Von der Leyen will NotfallplĂ€ne fĂŒr Nahost-Vertriebene
15.10.2024 - 06:10:03 | dpa.deIn den vergangenen Wochen seien mehr als eine Million Menschen vertrieben worden und es bestehe ein klares Potenzial fĂŒr weitere Vertreibungen, schreibt die deutsche Spitzenpolitikerin in einem Bericht zu Beratungen der Staats- und Regierungschefs am Donnerstag. Man mĂŒsse deswegen an NotfallplĂ€nen sowohl fĂŒr die EU als auch fĂŒr internationale Partner arbeiten.
Von der Leyen betont, dass eine signifikante Anzahl der Nahost-FlĂŒchtlinge zuletzt nach Syrien gezogen sei. Viele dieser Menschen kommen aus dem Libanon, wo Israel derzeit massiv gegen die Hisbollah-Miliz vorgeht. Letztere greift hingegen immer wieder Israel an - nach eigenen Angaben aus SolidaritĂ€t mit der islamistischen Hamas im Gazastreifen, gegen die Israel seit rund einem Jahr Krieg fĂŒhrt.
Zur Lage im Libanon schreibt von der Leyen, durch die jĂŒngste AnkĂŒndigung zusĂ€tzlicher humanitĂ€rer Hilfe in Höhe von 30 Millionen Euro erhöhe sich der Gesamtbetrag fĂŒr 2024 auf mehr als 100 Millionen Euro. Es werde allerdings noch mehr UnterstĂŒtzung benötigt.
Thema in dem Brief zum EU-Gipfel sind zudem die derzeit von EU-Staaten wie Deutschland vorgenommenen Kontrollen an den EU-Binnengrenzen. "Die WiedereinfĂŒhrung von Grenzkontrollen sollte eine letzte MaĂnahme sein, auĂergewöhnlich und im VerhĂ€ltnis zur erkannten Bedrohung stehen", erklĂ€rt von der Leyen dazu.
Indirekte Kritik Ă€uĂert die Deutsche zudem an der polnischen AnkĂŒndigung, in Reaktion auf von Russland und Belarus in Richtung EU geschleuste Migranten vorĂŒbergehend Asylregeln aussetzen zu wollen. "Wir brauchen eine klare und entschlossene europĂ€ische Antwort, um diesen AktivitĂ€ten entgegenzuwirken, ohne Russland und Belarus zu erlauben, unsere eigenen Werte gegen uns zu verwenden", schreibt sie.
Eine der ersten Aufgaben des neuen EU-Kommissars fĂŒr Inneres und Migration werde es sein, mit den Mitgliedstaaten und Interessengruppen an MaĂnahmen gegen die Instrumentalisierung von Migranten zu arbeiten. Dies sollte unter anderem durch intensive diplomatische Kontakte mit den HerkunftslĂ€ndern ergĂ€nzt werden, um eine weitere Verschlechterung der Lage zu verhindern.
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