ROUNDUPCyberattacke, SupermÀrkte

EU-Krisentreffen einberufen

Veröffentlicht am: 03.11.2026 um 16:07 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Nach Cyberangriffen auf KĂŒhlgerĂ€te in mehreren europĂ€ischen LĂ€ndern hat die EU-Kommission zwei Krisentreffen einberufen.

Dabei ging es vor allem darum, Informationen auszutauschen und das weitere Vorgehen abzustimmen, wie ein Sprecher der Kommission in BrĂŒssel sagte.

An einer ersten Runde am Morgen nahmen demnach unter anderem die EU-Cybersicherheitsagentur Enisa, die Polizeibehörde Europol und die zustĂ€ndigen Experten der Kommission teil. Auch das europĂ€ische Netzwerk fĂŒr Cyberkrisen sei aktiviert worden. Dort habe die EU-Kommission sich mit Vertretern der Mitgliedstaaten und nationalen Behörden ausgetauscht.

EU-Agrarkommissar Christophe Hansen sprach von einem gezielten Versuch, die Lebensmittelversorgung zu stören und das Vertrauen der Verbraucher zu untergraben. Die Versorgungssicherheit sei derzeit aber nicht gefÀhrdet.

Die Ermittlungen zu den Angriffen laufen nach Angaben des Sprechers bei den nationalen Behörden, die Kommission stehe mit ihnen in engem Kontakt. Wer hinter den Attacken steckt, ist bislang unklar. Die VorfĂ€lle zeigten aber, dass Europa sich gemeinsam auf solche Angriffe einstellen mĂŒsse: "Das sind keine isolierten VorfĂ€lle", sagte der Sprecher in BrĂŒssel. Die EU mĂŒsse widerstandsfĂ€hig und auf solche Cyberangriffe vorbereitet sein.

Mehrere EU-LĂ€nder betroffen

Cyberkriminelle hatten in mehreren europĂ€ischen LĂ€ndern KĂŒhlanlagen von SupermĂ€rkten manipuliert. Unter anderem aus Deutschland, Belgien, Schweden, Irland, Luxemburg, Estland, Finnland und den Niederlanden wurden FĂ€lle bekannt. KĂŒhlschrĂ€nke und TiefkĂŒhltruhen wurden dabei wĂ€rmer, teilweise mussten Lebensmittel aus dem Verkauf genommen oder entsorgt werden.

Bereits Mitte Oktober waren bei einem Ă€hnlichen Angriff in Frankreich KĂŒhlanlagen in rund 150 GeschĂ€ften betroffen. Ob die VorfĂ€lle miteinander zusammenhĂ€ngen, ist bislang nicht geklĂ€rt.

Warum sind KĂŒhlschrĂ€nke mit Internet verbunden?

Vernetzte SteuergerĂ€te erlauben Herstellern und Betreibern, Temperaturen, Abtauzyklen und Alarme zentral zu ĂŒberwachen. Zudem kann eine zentrale Steuerung der Anlagen ĂŒber das Internet laut dem deutschen Umweltbundesamt dazu beitragen, den Energieeinsatz zu optimieren und somit Kosten zu sparen.

Die Vernetzung birgt aber auch Sicherheitsrisiken. Eine aktuelle Untersuchung des Cybersicherheitsunternehmen Forescout zeigt, dass fast 13.000 KĂŒhlmanagement-Dienste in 99 Staaten ĂŒber das öffentliche Internet erreichbar waren - und damit anfĂ€llig fĂŒr Hackerangriffe. Einige Systeme liefen zudem mit veralteter Software ohne Sicherheitsupdates, heißt es im Forescout-Bericht vom Oktober 2026.

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