Act, Regeln

EU AI Act: Neue Regeln für Transparenz und Deepfakes ab August

04.07.2026 - 00:36:56 | boerse-global.de

Der EU-Rat verabschiedet das Omnibus-VII-Paket. Unternehmen erhalten Aufschübe für Hochrisiko-KI, müssen aber ab August 2026 Transparenzregeln beachten.

EU AI Act: Omnibus-VII-Paket bringt neue Fristen und Pflichten
Act - Abstrakte Darstellung von künstlicher Intelligenz und Daten mit leuchtenden neuronalen Netzwerken und einem zentralen Kern. 04.07.2026 - Bild: über boerse-global.de

Juni das Omnibus-VII-Paket verabschiedet. Die Anpassungen am EU AI Act bringen Unternehmen teilweise mehr Zeit – aber nicht überall.

Zeitlicher Aufschub für Hochrisiko-Anwendungen

Für eigenständige Hochrisiko-KI-Systeme nach Anhang III der Verordnung gilt nun eine Frist bis zum 2. Dezember 2027. Noch mehr Zeit bekommen Hersteller von KI-Sicherheitskomponenten: Sie müssen die Vorgaben erst bis zum 2. August 2028 umsetzen.

Doch der Aufschub entlastet Unternehmen nur bedingt. Seit dem 1. Juli gelten grundlegende Anforderungen parallel zu anderen Digitalgesetzen wie der NIS2-Richtlinie. Und ab August 2026 wird die Pflicht zur KI-Kompetenz in Organisationen durchsetzbar.

Transparenzpflichten und neue Verbote ab Ende 2026

Unabhängig von der Risikoklassifizierung greifen ab dem 2. August umfassende Transparenzpflichten nach Artikel 50. Anbieter und Betreiber müssen dann KI-Interaktionen und KI-generierte Inhalte klar kennzeichnen – besonders bei Deepfakes, Emotionserkennung und biometrischer Kategorisierung.

Ab dem 2. Dezember folgen verschärfte Verbote: Nudification-Tools und intime Deepfakes ohne Einwilligung werden dann illegal. Auch bestehende KI-Systeme müssen bis dahin die Transparenzvorgaben erfüllen. Die EU-Kommission hat bereits im Juni einen Verhaltenskodex zur Kennzeichnung veröffentlicht.

Anzeige

Wer die neuen Transparenzpflichten ab August 2026 nicht fristgerecht umsetzt, riskiert Bußgelder bis 35 Mio. Euro. Dieser Report liefert die konkrete Checkliste für Artikel 50 – von Deepfake-Kennzeichnung bis zur Haftungs-Risikoanalyse. Jetzt kostenlosen Compliance-Report anfordern

Nationale Aufsichtsbehörden formieren sich

Die Mitgliedstaaten bauen parallel ihre Kontrollinstanzen auf. Irland hat die „Regulation of AI Bill 2026" eingebracht – ein unabhängiges „AI Office of Ireland" soll entstehen, das auch regulatorische Sandboxes für Start-ups bereitstellt. Die Verabschiedung ist noch vor August geplant.

Spanien setzt auf die bestehende Behörde AESIA als Hauptaufsicht, teilt aber Kompetenzen auf: Der Generalrat der rechtsprechenden Gewalt überwacht KI in der Strafverfolgung, AESIA bleibt für KI in demokratischen Prozessen zuständig. In Deutschland hat am 2. Juli eine neue KI-Taskforce ihre Arbeit aufgenommen – mit geplanter Kooperation zum britischen KI-Sicherheitsinstitut.

Haftungsrisiken und Sanktionsrahmen

Anzeige

Ab August 2026 sind KI-generierte Inhalte ohne Kennzeichnung illegal – das betrifft auch Chatbots und Übersichten. Das Landgericht München I hat bereits die Haftung von Plattformbetreibern bestätigt. Sichern Sie sich die Muster-Kennzeichnung nach Art. 50 und die aktuelle Sanktions-Risikoanalyse. Muster-Kennzeichnung jetzt sichern

Die Gerichte ziehen bereits nach. Das Landgericht München I bestätigte Ende Mai die Haftung eines Plattformbetreibers für KI-generierte Übersichten. Das Oberlandesgericht Hamm rechnete im Mai Chatbot-Fehler direkt dem Betreiber zu.

Die finanziellen Risiken sind enorm: Bußgelder von bis zu 35 Millionen Euro oder 7 Prozent des weltweiten Jahresumsatzes drohen. Bei Cybersicherheitsverstößen können Geschäftsführer nach dem Betriebssicherheitsgesetz persönlich haften. Für Gesundheitsunternehmen endete die NIS2-Registrierungspflicht bereits im März – ein Zeichen für die wachsende Verzahnung von KI- und IT-Sicherheitsregulierung.

de | wirtschaft | 69683396 |