Equal Pay Day am 5. November: Frauen arbeiten 57 Tage rechnerisch unbezahlt
Veröffentlicht am: 01.11.2026 um 12:01 Uhr | Redaktion boerse-global.deDer österreichische Equal Pay Day fÀllt im Jahr 2026 auf den 5. November. Ab diesem Stichtag arbeiten Frauen im Land rechnerisch bis zum Jahresende unbezahlt, wie Auswertungen zum geschlechtsspezifischen Einkommensunterschied belegen.
Nach Berechnungen der Arbeiterkammer Oberösterreich entspricht dieser Zeitraum 57 Tagen, an denen Frauen im Vergleich zu ihren mĂ€nnlichen Kollegen ohne Entlohnung bleiben. Zwar verringert sich der Abstand im Vorjahresvergleich leicht, doch strukturelle Gehaltsunterschiede bleiben ĂŒber Branchen, Regionen und Karrierestufen hinweg spĂŒrbar.
Auswertung zeigt Gehaltsunterschiede ĂŒber KarriereverlĂ€ufe hinweg
Eine Analyse der Arbeitgeber-Bewertungsplattform kununu, die auf 75.844 Gehaltsangaben von Voll- und TeilzeitbeschĂ€ftigten fĂŒr das Jahr 2026 basiert, weist ein durchschnittliches Brutto-Jahresgehalt von 54.919 Euro fĂŒr MĂ€nner und 46.119 Euro fĂŒr Frauen aus. Dies entspricht einem Einkommensnachteil von 16,0 Prozent fĂŒr Arbeitnehmerinnen. Im Jahr 2025 hatte diese Differenz noch bei 17,12 Prozent gelegen.
Den Daten von kununu zufolge manifestiert sich die Gehaltsschere bereits zu Beginn des Erwerbslebens: Beim Berufseinstieg verdienen Frauen im Schnitt 12,4 Prozent weniger als MÀnner. Bei einer Berufserfahrung von drei bis sechs Jahren wÀchst der Abstand auf 13,5 Prozent und liegt nach mehr als zehn Jahren im Beruf bei 19,5 Prozent.
Im ersten Berufsjahr verzeichnen Frauen lediglich in einzelnen Bereichen einen Gehaltsvorsprung gegenĂŒber mĂ€nnlichen Kollegen, darunter im Gastronomie-Service mit einem Plus von 4,1 Prozent, in der Logistik mit 3,1 Prozent, im IT-Support mit 2,1 Prozent sowie bei kaufmĂ€nnischen Angestellten mit 0,2 Prozent.
DemgegenĂŒber starten Customer-Service-Managerinnen mit einem Minus von 14,7 Prozent und Einsteigerinnen im Vertrieb mit 15,0 Prozent RĂŒckstand. Ăber den weiteren Berufsverlauf hinweg bleiben Frauen im IT-Support mit 0,8 Prozent und in der Buchhaltung mit 0,7 Prozent knapp im Vorteil, wĂ€hrend im Vertrieb ein Minus von 19,9 Prozent verzeichnet wird.
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Auch zwischen den Wirtschaftszweigen variiert die Einkommens lĂŒcke stark. Nach den kununu-Daten zeigen sich die geringsten Unterschiede im Tourismus mit 0,1 Prozent, im Maschinenbau mit 6,0 Prozent, im Bereich Druck und Verpackung mit 7,2 Prozent sowie in der Automobilbranche mit 9,6 Prozent und bei Bau und Architektur mit 9,8 Prozent.
Die gröĂten LĂŒcken bestehen in der Telekommunikation mit 18 Prozent, im Bildungswesen mit 17,2 Prozent, bei Dienstleistungen mit 16,7 Prozent, im Versicherungswesen mit 16,4 Prozent und bei Banken mit 16,2 Prozent.
Regionale Diskrepanzen und Vollzeitberechnungen der Arbeiterkammer
Die Arbeiterkammer Oberösterreich ermittelte auf Basis der Lohnsteuerstatistik der Statistik Austria aus dem Jahr 2024 fĂŒr ganzjĂ€hrig VollzeitbeschĂ€ftigte eine bundesweite Lohnschere von 15,5 Prozent nach 16,3 Prozent im Jahr 2025. MĂ€nner kamen dabei auf durchschnittlich 67.988 Euro brutto im Jahr, wĂ€hrend vollzeitbeschĂ€ftigte Frauen 10.542 Euro weniger bezogen.
Regional verlĂ€uft die Entwicklung uneinheitlich, was sich in unterschiedlichen Stichtagen der BundeslĂ€nder niederschlĂ€gt. Die gröĂte Differenz verzeichnet Vorarlberg, wo der regionale Equal Pay Day bereits am 13. Oktober stattfand und die LĂŒcke 21,7 Prozent betrĂ€gt. Es folgen Oberösterreich am 23. Oktober, Tirol am 26. Oktober, Salzburg am 29. Oktober, die Steiermark am 30. Oktober, KĂ€rnten am 3. November und Niederösterreich am 4. November. Im Burgenland fĂ€llt der Termin auf den 7. November, wĂ€hrend Wien mit einer LĂŒcke von 10,6 Prozent den 23. November erreicht.
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Gesetzliche Lohntransparenz auf Bundesebene blockiert
Vor dem Hintergrund der bestehenden Differenzen verschÀrft sich die Debatte um die rechtlichen Rahmenbedingungen. Die Frist zur nationalen Umsetzung der EU-Entgelttransparenzrichtlinie ist am 7. Juni 2026 verstrichen.
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