Großbritannien, Deutschland

Großaktionär Frasers will Hugo Boss übernehmen

10.06.2026 - 19:13:27 | dpa.de

Erst Streit, jetzt Übernahmepläne: Frasers greift nach Hugo Boss. Die Aktie reagiert sofort – wie beeinflusst das die Machtverhältnisse in Metzingen?

Hugo Boss-Aktie steigt nach Frasers-Offerte deutlich - Bild: Bernd Weißbrod/dpa
Hugo Boss-Aktie steigt nach Frasers-Offerte deutlich - Bild: Bernd Weißbrod/dpa

Der Großaktionär Frasers Group will den schwäbischen Modehersteller Hugo Boss übernehmen. Frasers will im Rahmen eines freiwilligen öffentlichen Übernahmeangebots 38 Euro je Boss-Aktie bieten, wie das Unternehmen am Mittwochabend nach Börsenschluss mitteilte. Das Angebot gilt für alle Aktien, die Frasers nicht bereits selbst besitzt. Zuletzt kamen die Briten auf einen direkten Anteil von 25 Prozent. Die Hugo-Boss-Aktie sprang nachbörslich auf der Handelsplattform Tradegate nach der Mitteilung um zeitweise mehr als sechs Prozent auf über 38 Euro nach oben.

Zwischen dem Großaktionär und der Führungsspitze von Hugo Boss war es in jüngerer Zeit zu Unstimmigkeiten gekommen. So hatte Frasers dem Aufsichtsratschef Stephan Sturm im Dezember das Vertrauen entzogen. Streit gab es unter anderem um die Dividendenzahlung. Frasers ruderte jedoch am Dienstag zurück und drückte Unterstützung für Sturm und Dividendenpolitik aus. 

In einer Stimmrechtsmitteilung aus dem Juli vergangenen Jahres hieß es, dass Frasers auch über Finanzinstrumente für Hugo-Boss-Aktien verfüge. Bei Überschreiten der Schwelle von 30 Prozent der Anteile müsste Frasers ein Pflichtangebot an die restlichen Aktionäre unterbreiten.

de | wirtschaft | 69515922 |

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