Ergotherapeuten-Mangel, Stellen

Ergotherapeuten-Mangel: 43 offene Stellen allein in einer Region

30.05.2026 - 13:48:40 | boerse-global.de

Der Bedarf an therapeutischem Personal steigt rasant. Allein in einer Region sind 43 Ergotherapie-Stellen unbesetzt.

Ergotherapeuten-Mangel: 43 offene Stellen allein in einer Region - Foto: über boerse-global.de
Ergotherapeuten-Mangel: 43 offene Stellen allein in einer Region - Foto: über boerse-global.de

Besonders Ergotherapeuten sind Ende Mai 2026 heiß begehrt. Der Fachkräftemangel in der Alten- und Krankenpflege verschärft die Situation zusätzlich.

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43 offene Stellen allein in einer Region

Am 29. Mai verzeichneten Stellenportale für den Raum Plauen und Umkreis 43 offene Positionen für Ergotherapeuten. Die Arbeitgeber reichen von lokalen Praxen wie der Ergotherapie-Praxis Katja Sandler in Auerbach bis zu überregionalen Anbietern wie den ASR Rehabilitationszentren.

Auch in Berlin bleibt der Bedarf hoch. Bereits am 27. Mai suchte ein dortiges Unfallkrankenhaus unbefristet Ergotherapeuten – in Voll- und Teilzeit. Der Trend: Therapeutische Angebote werden direkt in die klinische Versorgung integriert, um Mobilität und Selbstständigkeit der Patienten frühzeitig zu fördern.

Demografischer Wandel treibt den Bedarf

Der steigende Bedarf hängt direkt mit der alternden Bevölkerung zusammen. In Brandenburg sind über 25 Prozent der Menschen 65 Jahre oder älter. Die Prognosen zeigen die Dimension der Herausforderung: Waren 2023 rund 214.000 Menschen pflegebedürftig, steigt die Zahl bis 2030 auf 227.000 und bis 2040 auf 253.000.

Gleichzeitig wächst die Fachkräftelücke. Experten rechnen in Brandenburg bis Ende des Jahrzehnts mit 3.000 fehlenden Pflegefachkräften – bis 2040 sogar 6.000. Ergotherapeuten übernehmen eine Schlüsselrolle bei Sturzprävention und kognitivem Training. Der allgemeine Personalmangel verschärft daher auch die Lage in den therapeutischen Berufen.

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Neue Einrichtungen trotz Personalnot

Die Träger investieren dennoch in spezialisierte Einrichtungen. Am 29. Mai öffnete in Bielefeld-Eckardtsheim das „Haus Levi“ – eine Bethel-Einrichtung mit 80 Plätzen für Schwerstpflegebedürftige. Ein geschlossener Bereich für Demenzpatienten zeigt den Bedarf an spezifischen Therapiekonzepten vor Ort.

Die ambulante Versorgung setzt ebenfalls Qualitätsstandards. Ein Ranking vom 29. Mai kürte die Caritas Altenhilfe Berlin zur Nummer eins unter den 50 größten ambulanten Pflegeorganisationen. Mit einer Bewertung von 1,04 liegt sie deutlich über dem Durchschnitt von 1,42 und versorgt täglich 2.800 Menschen.

Indische Pflegekräfte und KI als Lösung

Um dem Fachkräftemangel zu begegnen, setzen Verantwortliche auf internationale Rekrutierung. In Brandenburg startete im Frühjahr 2026 das Pilotprojekt „German Nursing Certificate“. Am 29. Mai begrüßte Gesundheitsminister René Wilke fünf Pflegekräfte aus Indien – nach einer Vorauswahl aus 22 Bewerberinnen und 120-stündiger Zusatzqualifikation. Voraussetzung: Sprachniveau B2.

Technologische Lösungen rücken ebenfalls in den Fokus. Die Barmer in Schleswig-Holstein fordert Ende Mai 2026 den verstärkten Einsatz Künstlicher Intelligenz in der Pflege. KI-gestützte Systeme zur Sturzerkennung oder Trinkmengenüberwachung könnten das Personal entlasten. Die Devise: Technik ergänzt den Menschen, ersetzt ihn aber nicht.

Präventive Angebote gewinnen parallel an Bedeutung. In Bernau bei Berlin startet Anfang Juni ein neuer Kurs für Aktivierung und Entspannung im Pflegealltag. Die Botschaft: Gesundheitsförderung gilt für Patienten und Personal gleichermaßen.

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