EZB-Zinsentscheid, Leitzinsen

EZB hÀlt Leitzinsen bei 2,50 Prozent trotz Energiepreisen

Veröffentlicht am: 29.10.2026 um 14:24 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWS
Die EZB belĂ€sst den Einlagensatz bei 2,50 Prozent sowie die beiden anderen Leitzinsen bei 2,65 und 2,90 Prozent. Wegen gestiegener Energiepreise sieht die Notenbank Risiken fĂŒr Inflation und Wachstum.

EZB bewertet Energieschock als Risiko

  • Die EZB beschließt am Donnerstag in Frankfurt unverĂ€nderte Leitzinsen.
  • Der Einlagensatz liegt weiter bei 2,50 Prozent.
  • Die Notenbank sieht gestiegene Energiepreise als Risiko fĂŒr Inflation und Wachstum.
  • Die Finanzierungsbedingungen haben sich seit der vorherigen Ratssitzung verschĂ€rft.
EZB (Archiv) - Bild: via dts Nachrichtenagentur

EZB hÀlt Leitzinsen bei 2,50 Prozent

Die EuropÀische Zentralbank lÀsst ihre Leitzinsen unverÀndert. Das teilte die Notenbank am Donnerstag nach ihrer Ratssitzung in Frankfurt mit.

Alle drei ZinssÀtze bleiben stabil

Der Zinssatz fĂŒr die EinlagefazilitĂ€t liegt damit weiter bei 2,50 Prozent. Die ZinssĂ€tze fĂŒr die HauptrefinanzierungsgeschĂ€fte und die SpitzenrefinanzierungsfazilitĂ€t bleiben bei 2,65 beziehungsweise 2,90 Prozent.

Die EZB begrĂŒndet ihren Beschluss mit einer derzeit weitgehend stabilen Inflation. Auch bei den Löhnen zeige sich zum jetzigen Zeitpunkt noch keine nennenswerte Reaktion.

Energiepreise belasten Inflationsausblick

Nach EinschĂ€tzung der Notenbank sind die Energiepreise weiter gestiegen. Das berge AufwĂ€rtsrisiken fĂŒr die Inflationsaussichten und AbwĂ€rtsrisiken fĂŒr die Wachstumsaussichten.

Eine lÀngere Dauer des Energieschocks sowie indirekte Effekte und Zweitrundeneffekte könnten die Inflation erhöhen und das Wachstum dÀmpfen. Zugleich hÀtten sich die Finanzierungsbedingungen seit der letzten Sitzung des EZB-Rats bereits verschÀrft.

EZB verweist auf Wirkung der MĂ€rkte

Diese VerschĂ€rfung dĂŒrfte nach EinschĂ€tzung der EZB dĂ€mpfend auf Inflation und Wachstum wirken. Der EZB-Rat will die Geldpolitik so ausrichten, dass sich die Inflation mittelfristig bei seinem Zielwert von 2 Prozent stabilisiert.

Die Notenbank erklĂ€rte außerdem: „Der EZB-Rat ist gut aufgestellt, um mit der derzeit hohen Unsicherheit umzugehen.“

Die EZB hĂ€lt die Leitzinsen trotz des erneuten Energiepreisanstiegs unverĂ€ndert. Damit rĂŒckt der Zielkonflikt zwischen stabiler Inflation und schwĂ€cherem Wachstum in den Mittelpunkt der Geldpolitik.

Der Einlagensatz von 2,50 Prozent bildet weiterhin den maßgeblichen Referenzwert fĂŒr die Verzinsung ĂŒberschĂŒssiger Bankguthaben im Eurosystem. Die unverĂ€nderten SĂ€tze fĂŒr HauptrefinanzierungsgeschĂ€fte und SpitzenrefinanzierungsfazilitĂ€t bestimmen zugleich die Kosten, zu denen sich Banken kurzfristig Zentralbankgeld beschaffen können.

Energiepreise erhöhen den Druck

Die EZB verweist auf gestiegene Energiepreise als Risiko fĂŒr die weitere Inflationsentwicklung. Eine lĂ€ngere Belastung könnte ĂŒber Transport, Produktion und Dienstleistungen auch die Kerninflation erreichen; zugleich wĂŒrde sie die Kaufkraft der Haushalte und die Nachfrage der Unternehmen schwĂ€chen.

Die Finanzierungsbedingungen haben sich nach EinschĂ€tzung der Notenbank bereits verschĂ€rft. Das kann die Nachfrage dĂ€mpfen, ohne dass die EZB die Leitzinsen zusĂ€tzlich anheben muss. FĂŒr Kreditnehmer bleiben Darlehen damit teurer als in der Phase der expansiven Geldpolitik, wĂ€hrend Sparer weiterhin vom erhöhten Einlagensatz profitieren.

Geldpolitik bleibt datenabhÀngig

Entscheidend wird sein, ob der Energieschock vorĂŒbergehend bleibt oder ĂŒber Löhne, Erwartungen und Zweitrundeneffekte dauerhaft auf die Preise durchschlĂ€gt. Die EZB muss deshalb zugleich die Inflationsrate in Richtung ihres mittelfristigen Zielwerts von 2 Prozent steuern und eine zusĂ€tzliche Belastung des Wachstums vermeiden.

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