EuGH-Urteil, Vorsteuerabzug

EuGH-Urteil: Vorsteuerabzug um einen Monat vorgezogen

Veröffentlicht: 18.07.2026 um 04:00 Uhr, Redaktion boerse-global.de

EuGH und BFH erleichtern Vorsteuerabzug und BĂŒrokratie. Steuerreform ab 2027 bringt höhere FreibetrĂ€ge und neue SteuersĂ€tze.

EuGH-Urteil: Schnellerer Vorsteuerabzug fĂŒr Unternehmen
Eine Nahaufnahme einer Hand, die einen Taschenrechner mit Zahlen auf dem Display hĂ€lt, neben einem Stapel Finanzdokumente und einem Stift. Illustration mit AI erstellt ĂŒbermittelt durch boerse-global.de

Der EuropÀische Gerichtshof (EuGH) hat den Vorsteuerabzug um bis zu einen Monat vorgezogen. Das Urteil vom 16. Juli 2026 bringt vor allem kleinen und mittelstÀndischen Unternehmen LiquiditÀtsvorteile.

Die Richter vereinfachten zudem die Dokumentationspflichten. Betriebe mĂŒssen weniger BĂŒrokratie fĂŒr VorsteuerrĂŒckzahlungen stemmen. Ein weiteres Urteil des Bundesfinanzgerichts (BFG) vom selben Tag betrifft Vermieter: Vorsteuer- und Werbungskostenabzug vor Vermietungsbeginn ist nur bei nachweislicher Vermietungsabsicht erlaubt.

Reformpaket 2026: Was sich Àndert

Der Koalitionsausschuss einigte sich am 2. Juli 2026 auf 34 Maßnahmen. Die steuerlichen Entlastungen greifen ab 2027. Der Grundfreibetrag steigt auf rund 12.900 Euro, das Kindergeld auf circa 272 Euro. Auch der Arbeitnehmerpauschbetrag erhöht sich auf 1.430 Euro.

Der Spitzensteuersatz greift kĂŒnftig ab 70.600 Euro Jahreseinkommen. FĂŒr sehr hohe Einkommen kommt die Reichensteuer: 45 Prozent ab 250.000 Euro, 47 Prozent ab 280.000 Euro. Arbeitgeber mĂŒssen mit einer höheren Minijob-Pauschalsteuer rechnen – von 2 auf 5 Prozent.

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Das Berichtsentlastungsgesetz bringt im Gegenzug Erleichterungen bei Dokumentationspflichten. Fehlt eine gesonderte BegrĂŒndung fĂŒr die Berichtspflicht, entfĂ€llt sie. Eine Genehmigungsfiktion nach vier Monaten soll bĂŒrokratische Prozesse beschleunigen.

Klarheit bei Gewerbesteuer und Betriebsausgaben

Der Bundesfinanzhof (BFH) verlangt seit Januar 2026 eine genaue PrĂŒfung fĂŒr einheitliche Gewerbebetriebe. Konkrete wirtschaftliche, organisatorische und finanzielle Verbindungen mĂŒssen vorliegen – bloße Vermutungen der Finanzbehörden reichen nicht aus.

Das Finanzgericht MĂŒnster entschied am 23. Juni 2026 zu grenzĂŒberschreitenden Sachverhalten: Die Regelung, dass 5 Prozent der Dividenden als nicht abziehbare Betriebsausgaben gelten, gilt auch bei BetriebsstĂ€tten im Ausland mit Doppelbesteuerungsabkommen. FĂŒr den Inlandsbezug reicht die unbeschrĂ€nkte Steuerpflicht des Unternehmens.

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Werbungskosten: Was sich lohnt

Die durchschnittliche Steuererstattung lag 2021 bei 1.172 Euro. Die Werbungskostenpauschale betrÀgt aktuell 1.230 Euro. Zu den abzugsfÀhigen Posten zÀhlen:

  • Pendlerpauschale: 0,30 Euro pro Kilometer, ab dem 21. Kilometer 0,38 Euro
  • Weiterbildungen und hĂ€usliches Arbeitszimmer
  • Homeoffice-Pauschale: 6 Euro pro Tag, maximal 1.260 Euro jĂ€hrlich
  • Verpflegungsmehraufwand: 14 Euro bei mehr als 8 Stunden Abwesenheit, 28 Euro bei 24 Stunden
  • Arbeitsmittel-Pauschale: 110 Euro

Juristen weisen darauf hin: Die Übermittlung von Mandantendaten durch Steuerberater ans Finanzamt ist DSGVO-konform und zulĂ€ssig.

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