EU-Fischerei: Kommission plant Kurswechsel bis 2040
Veröffentlicht am: 20.10.2026 um 18:31 Uhr | dpa, AD HOC NEWSFischereistrategie reicht bis 2040
- EU-Fischereikommissar Costas Kadis stellte die Strategie in StraĂburg vor.
- Bis 2029 soll die digitale RĂŒckverfolgbarkeit entlang der Lieferkette gefördert werden.
- Im kommenden Jahr ist eine Strategie zur Gewinnung junger BeschÀftigter geplant.
EU-Kommission plant Fischereikurs bis 2040
Die EU-Kommission will Fischfang und Aquakultur in den kommenden 15 Jahren widerstandsfĂ€higer und nachhaltiger machen. Ihre Strategie bis 2040 sieht unter anderem modernere Flotten, weniger Beifang, UnterstĂŒtzung fĂŒr kleine Betriebe und einen besseren Schutz vor unfairer globaler Konkurrenz vor.
EU-Fischereikommissar Costas Kadis stellte die PlĂ€ne in StraĂburg vor und verwies auf schwankende Energiekosten, den Klimawandel, rĂŒcklĂ€ufige FischbestĂ€nde, die Konkurrenz um Meeresraum und eine alternde Belegschaft.
Effizientere Schiffe und digitale Herkunftsnachweise
Die Kommission will Investitionen in effizientere und klimafreundlichere Schiffe fördern. Zugleich sollen Verbraucher stĂ€rker zum Kauf von Fisch und MeeresfrĂŒchten aus der EU bewegt werden.
DafĂŒr will die Kommission bis 2029 eine digitale RĂŒckverfolgbarkeit aller Produkte entlang der Lieferkette fördern. Gemeinsam mit der Branche sollen auĂerdem neue Lösungen gegen unerwĂŒnschten Beifang entwickelt werden.
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Beifang bleibt ein ungelöstes Problem
Die bisherige Verpflichtung, alle gefangenen regulierten Arten anzulanden, habe nach EinschĂ€tzung der Kommission nicht die erhofften Ergebnisse gebracht. KĂŒnftig sollen neue Technologien und eine umfassendere Dokumentation der FĂ€nge dabei helfen, Beifang zu vermeiden und die tatsĂ€chlichen Fangmengen besser zu erfassen.
Branche sucht Nachwuchs
Im kommenden Jahr will die Kommission eine Strategie vorlegen, um mehr junge Menschen fĂŒr die Fischerei und Aquakultur zu gewinnen. Nach Angaben der Kommission arbeiten in dem Sektor mehr als 200.000 Menschen in der EU.
Weitere BeschÀftigte kommen in Verarbeitung, Handel und Vertrieb hinzu. Konkrete GesetzesvorschlÀge zur Umsetzung der Strategie stehen noch aus.
Die Strategie fĂ€llt in eine Phase, in der die europĂ€ische Fischerei zugleich ökologischen und wirtschaftlichen Belastungen ausgesetzt ist. Steigende und schwankende Energiekosten verteuern den Betrieb von Schiffen, wĂ€hrend verĂ€nderte Meeresbedingungen und rĂŒcklĂ€ufige BestĂ€nde die Planung erschweren. Hinzu kommt, dass Fischereifahrzeuge mit anderen Nutzungen des Meeresraums konkurrieren, etwa mit Schifffahrt, Energiegewinnung und Naturschutz.
Der angekĂŒndigte Kurs verbindet deshalb Klimapolitik mit Industrie- und Strukturpolitik. Effizientere Schiffe und neue Technologien sollen den Energieverbrauch und unerwĂŒnschte FĂ€nge senken. Die geplante digitale RĂŒckverfolgbarkeit kann zugleich die Herkunft von Produkten transparenter machen und den Absatz europĂ€ischer Ware unterstĂŒtzen. FĂŒr Verbraucher wird damit kĂŒnftig leichter nachvollziehbar, woher Fisch und MeeresfrĂŒchte stammen.
Offene Umsetzung
Entscheidend wird sein, wie die Kommission ihre Ziele in verbindliche Regeln, Förderprogramme und ĂŒberprĂŒfbare Vorgaben ĂŒbersetzt. Noch liegen keine konkreten GesetzesvorschlĂ€ge vor. Gerade kleinere Betriebe benötigen Zugang zu Investitionen und praktikable Verfahren, damit zusĂ€tzliche Dokumentationspflichten nicht zu einer unverhĂ€ltnismĂ€Ăigen Belastung werden.
Die soziale Dimension ist ebenfalls erheblich: Mit mehr als 200.000 BeschĂ€ftigten in Fischerei und Aquakultur betrifft der Wandel eine groĂe Zahl von ArbeitsplĂ€tzen, zu denen weitere Stellen in Verarbeitung, Handel und Vertrieb kommen. Die fĂŒr 2027 angekĂŒndigte Nachwuchsstrategie soll den FachkrĂ€ftemangel angehen. FĂŒr die Branche wird damit nicht nur die Frage der Nachhaltigkeit, sondern auch die ihrer wirtschaftlichen Zukunft zentral.

