ESG-Richtlinien, USA

ESG-Richtlinien: USA fordern EU zur Überarbeitung von CSRD und CSDDD auf

Veröffentlicht am: 20.08.2026 um 13:52 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Washington verlangt von der EU-Kommission eine grundlegende Überarbeitung der Nachhaltigkeits- und Lieferkettenrichtlinien, um US-Unternehmen zu entlasten.

US-Regierung kritisiert EU-Nachhaltigkeitspaket: Forderungen an Brüssel
Ein leerer Konferenztisch in einem modernen Bürogebäude mit Blick auf die Skyline von Brüssel bei Dämmerung. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

In einem offiziellen Beschwerdebrief an die Europäische Kommission hat die US-Mission bei der Europäischen Union deutliche Kritik am sogenannten Omnibus-Paket geäußert.

Die US-Regierung fordert die EU-Kommission darin auf, die Richtlinie zur Nachhaltigkeitsberichterstattung (CSRD) sowie die Lieferkettenrichtlinie (CSDDD) grundlegend zu überarbeiten. Nach Einschätzung der US-Seite stellen die aktuellen Regelungen kostspielige und belastende Verpflichtungen für US-amerikanische Unternehmen dar.

US-Botschafter Andrew Puzder unterstrich die Dringlichkeit der Forderungen. Er gab zu bedenken, dass die Richtlinien in ihrer derzeitigen Form sowohl europäische als auch außereuropäische Unternehmen jeglicher Größe belasten würden, sofern die Europäische Union ihren Kurs nicht korrigiere. Laut Puzder seien es am Ende die europäischen Verbraucher, welche die wirtschaftlichen Folgen und die damit verbundenen Kosten zu tragen hätten.

Konkret drängt die US-Regierung darauf, die Anwendung der ESG-Regularien auf Tochtergesellschaften innerhalb der Europäischen Union zu beschränken. Ein zentraler Streitpunkt ist zudem die Berechnung von Sanktionen.

Hier fordert Washington ein ausdrückliches Verbot von Strafen, die auf Umsätzen basieren, welche außerhalb Europas erwirtschaftet wurden. Die US-Regierung verwies in diesem Zusammenhang auf das Turnberry-Abkommen aus dem Jahr 2025, welches explizit darauf ausgelegt sei, Handelsbarrieren zwischen den Partnern abzubauen.

Die zur Debatte stehenden Richtlinien sehen weitreichende Compliance-Anforderungen vor. Die CSRD betrifft Unternehmen mit mindestens 1.000 Mitarbeitern und einem Jahresumsatz von mindestens 450 Millionen Euro.

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Die Anforderungen der Lieferkettenrichtlinie CSDDD greifen hingegen bei Unternehmen mit mindestens 5.000 Beschäftigten und einem Umsatz von mindestens 1,5 Milliarden Euro. Die umfassenden Berichtspflichten für die betroffenen Konzerne sollen nach aktuellem Stand ab dem Jahr 2029 wirksam werden.

Neben den wirtschaftlichen Aspekten verknüpfte US-Botschafter Andrew Puzder die Kritik mit strategischen Sicherheitsinteressen. Er warnte die Europäische Union vor einer potenziellen technologischen Entkopplung.

Insbesondere im Bereich der Künstlichen Intelligenz (KI) forderte er eine engere Zusammenarbeit ein, um den Herausforderungen durch China gemeinsam zu begegnen. Puzder ordnete die aktuelle Situation als eine Form des technologischen Krieges mit China im Bereich der KI ein, weshalb eine transatlantische Abstimmung bei regulatorischen Eingriffen unerlässlich sei.

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Die Reaktion der EU-Kommission auf das Schreiben der US-Mission steht derzeit noch aus. Wirtschaftsverbände beobachten die Entwicklung mit Blick auf die transatlantischen Handelsbeziehungen und die künftige Ausgestaltung der europäischen Nachhaltigkeitsgesetzgebung sehr genau.

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