EU-Migrationskrise: 22 Staaten erzwingen Krisengipfel nach Ceuta
Veröffentlicht am: 01.08.2026 um 23:32 Uhr | Redaktion boerse-global.de
22 EU-Staaten verlangen in einem gemeinsamen Brief an Brüssel eine koordinierte Antwort auf die jüngsten Ereignisse an der spanischen Außengrenze. Bundeskanzler Merz und Österreichs Kanzler Stocker gehören zu den Unterzeichnern.
Frontex-Ausbau und neue Migrationspolitik gefordert
Das Schreiben an Kommissionspräsidentin von der Leyen, Ratspräsident Costa und die irische Ratspräsidentschaft sieht eine außerordentliche Videokonferenz der Innenminister vor. Italien und Dänemark haben die Initiative gestartet. Sie wollen die Grenzschutzagentur Frontex massiv ausweiten und die Zusammenarbeit mit Marokko neu bewerten.
Hintergrund ist die Lage in Ceuta, wo in den vergangenen Tagen schätzungsweise 50.000 bis 60.000 Migranten die Grenze erreichten. Mindestens 67 Menschen kamen dabei ums Leben. Madrid erklärt die Krise zwar für weitgehend überwunden – fast alle Betroffenen seien nach Marokko zurückgekehrt. Doch der politische Druck wächst: Kritiker werfen der spanischen Regierung vor, durch die Legalisierung von rund 500.000 Migranten falsche Anreize geschaffen zu haben.
Schengen-Ausnahmen und nationale Alleingänge
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Die Krise belastet bereits den freien Personenverkehr in Europa. Italien setzte das Schengen-Abkommen gegenüber Spanien für einen Monat aus und kontrolliert See- und Luftgrenzen. Auch Frankreich verschärfte die Kontrollen. Österreichs Kanzler Stocker warnte vor nationalen Alleingängen – illegale Migration müsse wirksam verhindert werden.
EU-Kommissar Brunner erklärte, nach derzeitigem Kenntnisstand habe kein Migrant aus Ceuta das europäische Festland erreicht. Sekundärmigration sei nicht registriert worden. Dennoch wächst die Sorge um die Stabilität der Außengrenzen. Auch aus der zweiten spanischen Exklave Melilla wurden Versuche gemeldet, die Grenzanlagen zu überwinden.
Krisendiplomatie auf Hochtouren
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Die Abstimmungen laufen: Nach einer Experten-Krisensitzung am Samstag treffen sich die EU-Botschafter am Montag. Die formellen Beratungen der Innenminister folgen am Dienstag per Videokonferenz. Den Vorsitz führt Irlands Innenminister Jim O'Callaghan – Irland hat derzeit den EU-Ratsvorsitz inne.
Spaniens Ministerpräsident Sánchez wies die Kritik der Partnerstaaten zurück. Die Reaktionen seien teilweise egoistisch und spaltend, so Sánchez. Er pocht auf die territoriale Integrität Spaniens und fordert eine solidarische europäische Lösung. Zur Sicherung der Exklave – 18,5 Quadratkilometer, rund 85.000 Einwohner – hatte Madrid zeitweise Spezialeinheiten und Soldaten entsandt.
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