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EU AI Act ab Juli: Geschäftsführer haften persönlich für KI-Fehler

03.07.2026 - 23:29:29 | boerse-global.de

Verschärfte EU-Vorgaben, der AI Act und die digitale Betriebsprüfung treiben die Transformation der Lohnabrechnung voran. Unternehmen müssen bis 2027 umfassend umstellen.

HR-Digitalisierung: Neue EU-Regeln und KI-Gesetz zwingen Firmen zum Handeln
Act - Ein gestresster Geschäftsführer prüft Dokumente auf einem Tablet, das KI-Code anzeigt, vor dem Hintergrund eines digitalen Netzwerkmusters. 03.07.2026 - Bild: über boerse-global.de

Neue EU-Regeln, der AI Act und die elektronische Betriebsprüfung zwingen HR-Abteilungen zum Handeln.

Frist verpasst, Druck bleibt

Deutschland hat die Umsetzung der EU-Entgelttransparenzrichtlinie verschleppt. Die offizielle Frist war der 7. Juni 2026 – verstrichen. Doch der erste Berichtsstichtag rückt unaufhaltsam näher: Am 7. Juni 2027 müssen Unternehmen erstmals umfassend über das geschlechtsspezifische Lohngefälle Auskunft geben.

Startups wittern ihre Chance. Die Plattform CompLens etwa automatisiert Pay-Gap-Analysen und Stellenbewertungen per KI. Solche Tools ersetzen teure manuelle Beratung. Der Haken: Der Vollzugriff kostet rund 5.990 Euro pro Jahr.

Betriebsprüfung wird digital – und gnadenloser

Die elektronisch unterstützte Betriebsprüfung (euBP) setzt auf KI. Ab dem 1. Januar 2027 müssen alle entgeltrelevanten Unterlagen digital und maschinell auswertbar sein. Die bisherige Befreiungsmöglichkeit? Läuft am 31. Dezember 2026 aus.

Die digitale Personalakte wird damit zur Pflicht – nicht zur Kür. Revisionssicherheit und Datenschutz sind das eine. Der größere Hebel: Automatisierte Prüfverfahren der Behörden machen Lohnsteuerhaftungen für Arbeitgeber präziser nachvollziehbar.

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SAP-Kunden vor strategischer Entscheidung

Für Anwender von SAP-Systemen tickt die Uhr. Die reguläre Wartung für SAP ERP HCM endet 2027. Eine kostenpflichtige Verlängerung bis 2030 ist möglich – aber keine Dauerlösung.

Die Wahl: On-Premises (SAP HCM for S/4HANA, Support bis 2040) oder Cloud-Wechsel zu SuccessFactors. Cloud-Modelle gelten als kosteneffizienter und bieten schnelleren Zugriff auf KI-Funktionen. Branchenanalysten warnen: Das ist keine reine IT-Entscheidung, sondern eine Governance-Frage.

Reformpaket: Krankschreibung, Befristung, Steuern

Anfang Juli 2026 hat die Bundesregierung ein umfassendes Reformpaket beschlossen:

  • Die telefonische Krankschreibung fällt weg
  • Attestpflicht gilt künftig ab dem ersten Krankheitstag
  • Sachgrundlose Befristungen sollen auf bis zu vier Jahre verlängert werden können
  • Ab 2027: Steuererleichterungen bei Sonn- und Feiertagszuschlägen

Parallel dazu konkretisiert sich die Arbeitszeiterfassung. Nach grundlegenden Gerichtsurteilen wird für Herbst 2026 eine gesetzliche Reform erwartet. Erfasst werden müssen Beginn, Ende und Dauer der Arbeit. Bei Verstößen drohen Bußgelder bis zu 30.000 Euro.

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EU AI Act: Persönliche Haftung für Geschäftsführer

Seit dem 1. Juli 2026 gilt der EU AI Act. Die Regeln für KI-Systeme sind streng – und die Strafen saftig. Geschäftsführer haften persönlich bei Verstößen gegen Cybersicherheitsauflagen oder beim Einsatz verbotener KI-Praktiken.

Die möglichen Strafzahlungen: bis zu 10 Millionen Euro oder ein prozentualer Anteil am weltweiten Jahresumsatz. Neue Transparenzpflichten für synthetische Inhalte und Fristen für Hochrisiko-KI-Systeme (teils bis Ende 2027) zwingen Unternehmen zur genauen Bestandsaufnahme ihrer Technologien.

Experten raten zum systematischen Aufbau von KI-Kompetenz im Unternehmen. Sonst wird es teuer.

Wirtschaftliche Rahmendaten

Die Renten stiegen zum 1. Juli 2026 um 4,24 Prozent. Die Arbeitslosenquote lag im Mai 2026 bei 6,3 Prozent – rund 2,95 Millionen Menschen waren ohne Job. Diese Zahlen beeinflussen die Personalplanung und die Kostenstrukturen in den Unternehmen maßgeblich.

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