EU-LĂ€nder, Finanzmarktaufsicht

EU-LĂ€nder wollen mehr gemeinsame Finanzmarktaufsicht

Veröffentlicht am: 09.10.2026 um 14:21 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Die EU-LĂ€nder wollen die Aufsicht ĂŒber wichtige FinanzgeschĂ€fte und FinanzmĂ€rkte in Europa stĂ€rker europĂ€isieren.

Bei einem Treffen in Luxemburg sprachen die Finanzministerinnen und -minister der Mitgliedsstaaten sich dafĂŒr aus, Kontrollbefugnisse ĂŒber bedeutende grenzĂŒberschreitend tĂ€tige Akteure an die EuropĂ€ische Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde (ESMA) mit Sitz in Paris zu ĂŒbertragen.

Der Vorstoß ist Teil der sogenannten Kapitalmarktunion: Seit Jahren wird daran gearbeitet, das Zusammenwachsen der noch entlang nationaler Grenzen zersplitterten europĂ€ischen KapitalmĂ€rkte stĂ€rker zu forcieren. Damit sollen mehr private Investitionen mobilisiert werden - die etwa fĂŒr die AufrĂŒstung Europas, Digitalisierung und die Abkehr von fossiler Energie dringend gebraucht werden.

Eine einheitlichere Aufsicht ĂŒber jene Marktbetreiber, die fĂŒr die Wirtschaft der EU als besonders wichtig gelten, soll auch das Vertrauen in die MĂ€rkte stĂ€rken, hieß es in einer Mitteilung. Dazu zĂ€hlen beispielsweise bestimmte HandelsplĂ€tze, bestimmte Anbieter von Krypto-Dienstleistungen sowie bestimmte Zentralverwahrer. Letztere kĂŒmmern sich um die Verwahrung und Übertragung von Wertpapieren.

Klingbeil: "Bedeutender Schritt"

Bundesfinanzminister Lars Klingbeil nannte die VerstĂ€ndigung einen "sehr wichtigen und bedeutenden Schritt". Weiter sagte der SPD-Politiker: "Wir wollen, dass es mehr Investitionen, sichere ArbeitsplĂ€tze in Europa gibt, und dafĂŒr brauchen wir mehr Investitionen und brauchen noch ein Umfeld, in dem das möglich ist."

Bislang liegt die Finanzmarktaufsicht in der EU ĂŒberwiegend bei den nationalen Behörden. Die ESMA beaufsichtigt nur bestimmte Finanzmarktakteure direkt. KĂŒnftig soll die europĂ€ische Aufsichtsbehörde nach dem Willen der LĂ€nder grenzĂŒberschreitend tĂ€tige HandelsplĂ€tze ab bestimmten Schwellenwerten beaufsichtigen. Die HandelsaktivitĂ€ten der Deutschen Börse fallen dem Vernehmen nach vorerst nicht darunter. Alle zwei Jahre soll die EU-Kommission bewerten, ob die Kriterien angesichts der Marktentwicklung weiterhin angemessen sind.

Grundlage ist Vorschlag der EU-Kommission

Zuvor hatten sich im FrĂŒhjahr mit Deutschland, Frankreich, Italien, den Niederlanden, Polen und Spanien die sechs wirtschaftsstĂ€rksten EU-Staaten beim Thema Aufsicht auf eine gemeinsame Position verstĂ€ndigt.

Grundlage der VerstĂ€ndigung ist ein Vorschlag der EuropĂ€ischen Kommission aus dem vergangenen Jahr. Nun mĂŒssen die EU-LĂ€nder dazu noch mit dem Europaparlament verhandeln.

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