausgelagerten Umweltschäden. Für die EU-Kommission sind das klare Argumente für schärfere Kontrollen.

Zeitplan für die Umsetzung verschiebt sich

Die verpflichtende Anwendung der EUDR kommt später als geplant. Branchenkreisen zufolge verschiebt sich der Starttermin für die allgemeine Anwendung auf den 30. Juni 2027. Für einzelne Sektoren wie die Medizintechnik wird ein früherer Termin Ende Dezember 2026 diskutiert.

Betroffen sind Unternehmen, die mit bestimmten Rohstoffen handeln. Dazu zählen Rinderprodukte, Soja, Kaffee, Kakao, Holz, Kautschuk und Palmöl. Für MedTech-Firmen wird es besonders heikel: Kautschuk und Holzderivate stecken in zahlreichen Medizinprodukten und Verpackungen.

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Dreistufiges Risikomanagement gefordert

Die EU-Verordnung verlangt von Unternehmen ein komplexes System. Zuerst müssen sie lückenlos die Herkunft aller Rohstoffe dokumentieren. Dann folgt eine detaillierte Risikoanalyse, um mögliche Verstöße gegen Entwaldungsrichtlinien zu identifizieren. Den Abschluss bildet die Risikominimierung durch Kontrollen und Zertifizierungen.

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