ESRS, Compliance-Lasten

ESRS 2.0: EU senkt Compliance-Lasten um 70 Prozent ab 2027

Veröffentlicht: 09.07.2026 um 13:47 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Die EU-Kommission verabschiedet stark vereinfachte Nachhaltigkeitsstandards. Die Anzahl der Pflichtangaben sinkt um über 60 Prozent.

EU beschließt ESRS 2.0: Deutlich weniger Bürokratie für Unternehmen
ESRS - Abstrakte Darstellung von vernetzten Datenpunkten und Linien, die Komplexität und Vereinfachung in der Nachhaltigkeitsberichterstattung symbolisieren. 09.07.2026 - Bild: über boerse-global.de

0 verabschiedet. Unternehmen dürfen sich über deutlich weniger Bürokratie freuen.

Das Omnibus-I-Paket vom 3. Juli 2026 bringt massive Erleichterungen. Die Anzahl der Pflicht-Datenpunkte sinkt um über 60 Prozent. Das Gesamtvolumen der Berichte reduziert sich um mehr als 70 Prozent. Für die betroffenen Firmen bedeutet das eine Kostenersparnis von über 30 Prozent.

Weniger Firmen, einfachere Regeln

Die neuen Standards gelten ab dem Geschäftsjahr 2027. Betroffen sind nur noch Unternehmen mit mehr als 1.000 Mitarbeitern und über 450 Millionen Euro Umsatz. Schätzungen zufolge sind das rund 5.000 Firmen.

Kleinere Betriebe können einen freiwilligen Standard nutzen. Die delegierten Rechtsakte liegen nun beim Europäischen Parlament und Rat – die haben zwei Monate Zeit zur Prüfung.

Südkorea prescht vor

Parallel dazu hat Südkorea am 8. Juli 2026 seinen Fahrplan für die ESG-Offenlegung vorgestellt. Ab 2028 müssen an der KOSPI-Börse gelistete Großunternehmen mit einer Bilanzsumme von mindestens 10 Billionen Won (ca. 6,6 Milliarden US-Dollar) Nachhaltigkeitsberichte vorlegen.

Die Berichte werden Teil der Geschäftsberichte und müssen bis Ende März eingereicht werden. Eine dreijährige „Safe Harbor“-Regelung schützt Unternehmen vor rechtlichen Konsequenzen bei unbeabsichtigten Fehlern. Vorsätzliches Greenwashing bleibt aber explizit ausgeschlossen. Ab 2030 ist eine Prüfung durch Dritte Pflicht.

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Die EU senkt die Compliance-Lasten um 70 Prozent – doch das OLG Köln zeigt mit seinem Lufthansa-Urteil, dass Greenwashing-Risiken bleiben. Wer jetzt interne Kontrollsysteme aufbaut, spart Kosten und vermeidet Klagen. Jetzt ESRS-2.0-Report anfordern

Datenqualität wird zum entscheidenden Faktor

Trotz der Erleichterungen in Europa mahnen Experten zur Vorsicht. Ein Vertreter von Samjong KPMG betont: Unternehmen müssen ihre Nachhaltigkeitsberichterstattung auf das Niveau der Finanzberichterstattung heben. Das betrifft vor allem interne Kontrollsysteme und eine robuste Governance für die Datenerhebung.

Die Dringlichkeit zeigt ein aktuelles Urteil des Oberlandesgerichts Köln vom 8. Juli 2026 (Az. 6 U 68/25). Es untersagte der Lufthansa eine Werbung mit sofortiger CO2-Reduktion durch nachhaltige Flugkraftstoffe. Der Grund: Die Kraftstoffe werden zeitversetzt eingespeist – der Eindruck einer unmittelbaren Kompensation ist irreführend.

Strengere Regeln ab September

Ab Ende September 2026 verschärft die EU-Richtlinie zur Stärkung der Verbraucher für den grünen Wandel (EmpCo) die Anforderungen an umweltbezogene Werbeaussagen weiter.

Einige Unternehmen bereiten sich bereits freiwillig vor. Der Verpackungsspezialist Gerresheimer legte im Juli 2026 einen ersten auditierten Nachhaltigkeitsbericht nach CSRD-Vorgaben vor. Das Ergebnis: eine Senkung der CO2-Emissionen (Scope 1 und 2) um 31 Prozent gegenüber 2019.

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Ab September 2026 verschärft die EmpCo-Richtlinie die Anforderungen an Umweltwerbung. Unternehmen mit mehr als 1.000 Mitarbeitern müssen ab 2027 nach ESRS 2.0 berichten – mit 60% weniger Datenpunkten, aber höheren Qualitätsanforderungen. Dieser Report liefert die entscheidende Checkliste. ESRS-2.0-Checkliste jetzt sichern

Nationale Forderungen werden lauter

In Deutschland fordert das Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) weitere Entlastungen – etwa bei der latenten Steuerbilanzierung für mittelgroße Firmen. In der Schweiz wächst der politische Druck: Zivilgesellschaftliche Organisationen fordern mutigere Schritte bei der Kreislaufwirtschaft und dem Abbau umweltschädlicher Subventionen. Ein Länderbericht zur Agenda 2030 soll Mitte Juli vor der UNO präsentiert werden.

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