Fachkräftemangel, Maschinenbau-Unternehmen

Fachkräftemangel: 49% Maschinenbau-Unternehmen können Stellen nicht besetzen

Veröffentlicht am: 11.08.2026 um 12:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Deutscher Arbeitsmarkt kämpft mit Fachkräftemangel: Unternehmen suchen vermehrt SiGeKo-Experten, während junge Talente Abwanderung erwägen.

Fachkräftemangel in Deutschland: Neue SiGeKo-Stellen und Abwanderungstrends
Ein Sicherheitskoordinator in Warnweste und Schutzhelm bei der Arbeit auf einer modernen Industrie-Baustelle. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Aktuelle Stellenausschreibungen von Mitte August 2026 verdeutlichen eine wachsende Nachfrage nach qualifizierten Sicherheits- und Gesundheitsschutzkoordinatoren (SiGeKo). Der Trend zu hybriden Arbeitsmodellen führt in vielen Unternehmen zu einem erhöhten Bedarf an Fachkräften, die den Arbeitsschutz und die Gesundheitsprävention an die veränderten Rahmenbedingungen anpassen können. Diese Entwicklung findet vor dem Hintergrund eines sich verschärfenden Fachkräftemangels in verschiedenen Schlüsselsektoren statt.

Fachkräftemangel in der Industrie und regionale Warnsignale

Der Bedarf an spezialisierten Kräften trifft auf einen Arbeitsmarkt, der bereits unter erheblichem Druck steht. Laut Daten der IHK Oberfranken vom 11. August 2026 stellt ein Rückgang bei den gemeldeten Ausbildungsstellen in der Region ein ernsthaftes Warnsignal dar. Es wird befürchtet, dass ohne gezielte Gegenmaßnahmen eine massive Arbeitskräftelücke droht.

Diese Einschätzung deckt sich mit Berichten aus der Industrie. Der Verband VDMA verzeichnete für den Maschinenbau im Jahr 2025 einen Produktionsrückgang von 5 Prozent, wobei etwa 22.000 Arbeitsplätze verloren gingen. Trotz einer leichten Erholung des Auftragseingangs im vierten Quartal um 3 Prozent und einer für 2026 erwarteten Steigerung von 1 Prozent bleibt die Personallage angespannt. Rund 49 Prozent der Unternehmen im Maschinenbau gaben an, offene Stellen derzeit nicht besetzen zu können. Zusätzliche Risiken für die Branche ergeben sich durch internationale Spannungen wie den Iran-Krieg und potenzielle US-Zölle.

Abwanderungstendenzen bei jungen Talenten

Ein weiterer belastender Faktor für den deutschen Wirtschaftsstandort ist die sinkende Bindung junger Fachkräfte. Erhebungen zeigen, dass 34,5 Prozent der jungen Talente eine Auswanderung in Erwägung ziehen. Dieser drohende Standortverlust verschärft die Sorge vor einem langfristigen Fachkräftemangel, der über die aktuellen Engpässe hinausgeht.

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Der Bedarf an qualifiziertem Personal zieht sich durch alle Branchen und Qualifikationsstufen. In der Gesundheitsbranche sucht beispielsweise das Uniklinikum Erlangen zum 1. Oktober 2026 Gesundheits- und Krankenpfleger für den Operationsbereich der Augenklinik. Die unbefristeten Stellen sind auf eine Arbeitszeit von 38,5 Stunden pro Woche ausgelegt und folgen der Eingruppierung nach dem Tarifvertrag der Länder (TV-L).

Auch im technologischen Sektor werden händisch Experten gesucht. Das IT-Sicherheitsunternehmen secunet schreibt aktuell Positionen für IT Field Service Engineer am Standort Berlin aus, wobei Schwerpunkte auf Cloud-Technologien, Industrial Internet of Things (IIoT), E-Government und E-Health liegen. Die Ausschreibungen betonen die Flexibilität durch Optionen für Homeoffice sowie Teil- oder Vollzeitmodelle.

Im Bereich der Gebäudetechnik sucht die Ruby Hospitality Group Projektmanager für die Bereiche Elektro sowie Heizung, Lüftung, Sanitär und Klima (HLSK). Die Aufgabe umfasst die europaweite Koordination und Qualitätssicherung von Hotelprojekten von München aus oder im Remote-Modell. Voraussetzung sind hierbei spezifische Studienabschlüsse in der Gebäudetechnik sowie fundierte Erfahrung in der Fachplanung.

Konzepte für Sicherheit und Risikominimierung

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Um den gestiegenen Anforderungen an die Betriebssicherheit und die Integrität von Arbeitsverhältnissen gerecht zu werden, setzen Unternehmen vermehrt auf spezialisierte Dienstleister und technische Lösungen. Der Anbieter Validato bietet beispielsweise ein ISO-27001-zertifiziertes Background Screening für Auftragnehmer der öffentlichen Hand an, das in über 200 Ländern aktiv ist und 18 verschiedene Screening-Module umfasst.

Parallel dazu gewinnen Sicherheitskonzepte für den innerbetrieblichen Verkehr an Bedeutung. Terberg Spezialfahrzeuge setzt hier auf ein System aus Assistenzsystemen, Telematik-Lösungen wie Terberg Connect und speziellen Schulungen, um die Effizienz und Sicherheit im Werksverkehr zu erhöhen. Mit einer Flotte von über 3.000 verkauften Fahrzeugen und einer umfangreichen Mietflotte unterstreicht das Unternehmen die Notwendigkeit technischer Unterstützung in komplexen Logistikumgebungen.

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