EU-CBAM, Kanada

EU-CBAM: Kanada verhandelt über mögliche Milliardenentlastung für Exporteure

Veröffentlicht am: 01.11.2026 um 19:15 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Eine Anerkennung des kanadischen CO2-Preises könnte Metallausfuhren entlasten; konkrete Anrechnung und Umsetzung bleiben noch offen.
Ein industrielles Stahlwerk in der Morgendämmerung, das die Produktion von Metallen und die industrielle Landschaft symbolisiert. Illustration mit AI erstellt.

Beim EU-Kanada-Gipfel in Montreal vom 29. bis 30. Oktober 2026 berieten beide Seiten intensiv über die gegenseitige Anerkennung von CO2-Preisen sowie über die wirtschaftlichen Auswirkungen des europäischen Grenzausgleichssystems CBAM (Carbon Border Adjustment Mechanism). Für die Regierung in Ottawa zählte das EU-CBAM zu den drei prioritären Handelsproblemen in den bilateralen Beziehungen.

Milliardenentlastung für kanadische Metallausfuhren möglich

In den Verhandlungen erzielten die Europäische Union und Kanada substanzielle Fortschritte bei den Regelungen zum Grenzausgleich und zur CO2-Bepreisung. Sollte die EU das kanadische Preissystem für CO2 anerkennen, könnte dies kanadischen Exporteuren von Stahl und Aluminium potenzielle Zollbelastungen in Milliardenhöhe ersparen.

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Wie Global Affairs Canada darlegte, sind jährlich Waren im Wert von 2,8 Mrd. US-Dollar dem europäischen CO2-Zoll ausgesetzt. Diese Zahl beruht auf dem Durchschnitt der Handelsdaten aus den Jahren 2021 bis 2024. Betroffen sind vor allem Metalle, die auf internationalen Märkten bereits mit US-Zöllen konfrontiert sind.

Bislang greift für kanadische Exporte keine Ausnahme von den CBAM-Vorschriften, da der kanadische CO2-Markt nicht mit dem europäischen System verknüpft ist. Inwieweit einzelne Exportgüter künftig entlastet werden, hängt nach Angaben beider Seiten von der konkreten praktischen Anwendung einer Anerkennung ab.

Zeitplan für die Umsetzung bis Herbst 2027

Der kanadische Premier Mark Carney sprach von gemeinsamen Lösungen beim Thema der europäischen CO2-Zölle auf kanadische Industrieerzeugnisse wie Eisenerz, Stahl, Aluminium und Zement. Der Botschafter Kanadas, Jonathan Wilkinson, erklärte, die Europäische Union werde den kanadischen CO2-Preis anerkennen.

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Allerdings bleibe die genaue Höhe der tatsächlichen Anrechnung vorerst unklar. Zudem sei eine formale Umsetzung der Vereinbarungen bis etwa September oder Oktober 2027 erforderlich, um den Anforderungen der Regelwerke zu entsprechen.

Nach Angaben der EU-Kommission läuft das Grenzausgleichssystem derzeit noch auf einem niedrigen Niveau. Die vollständige Umsetzung des europäischen CBAM ist für das Jahr 2034 vorgesehen. Die nun angestoßene Abstimmung soll sicherstellen, dass bestehende Klimaschutzinstrumente beider Wirtschaftsräume besser ineinandergreifen, ohne den transatlantischen Warenhandel unverhältnismäßig zu belasten.

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