EU-Reform: Berichtspflichten um 60% gesenkt, Kosten um 30%
06.07.2026 - 00:23:03 | boerse-global.de
Die Crif-Gruppe hat 2025 ihre wirtschaftliche Wertschöpfung deutlich erhöht und treibt gleichzeitig ihre globale Nachhaltigkeitsstrategie voran. Das Unternehmen schüttete den Großteil der Erträge an Stakeholder aus.
Von den 886,8 Millionen Euro Wertschöpfung flossen 85,1 Prozent (754,3 Millionen Euro) an verschiedene Gruppen. Den größten Posten machten Zahlungen an Lieferanten mit 355,4 Millionen Euro aus. Die Mitarbeiter erhielten 341,7 Millionen Euro.
Weiterbildungsoffensive bei 4.780 Beschäftigten
Crif beschäftigt aktuell 4.780 Mitarbeiter, der Frauenanteil liegt bei 48 Prozent. Das Unternehmen investierte stark in Qualifizierung: Die Weiterbildungsstunden stiegen um 15 Prozent auf 108.000 Stunden.
Parallel dazu forcierte die Gruppe ihre ökologischen Standards. Die ISO-14064-Zertifizierung wurde auf zehn Unternehmen in sieben Ländern ausgeweitet. Eine erste Wesentlichkeitsanalyse nach der Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) ist abgeschlossen. Zudem führte Crif spezifische Ratings zur Bewertung der Nachhaltigkeit in Lieferketten ein.
EU reformiert Berichtspflichten drastisch
Die Maßnahmen fallen in eine Zeit grundlegender Änderungen der EU-Regularien. Im Juli 2026 verabschiedete die EU-Kommission eine Reform, die verpflichtende Datenpunkte für Unternehmen um 60 Prozent senkt. Die Gesamtzahl der Anforderungen reduziert sich um über 70 Prozent.
Die Kostenersparnis? Schätzungen zufolge mehr als 30 Prozent. Die Neuregelung tritt am 1. Januar 2027 in Kraft. Für kleine und mittlere Unternehmen mit weniger als 1.000 Beschäftigten gelten Übergangsfristen bis 2028.
Während die EU Berichtspflichten für Nachhaltigkeit anpasst, rücken auch andere Sorgfaltspflichten in den Fokus der Behörden. Dieser kostenlose Leitfaden inklusive Checkliste hilft Unternehmen dabei, die Anforderungen der EU-Entwaldungsverordnung rechtssicher umzusetzen und Sanktionen zu vermeiden. Sorgfaltspflichten prüfen und rechtssicher umsetzen
Schluss mit „klimaneutral“ ohne Belege
Die Behörden verschärfen zugleich die Regeln für Nachhaltigkeitskommunikation. Ab dem 27. September 2026 untersagt eine Novelle des Gesetzes gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG) pauschale Umweltaussagen wie „klimaneutral“ – es sei denn, sie sind eindeutig belegt.
Branchenverbände warnen bereits vor Herausforderungen: Für viele Konsumgüter müssen Verpackungsmaterialien umgestellt werden.
China und Europa: Kooperation bei ESG-Standards
Die Bedeutung grenzüberschreitender Nachhaltigkeitsstandards stand Anfang Juli auf der dritten Sino-European Corporate ESG Best Practice Conference in Mainz im Fokus. Experten forderten dort mehr Rechtsstaatlichkeit, um die Zusammenarbeit zwischen China und Europa zu festigen.
Der globale Handel erfordert nicht nur bei ESG-Themen volle Transparenz, sondern auch bei der Einhaltung strenger Exportvorgaben. Erfahren Sie in diesem kostenlosen Experten-Report, wie Sie Ihre Exportkontrollprozesse und Sanktionslistenprüfungen rechtssicher organisieren, um Bußgelder zu vermeiden. Kostenlosen Exportkontrolle-Leitfaden sichern
Als Beispiel für erfolgreiche Dekarbonisierung diente das BMW-Werk in Shenyang. Dort spart das erste große geothermische Heizsystem der Automobilindustrie jährlich rund 18.000 Tonnen CO2.
Aurubis investiert 190 Millionen in Recycling
Die europäische Industrie investiert verstärkt in Kreislaufwirtschaft. Das Multimetall-Unternehmen Aurubis nahm Anfang Juli eine neue Recyclinganlage in Hamburg in Betrieb. Bei einem Investitionsvolumen von 190 Millionen Euro sollen dort jährlich über 30.000 Tonnen Recyclingmaterial verarbeitet werden – zur Rückgewinnung von Metallen wie Kupfer und Blei.
