EUDR-Chaos: Polnische Möbelindustrie fordert klare Schulungen
02.06.2026 - 10:39:37 | boerse-global.de
Verbände aus Polen und Deutschland fordern von ihren Regierungen klare Regeln und warnen vor einem Wettbewerbsnachteil durch überzogene nationale Auflagen.
Angesichts des drohenden „interpretativen Chaos“ bei der neuen EU-Entwaldungsverordnung benötigen Unternehmen jetzt rechtssichere Orientierung. Dieser kostenlose Leitfaden inklusive Checkliste hilft Ihnen, die komplexen Sorgfaltspflichten Schritt für Schritt zu erfüllen und Sanktionen zu vermeiden. Kostenlosen Ratgeber zur EU-Entwaldungsverordnung herunterladen
Polnische Möbelindustrie alarmiert
Die Polnische Industrie- und Handelskammer der Möbelhersteller hat sich am Montag in einem Brandbrief an Klimaministerin Paulina Hennig-Kloska gewandt. Der Verband fordert dringend praktische Schulungen für Unternehmen, um die neuen EUDR-Anforderungen zu bewältigen. Branchenvertreter sprechen von einem „interpretativen Chaos" – den Firmen fehlten schlichtweg die nötigen Leitlinien, um die Vorgaben einzuhalten, ohne den Handel zu gefährden.
Besonders heikel: Die polnischen Gesetzesentwürfe drohen nach Einschätzung der Kammer strenger auszufallen als die EU-Vorgaben selbst. Dieses sogenannte Gold-Plating könnte die internationale Wettbewerbsfähigkeit der Branche massiv beeinträchtigen. Die Möbelindustrie beschäftigt in Polen mehrere Hunderttausend Menschen und zählt zu den weltweit größten Exporteuren.
Deutsche Bauwirtschaft: „Brüssel hat Hausaufgaben nicht gemacht"
Auch in Deutschland wächst der Unmut. Der Zentralverband Deutsches Baugewerbe (ZDB) wirft der EU-Kommission vor, zentrale Ziele der Entwaldungsverordnung verfehlt zu haben. Die bisherigen Reformbemühungen seien halbherzig und gingen an den praktischen Problemen der Branche vorbei.
Der Verband Holzbau Deutschland schlägt in die gleiche Kerbe: Der aktuelle Regulierungspfad vernachlässige die dringend nötige Verschlankung der Prozesse. Die Kritik kommt zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt: Die Zahl der Fertigstellungen im Wohnungsbau lag 2025 auf dem niedrigsten Stand seit über einem Jahrzehnt. Für 2026 zeichnet sich ein weiterer Rückgang ab.
Viele Unternehmen werden von den strengen Vorgaben der EUDR unvorbereitet getroffen und riskieren bei Verstößen empfindliche Strafen. Experten raten dazu, die betroffenen Rohstoffe und Lieferketten jetzt systematisch zu prüfen – ein Gratis-Report bietet hierfür die optimale Unterstützung. Gratis-Report und Checkliste zur EU-Entwaldungsverordnung sichern
Regulierungsflut: Mehr als nur ein Ärgernis
Die EUDR ist längst nicht der einzige Streitpunkt. Der Verband der Familienunternehmer warnte am Montag eindringlich davor, die EU-Entgelttransparenzrichtlinie mit maximalem bürokratischem Aufwand umzusetzen. Verbandspräsidentin Marie-Christine Ostermann forderte die Bundesregierung auf, keine neuen Dokumentations- und Meldesysteme zu schaffen, die über die EU-Mindestanforderungen hinausgehen.
Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) hat zudem das Energiedienstleistungsgesetz (EDL-G) im Visier. Aktuelle Analysen des DIHK legen nahe, dass die bestehenden Energieeinsparziele bis 2030 nur durch einen massiven wirtschaftlichen Einbruch zu erreichen seien. DIHK-Präsident Peter Adrian fordert daher die Abschaffung bestimmter Energieobergrenzen, um Arbeitsplätze zu sichern.
Ein Lichtblick im Handelsdickicht
Positiv vermerken die Verbände immerhin das vorläufige Inkrafttreten des EU-Mercosur-Abkommens am 1. Mai 2026. Die Zölle für Maschinen- und Fahrzeugexporteure sind bereits gesunken. Doch die Erleichterung ist gedämpft: Die Verhandlungen über weitere große Rahmenwerke – etwa die Nachhaltigkeits-Offenlegungsregeln SFDR 2.0 – sollen im September 2026 in die Trilog-Verhandlungen gehen. Der bürokratische Berg für Europas Industrie wächst weiter.
Wirtschaftsnachrichten lesen ist gut - trading-notes lesen ist besser!
Für. Immer. Kostenlos.
