Ifo-Exporterwartungen, Automobilindustrie

Exporterwartungen: Autoindustrie springt auf plus 12,7

Veröffentlicht am: 27.10.2026 um 09:42 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Die deutsche Industrie blickt im Oktober deutlich optimistischer auf das Auslandsgeschäft. Neben den Autobauern melden auch mehrere andere Branchen bessere Aussichten, während Chemie und Papier zurückbleiben.

Branchenwerte zeigen ungleiches Exportbild

  • Das Ifo-Institut meldete im Oktober einen Anstieg der Exporterwartungen um 3,2 Punkte auf 12,2 Zähler.
  • Die Autoindustrie verbesserte sich von minus 15,1 im September auf plus 12,7.
  • Die Getränkeherstellung erreichte mit 57,7 Punkten den höchsten genannten Branchenwert.
Die deutschen Unternehmen sehen so positiv auf die Exportentwicklung wie seit viereinhalb Jahren nicht mehr. (Symbolbild) - Bild: Marcus Brandt/dpa

Exporterwartungen der Industrie steigen im Oktober

Die Exporterwartungen der deutschen Industrie sind im Oktober so gut wie seit Beginn des Krieges in der Ukraine nicht mehr. Das Münchner Ifo-Institut teilte mit, der Wert sei um 3,2 Punkte auf 12,2 Zähler gestiegen.

Autoindustrie dreht ins Plus

Den stärksten Schub verzeichnete die Automobilindustrie. Ihre Exporterwartungen sprangen von minus 15,1 im September auf plus 12,7.

Damit liegt der Anteil der Unternehmen, die mit steigenden Exporten rechnen, um 12,7 Prozentpunkte über dem Anteil derer, die sinkende Ausfuhren erwarten. Klaus Wohlrabe, Leiter der Ifo-Umfragen, sagte, vor allem die Autoindustrie habe ihre Exportaussichten deutlich nach oben korrigiert.

Getränkehersteller besonders zuversichtlich

Auch in vielen anderen Industriebranchen stehen die Zeichen laut Ifo auf Exportwachstum. Die Getränkeherstellung erreichte mit 57,7 Punkten den höchsten Wert unter den genannten Branchen.

Es folgten Datenverarbeitungsgeräte, elektrische Ausrüstungen, Textilien und Bekleidung sowie der Maschinenbau mit Werten zwischen 29,1 und 15,7 Punkten. Leicht negative Exporterwartungen gab es unter anderem in der Chemieindustrie und im Papiergewerbe.

Die Exporterwartungen sind ein wichtiger Frühindikator für die deutsche Industrie. Sie messen nicht die bereits verbuchten Ausfuhren, sondern die Einschätzung der Unternehmen für die kommenden Monate. Der Sprung von 3,2 Punkten auf 12,2 Zähler signalisiert deshalb vor allem eine deutlich bessere Stimmung im exportorientierten Teil der Wirtschaft.

Besonders stark fällt die Veränderung in der Automobilindustrie aus. Nach dem klar negativen Wert im September rechnen die Unternehmen nun wieder mit steigenden Ausfuhren. Das verbessert den Blick auf eine Branche, die für deutsche Wertschöpfung, Zulieferer und Beschäftigung eine große Bedeutung hat. Zugleich zeigt die breite Verbesserung in mehreren Industriezweigen, dass der Stimmungsumschwung nicht ausschließlich auf Autos begrenzt ist.

Industrie zwischen Hoffnung und Belastungen

Die Entwicklung passt zu einer allgemeinen Aufhellung der deutschen Unternehmensstimmung im Oktober. Das Ifo-Geschäftsklima stieg zum sechsten Mal in Folge auf 90,2 Punkte; in der Industrie berichteten Unternehmen von höheren Neuaufträgen und besseren Erwartungen. Gleichzeitig bleiben die Aussichten uneinheitlich: Chemie und Papier sehen ihre Exportchancen weiterhin leicht negativ, während hohe Energiepreise und die schwache globale Nachfrage die Erholung bremsen können.

Für die deutsche Wirtschaft bedeutet der aktuelle Wert daher eher einen Hoffnungsschub als eine Garantie für dauerhaft steigende Ausfuhren. Entscheidend wird sein, ob sich die besseren Erwartungen in tatsächlichen Bestellungen niederschlagen und ob die Autoindustrie den positiven Trend über mehrere Monate halten kann.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

tagesschau: „Ifo-Index: Konjunkturbelebung setzt sich fort“ (26.10.2026)

Der Beitrag ordne die bessere Exportstimmung in eine insgesamt freundlichere Unternehmensstimmung ein. Er hebe zugleich hervor, dass hohe Energiepreise und eine weiterhin uneinheitliche Konjunktur die Erholung belasten könnten.

Deutschlandfunk: „Konjunkturbelebung - Ifo-Index steigt sechstes Mal in Folge“ (26.10.2026)

Der Deutschlandfunk stelle den sechsten Anstieg des Geschäftsklimas in Folge und die Befragung von rund 9000 Führungskräften in den Mittelpunkt. Anders als die dpa-Meldung zu den Exporterwartungen richte sich der Schwerpunkt auf das breitere Konjunkturbarometer.

Beide Beiträge beschrieben eine Aufhellung der deutschen Wirtschaftsstimmung. Offen bleibe, ob daraus ein nachhaltiger Investitions- und Exportaufschwung entstehe.

Disclaimer...
de | wirtschaft | 70418667 |