EU-Taxonomie: Gerichtshof kippt Ausschluss von GeschÀftsflugzeugen
24.06.2026 - 20:15:47 | boerse-global.de
Der EuropĂ€ische Gerichtshof in Luxemburg hat den Ausschluss von GeschĂ€ftsreiseflugzeugen aus der EU-Taxonomie fĂŒr nachhaltige Investitionen aufgehoben. Das Urteil vom heutigen Mittwoch (Az. T-77/24) gibt dem französischen Luftfahrtkonzern Dassault Aviation recht. Die EuropĂ€ische Kommission hatte die Sparte pauschal von den ökologischen Finanzsiegeln ausgeschlossen â zu Unrecht, wie die Richter nun entschieden.
Warum die Kommission scheiterte
Die BegrĂŒndung der Kommission hielt einer juristischen PrĂŒfung nicht stand. Sie hatte den Ausschluss vor allem mit dem CO2-FuĂabdruck pro Passagierkilometer gerechtfertigt. Das Problem: Diese Metrik bezieht sich auf den Betrieb der Flugzeuge, nicht auf deren Herstellung. Genau die Herstellung aber ist Gegenstand der Taxonomie-Regelung fĂŒr diesen Sektor.
Hinzu kommt: Die Kommission ging fĂ€lschlicherweise davon aus, dass fĂŒr Nutzer der GeschĂ€fts- und Privatluftfahrt stets kohlenstoffarme Alternativen zur VerfĂŒgung stĂŒnden. Auch das Potenzial nachhaltiger Flugkraftstoffe (Sustainable Aviation Fuel) wurde nicht ausreichend berĂŒcksichtigt.
Was das Urteil bedeutet
Die Entscheidung betrifft eine Regelung aus dem Jahr 2023. Damals hatte die Kommission die Herstellung von Privat- und GeschĂ€ftsflugzeugen von den âgrĂŒnenâ AktivitĂ€ten ausgeschlossen. Dassault zog vor Gericht â mit Erfolg. Die Einstufung in die Taxonomie hat erhebliche Auswirkungen auf Finanzierungskosten und die Wahrnehmung der Branche am Kapitalmarkt.
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Die Kommission kann nun binnen zwei Monaten und zehn Tagen Berufung vor dem EuropĂ€ischen Gerichtshof einlegen. Tut sie das nicht oder scheitert der Einspruch, muss sie die Kriterien fĂŒr den Sektor neu definieren â und dabei die rechtlichen Vorgaben des Gerichts beachten.
Branche setzt auf Nachhaltigkeit
Parallel zum Urteil gibt es weitere Nachhaltigkeitsbestrebungen in der Luftfahrt. Wie Vertreter europÀischer FlughÀfen mitteilten, haben sich mittlerweile 328 Standorte in Europa verpflichtet, Netto-Null-Emissionen zu erreichen.
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Risse bei Airbus A380 entdeckt
In einem anderen Bereich der Luftfahrt wurden technische ĂberprĂŒfungen nötig. Die europĂ€ische Flugsicherheitsbehörde EASA ordnete Inspektionen fĂŒr 16 Maschinen des Typs Airbus A380 an. Grund: Risse an Bauteilen der TragflĂ€chenstruktur. Betroffen sind vor allem Flugzeuge der Fluggesellschaft Emirates sowie eine Maschine von Qantas. FĂŒnf der Jets mĂŒssen noch vor ihrem nĂ€chsten Einsatz untersucht werden.
