EU-Regulierung: Nur 25 von 1.000 Gesetzen detailliert geprĂŒft
Veröffentlicht am: 06.06.2026 um 09:54 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Von ĂŒber 1.000 Rechtsakten wurden lediglich 25 detailliert geprĂŒft.
Kaum Impact Assessments trotz Regelungsflut
Der Arbeitgeberverband Gesamtmetall hat die Gesetzgebungspraxis der EuropĂ€ischen Kommission unter die Lupe genommen. Das Ergebnis ist ernĂŒchternd: In einem Berichtsjahr erstellte die Behörde gerade einmal 25 sogenannte Impact Assessments. Dem gegenĂŒber standen 123 Richtlinien und Verordnungen sowie ĂŒber 1.000 technische Rechtsakte.
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Umfassende Analysen der wirtschaftlichen und sozialen Auswirkungen sind damit die Ausnahme, nicht die Regel. Oliver Zander, HauptgeschĂ€ftsfĂŒhrer von Gesamtmetall, nannte das Vorgehen âverwunderlich und falschâ. FĂŒr die betroffenen Branchen berge dies erhebliche Risiken.
Kommission verteidigt sich â Politiker zweifeln
Ein Sprecher der EU-Kommission wiegelt ab. Viele Vorschriften regelten lediglich technische Details, argumentiert er. VollstÀndige FolgenabschÀtzungen starte man nur bei erwartbaren erheblichen Auswirkungen.
Diese Rechtfertigung ĂŒberzeugt im Europaparlament nicht. Der FDP-Abgeordnete Moritz Körner fordert: âDer Mehrwert neuer Regulierungen muss stets belegbar sein.â Fehlende Transparenz bei der Gesetzesentstehung mache es unmöglich, Belastungen fĂŒr Unternehmen und BĂŒrger richtig abzuwĂ€gen.
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Deutschland verpasst Frist â Kritik an Regelungsdichte wĂ€chst
Die Debatte kommt zur Unzeit. Deutschland hat die Frist zur Umsetzung der EU-Entgelttransparenzrichtlinie verpasst â sie endete am 7. Juni 2026. Ein Kabinettsbeschluss liegt bis heute nicht vor.
Die Regelungsflut wĂ€chst weiter. Erst kĂŒrzlich stellte die Kommission ein Paket zur technologischen SouverĂ€nitĂ€t vor. Gesamtmetall mahnt: Ohne sorgfĂ€ltige PrĂŒfprozesse gefĂ€hrden unvorhergesehene Regulierungslasten die WettbewerbsfĂ€higkeit des Standorts Europa.
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