EU-Verpackungsverordnung ab August: KMU müssen Produktion umstellen
Veröffentlicht: 15.07.2026 um 18:15 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) will damit den industriellen Mittelstand bei der Umstellung auf kreislauforientierte Produktionsweisen unterstützen.
Die Plattform fungiert als soziales Netzwerk für Unternehmen. Sie forciert den Austausch über Ressourcenschonung und Energieeffizienz. Die Mitgliedschaft ist kostenfrei und richtet sich besonders an kleine und mittlere Unternehmen (KMU). Sie stehen vor der Herausforderung, komplexe Nachhaltigkeitsziele in ihre Abläufe zu integrieren.
EU-Verpackungsverordnung treibt Wandel
Ein wesentlicher Treiber: die ab August 2026 geltende EU-Verpackungsverordnung (PPWR). Sie sieht eine EU-weite Harmonisierung, strikte Recyclingpflichten und verbindliche Quoten für Rezyklate vor. Branchenexperten des VDMA warnen: Maschinenbauer müssten ihre Anlagen massiv an neue Materialien anpassen. Nur so könnten sie dem erwarteten Marktwachstum bei verpackten Lebensmitteln gerecht werden.
Digitale Systeme: Große Lücke zwischen Besitz und Nutzung
Trotz verfügbarer digitaler Steuerungen tut sich die Industrie schwer, Effizienzgewinne flächendeckend umzusetzen. Ein aktueller Branchenbericht zur intelligenten Fertigung zeigt: 93 Prozent der Hersteller besitzen Manufacturing Execution Systems (MES). Doch nur 28 Prozent können diese erfolgreich skalieren. Und lediglich 40 Prozent der Entscheider nutzen vorhandene Maschinendaten effektiv für Prozessoptimierungen.
Ein weiteres Risiko ist die IT-Sicherheit. Über 60 Prozent der deutschen Industrieanlagen weisen das höchste Cyber-Risiko im europäischen Vergleich auf. Dennoch erwarten Experten: Künstliche Intelligenz wird bis 2030 weite Teile der Anlagenprozesse steuern. Erste Anwendungen laufen bereits in der Qualitätssicherung. Die THWS und Fertig Motors entwickelten eine KI-Lösung, die fehlerhafte Elektromotoren in 10 bis 20 Sekunden erkennt – ohne historische Fehlerbeispiele.
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Pilzmyzel statt Plastik: Neue Wege gegen Elektroschrott
Bis 2030 droht eine Flut von weltweit 82 Millionen Tonnen Elektroschrott. Forschung und Industrie setzen daher auf biologisch abbaubare Komponenten. Die TU Bergakademie Freiberg stellte eine Leiterplatte auf Basis von Pilzmyzel vor. Das Material wird aus Reststoffen der Zitronensäureproduktion gewonnen. Der CO2-Fußabdruck liegt um bis zu 56 Prozent unter dem von Standard-Leiterplatten. Nach dem biologischen Abbau lassen sich die Transistoren zurückgewinnen.
Auch im Maschinenbau gewinnen langlebige Komponenten an Bedeutung. Die KSB Gruppe präsentierte eine diamantartige Kohlenstoffbeschichtung für Pumpen und Armaturen. In Feldversuchen erreichte sie eine bis zu dreifach höhere Standzeit. Das Ziel: Wartungsintervalle verlängern und Ressourcenverbrauch durch Verschleiß minimieren.
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Großinvestitionen in Methanol und Batterien
Großunternehmen investieren massiv in die Dekarbonisierung schwerer Antriebe. In Hallein flossen 52 Millionen Euro in eine neue Methanol-Infrastruktur. Entwickelt werden Einspritzsysteme für alternative Kraftstoffe in der Schifffahrt und im Schienenverkehr.
Parallel entsteht in Bitterfeld eine Logistikhalle für eine neue LFP-Produktionsanlage. Nach dem Probebetrieb eines Sprühturms im vierten Quartal 2026 soll die Anlage bis 2028 eine Kapazität von 15.000 Tonnen erreichen. Ein großer Automobilpartner hat sich bereits die gesamte Produktion für zehn Jahre gesichert.
Die Nachfrage nach industriellen Batteriespeichern steigt ebenfalls. Ein Anbieter KI-gesteuerter Speichersysteme meldete im ersten Halbjahr 2026 eine Vervierfachung seines Projektvolumens. Besonders Unternehmen aus der Kunststoff- und Metallverarbeitung nutzen die Systeme, um ihre Energieversorgung zu stabilisieren und Kosten zu optimieren.
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