EUDR und ESRS: Neue Compliance-Standards für Lieferketten
Veröffentlicht am: 17.07.2026 um 18:24 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Umsetzung internationaler Nachhaltigkeitsstandards und neuer EU-Verordnungen wird für Unternehmen zunehmend zur Herausforderung. Besonders die Rückverfolgbarkeit in Lieferketten und die Berichterstattung stehen im Fokus.
Dialog über nachhaltige Agrarlieferketten
Vertreter der Initiative SASI und des Chemiekonzerns BASF tauschten sich kürzlich über Anforderungen an nachhaltige landwirtschaftliche Lieferketten aus. Im Zentrum standen Palmöl-Handelsströme und die Einhaltung von Zertifizierungsstandards wie RSPO.
Ein zentrales Thema: die EU-Verordnung für entwaldungsfreie Lieferketten (EUDR). Sie verpflichtet Unternehmen zur detaillierten Geolokalisierung und umfassenden Risikobewertungen.
Für den Spätsommer ist ein Fachseminar geplant. Es soll sich gezielt mit der Erstellung von Sorgfaltserklärungen und der technischen Umsetzung der EUDR-Vorgaben befassen.
Nachhaltigkeitsberichterstattung wird einfacher
Die EU-Kommission hat Anfang Juli überarbeitete Standards für die Nachhaltigkeitsberichterstattung (ESRS) verabschiedet. Hinzu kommt ein freiwilliger Standard für nicht börsennotierte kleine und mittlere Unternehmen (VS).
Die neuen EU-Vorgaben für entwaldungsfreie Lieferketten stellen viele Händler und Importeure vor komplexe Dokumentationspflichten. Dieser kostenlose Leitfaden zeigt Ihnen Schritt für Schritt, wie Sie Ihre Sorgfaltspflichten rechtssicher erfüllen und Sanktionen vermeiden. EU-Entwaldungsverordnung: Jetzt kostenlose Checkliste sichern
Das Ziel: den administrativen Aufwand deutlich reduzieren. Die Zahl der verpflichtenden Datenpunkte wurde um mehr als 60 Prozent gesenkt. Der VS-Standard sieht zudem eine Obergrenze für die Datenabfrage entlang der Wertschöpfungskette vor – für Unternehmen mit weniger als 1.000 Mitarbeitern.
Ein Bericht der Wirtschaftskammer Steiermark zeigt die Bandbreite relevanter Regelwerke. Neben EUDR und der Corporate Sustainability Due Diligence Directive (CSDDD) gewinnen auch die Verpackungsverordnung (PPWR) und Anforderungen an das Ökodesign (ESPR) an Bedeutung.
Emissionsdaten auf Produktebene
Unternehmen weisen zunehmend ökologische Kennzahlen direkt auf Produktebene aus. METRO Deutschland stellt modellierte Daten zum CO2-Fußabdruck für das gesamte Sortiment bereit.
Experten warnen, dass die EU-Entwaldungsverordnung viele Unternehmen unvorbereitet überrascht, was zu empfindlichen Strafzahlungen führen kann. Nutzen Sie diesen Gratis-Report, um betroffene Rohstoffe in Ihrem Sortiment schnell zu erkennen und die notwendige Risikobewertung durchzuführen. Kostenlosen Umsetzungs-Ratgeber hier herunterladen
Die Unterschiede sind enorm: Ein Kilogramm Spaghetti verursacht 2,6 kg CO2-Äquivalent. Ein Kilogramm Burger Patties liegt bei 38,8 kg.
Der Markt für nachhaltig zertifizierte Produkte zeigt sich stabil. Der Faire Handel erzielte 2025 in Deutschland einen Umsatz von 2,7 Milliarden Euro – ein Plus von 4,7 Prozent. Die Pro-Kopf-Ausgaben für fair gehandelte Waren lagen bei 33 Euro.
Genossenschaftsrecht wird modernisiert
Das Bundeskabinett hat einen Gesetzentwurf zur Modernisierung des Genossenschaftsrechts vorgelegt. Digitale Versammlungen und elektronische Wahlen sollen rechtlich abgesichert werden. In vielen Bereichen soll künftig Textform statt Schriftform genügen.
Für kleinere Genossenschaften mit bis zu 150 Mitgliedern ist ein Weisungsrecht geplant. Die Reformen sollen Anfang 2027 in Kraft treten und die organisatorische Flexibilität genossenschaftlich organisierter Unternehmen stärken.
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