Euro-Office startet 9. Juni: Europas Angriff auf Microsoft 365
02.06.2026 - 22:18:36 | boerse-global.deAm 9. Juni 2026 soll mit Euro-Office eine browserbasierte Open-Source-Alternative zu Microsoft 365 und Google Workspace an den Start gehen. Entwickelt wurde die Suite von einem BĂŒndnis europĂ€ischer Unternehmen, darunter Nextcloud, IONOS, OpenXchange, XWiki, Proton und Tuta.
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Das Paket umfasst Textverarbeitung, Tabellenkalkulation, PrĂ€sentationen und PDF-Bearbeitung. Es unterstĂŒtzt sowohl Microsoft-kompatible Formate (DOCX, PPTX, XLSX) als auch die offenen OpenDocument-Formate (ODF). Nextcloud will die Suite bereits im Juni in seine BĂŒroumgebung integrieren, IONOS Managed Nextcloud-Kunden folgen im Sommer 2026.
Doch der Start ist nicht unumstritten. Euro-Office basiert auf dem Code von OnlyOffice unter der AGPLv3-Lizenz. OnlyOffice selbst hat die Partnerschaft öffentlich infrage gestellt und fordert mehr Transparenz ĂŒber die Herkunft des Codes und die Einhaltung der Lizenzbedingungen.
LibreOffice schlÀgt neue Richtung ein
Auch das etablierte Open-Source-Projekt LibreOffice rĂŒstet auf. Die Document Foundation (TDF) hat einen Strategieentwurf vorgelegt, der die Software als ernsthafte Konkurrenz zu Cloud-Produkten positionieren soll.
Kernpunkt: eine browserbasierte Version auf Basis von WebAssembly (WASM). Die Technologie lĂ€sst die Software lokal im EndgerĂ€t laufen â ein Gewinn fĂŒr den Datenschutz. Geplant sind zudem dedizierte Apps fĂŒr Android und iOS sowie ein eigener Dokumentenserver fĂŒr Echtzeit-Kollaboration. Konkrete Termine fĂŒr die Veröffentlichung nannte die Stiftung noch nicht.
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EU-Kommission legt Gesetzespaket vor
Den politischen Rahmen fĂŒr die digitale UnabhĂ€ngigkeit liefert BrĂŒssel. Am 3. Juni 2026 stellt die EU-Kommission ihr TechnologiesouverĂ€nitĂ€tspaket vor â inklusive des Cloud and AI Development Act. Das Gesetzesvorhaben zielt darauf ab, die AbhĂ€ngigkeit von US-Hyperscalern zu reduzieren, die rund 70 Prozent des europĂ€ischen Cloud-Marktes kontrollieren.
FĂŒr öffentliche AuftrĂ€ge in sensiblen Bereichen wie Banken, Energie und Gesundheitswesen sollen strenge, nicht-preisbezogene Kriterien gelten. Diese dĂŒrften Anbieter bevorzugen, die auf europĂ€ische Hardware und Software setzen. Ein zentrales Ziel: die Verdreifachung der RechenzentrumskapazitĂ€t in der EU innerhalb von fĂŒnf bis sieben Jahren. 13 europĂ€ische Organisationen, darunter OVHcloud und Proton, unterstĂŒtzen die PlĂ€ne öffentlich.
KI-Agenten revolutionieren Banken-Backoffice
Neben BĂŒroanwendungen macht auch Spezialsoftware fĂŒr regulierte Branchen Fortschritte. Am heutigen Dienstag hat Smartstream seine âSmart Agents" vorgestellt â eine KI-Lösung speziell fĂŒr Banken.
Die Ergebnisse aus Pilotprojekten bei GroĂbanken sind beeindruckend: Die Bearbeitungszeit fĂŒr AusnahmefĂ€lle sank um 97 Prozent â von durchschnittlich 14 Minuten auf 30 Sekunden pro Vorgang. Die teilnehmenden Institute rechnen mit einer Automatisierungsquote von 50 bis 70 Prozent bereits im ersten Jahr. Die Technologie wird in bestehende Abgleich-Workflows integriert und soll Banken helfen, auch in streng regulierten Umgebungen compliant zu bleiben.
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