Erste-Hilfe-Kurse: DRK Westfalen-Lippe schult ab 2027 Ausbilder für Inklusion
Veröffentlicht am: 29.10.2026 um 10:30 Uhr | Redaktion boerse-global.deIn Recklinghausen setzt ein neues Ausbildungsformat auf Barrierefreiheit in der Notfallvorsorge: Bei einem inklusiven Erste-Hilfe-Kurs erlernen gehörlose und hörende Menschen gemeinsam lebensrettende Sofortmaßnahmen.
Wie der WDR berichtete, übte unter anderem eine gehörlose Teilnehmerin die Herz-Lungen-Wiederbelebung an einer speziell ausgestatteten Trainingspuppe. Diese macht den für eine effektive Herzdruckmassage erforderlichen Druck über ein Klack-Geräusch direkt fühlbar, sodass die korrekte Ausführung auch ohne akustische Rückmeldung wahrgenommen werden kann.
Das Kurskonzept verbindet gezielte technische Hilfsmittel mit personeller Unterstützung, um Menschen mit Sinneseinschränkungen einen gleichberechtigten Zugang zu lebensrettenden Fertigkeiten zu ermöglichen.
Gebärdensprachdolmetscher begleiten die praktische Anleitung
Geleitet wurde der Kurs von Markus Pohl, der sich ehrenamtlich beim Deutschen Roten Kreuz engagiert. Um die Inhalte barrierefrei zu vermitteln, übersetzten zwei Gebärdendolmetscherinnen die Ausführungen des Kursleiters für die gehörlosen Teilnehmenden. Die Initiative für das inklusive Angebot ging von Barbara Ehnert aus, Referentin bei der Stadt Recklinghausen.
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Die Resonanz auf das Vorhaben fiel hoch aus: Der nachfolgende Kurs für das Jahr 2027 ist nach Angaben der Verantwortlichen bereits vollständig ausgebucht. Dies verdeutlicht den erheblichen Bedarf an Lehrgängen, die auf spezifische Kommunikationsanforderungen von Menschen mit Behinderungen zugeschnitten sind.
DRK plant ab 2027 Ausbilder-Schulungen in Westfalen-Lippe
In Nordrhein-Westfalen stellen derartige barrierefreie Lehrgänge bisher eine Seltenheit dar. Das Deutsche Rote Kreuz Westfalen-Lippe bereitet jedoch eine Ausweitung vor. Nach Angaben von DRK-Pressesprecherin Claudia Zebandt wird der Landesverband ab dem Jahr 2027 Schulungen für Ausbilder anbieten. Im Anschluss an diese Qualifizierungsmaßnahmen dürften inklusive Lehrgänge voraussichtlich eine weitere Verbreitung finden.
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Auch in anderen Regionen entstehen vereinzelt barrierefreie Angebote. So existiert etwa in Kaiserslautern ein Erste-Hilfe-Angebot für behinderte Menschen in einfacher Sprache, das neben barrierefreien Rahmenbedingungen auch Verpflegung und ein anerkanntes Zertifikat umfasst. Die Entwicklungen zeigen, dass Hilfsorganisationen zunehmend darauf hinarbeiten, Zugangsbarrieren bei lebensrettenden Schulungen abzubauen.
