FachkrÀfte-Einwanderung: Arbeitsgenehmigungen um 25% gesunken
Veröffentlicht am: 18.07.2026 um 14:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Doch die Work-and-Stay-Agentur (WSA) kommt kaum voran. Gleichzeitig sinken die Zahlen der erteilten Arbeitsgenehmigungen fĂŒr Drittstaatsangehörige.
Zank um ZustÀndigkeiten bremst Digitalprojekt
Der Bundeskanzler nannte die WSA das gröĂte Digitalisierungsprojekt der Wahlperiode. Doch der Fortschritt ist gering. Hauptproblem: Kompetenzstreitigkeiten zwischen Bund, LĂ€ndern und Kommunen.
Die Statistik zeigt die Dringlichkeit: 2024 wurden nur knapp 55.000 Aufenthaltstitel zur ErwerbstĂ€tigkeit erstmals an Drittstaatsangehörige vergeben. Das ist ein RĂŒckgang von 25 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.
Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) empfiehlt deshalb eine grundlegende Neustrukturierung der ZustĂ€ndigkeiten. Eine bloĂe Digitalisierung bestehender AblĂ€ufe reiche nicht.
Ausbildungsdesaster: Vietnamesische Azubis verschwinden
Neben den BĂŒrokratieproblemen sorgen gescheiterte Integrationsversuche fĂŒr Schlagzeilen. An der Brillat-Savarin-Schule in Berlin-WeiĂensee fehlte ab Oktober 2025 rund ein Drittel der ursprĂŒnglich 700 vietnamesischen SchĂŒler.
Der Berliner Senat vermutet keine Straftaten. Ursache seien vielmehr irrefĂŒhrende Versprechungen privater Anwerbeagenturen in Vietnam und mangelnde Deutschkenntnisse.
Die Gewerkschaft NGG kritisierte die Praktiken scharf. Sie verglich das Vorgehen mit Methoden von Schlepperorganisationen â Bewerber mĂŒssen oft hohe Summen fĂŒr die Vermittlung zahlen. Bundesweit ist die Zahl vietnamesischer Auszubildender zuletzt auf rund 16.000 gestiegen.
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Privatwirtschaft springt in die Bresche
WĂ€hrend der Staat kĂ€mpft, wĂ€chst der Markt fĂŒr private Technologielösungen im Ausbildungsbereich rasant. Die Zahl der Anbieter auf dem Azubitech-Markt hat sich von 91 (2023) auf 194 (2026) mehr als verdoppelt. Unternehmen investieren in Software fĂŒr Recruiting und Mitarbeiterbindung.
Der demografische Druck ist enorm: Prognosen zufolge werden bis 2030 rund 6,5 Millionen Menschen den deutschen Arbeitsmarkt verlassen.
Die Zeitarbeitsbranche erholt sich langsam. Nach einem Umsatzminus von 4 Prozent auf 30,6 Milliarden Euro im Jahr 2025 wird fĂŒr 2026 wieder ein Wachstum von 6,7 Prozent erwartet. Einzelne Firmen wie der Stahlbau Ruhland in Brandenburg setzen bereits erfolgreich auf asiatische Mitarbeiter.
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EU gibt neue Impulse â aber reicht das?
Am 12. Juni 2026 trat ein neues EU-Migrations- und Asylpaket in Kraft. Ein Ex-Vertreter des Bundesinnenministeriums hĂ€lt die Reform fĂŒr wenig wirkungsvoll. Der EU-Migrationskommissar fordert dagegen ein Ende der stationĂ€ren deutschen Grenzkontrollen â wegen sinkender Asylzahlen und besserer IT-Systeme.
Ein zentraler Punkt der EU-PlÀne: Asylbewerber sollen bereits nach sechs Monaten Zugang zum Arbeitsmarkt erhalten.
Weitere Impulse erwartet die Branche im Herbst. Am 8. und 9. September findet in der IHK Hannover ein internationaler FachkrĂ€ftekongress statt. Dort beraten Politiker und Wissenschaftler ĂŒber neue Strategien zur Gewinnung internationaler Talente.
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