Fingierte Wohnungsbesichtigung in Berlin: Täter erbeuten 73.800 Euro
Veröffentlicht am: 24.09.2026 um 19:12 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Vor dem Landgericht Berlin hat das Verfahren gegen einen 26-jährigen Mann begonnen, dem besonders schwere räuberische Erpressung und Freiheitsberaubung zur Last gelegt werden. Der Angeklagte, Mohamed H., räumte vor Gericht seine Beteiligung an der Tat ein.
Wie die Tageszeitung B.Z. in einem Bericht vom 24. September 2026 darlegte, soll eine fingierte Wohnungsbesichtigung genutzt worden sein, um eine Wohnungssuchende in eine Falle zu locken und hohe Geldsummen zu erbeuten.
Überwältigt und mit Küchenmesser bedroht
Dem Verfahren liegt ein schwerer Vorfall im Berliner Bezirk Friedrichshain zugrunde. Die Täter nutzten eine über die Plattform Airbnb angemietete Unterkunft, um eine junge Chinesin unter dem Vorwand einer Wohnungsbesichtigung dorthin zu bestellen. Vor Ort wurde die Frau überrascht, überwältigt, gefesselt und geknebelt.
Im weiteren Verlauf nahmen die Täter dem Opfer das Smartphone sowie Bankkarten ab. Um Zugriff auf die finanziellen Mittel der Wohnungssuchenden zu erhalten, setzten die Angreifer massive Gewaltandrohungen ein: Mit einem an den Hals gehaltenen Küchenmesser erzwangen sie die Herausgabe der PIN-Nummern. Auf diesem Weg veranlassten die Täter Überweisungen in Höhe von insgesamt 73.800 Euro von den Konten der Betroffenen.
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Einlassung des Angeklagten und Befreiung des Opfers
In seiner Einlassung vor dem Berliner Landgericht gestand der 26-jährige Mohamed H. die Beteiligung an dem Geschehen, versuchte jedoch zugleich, seine eigene Rolle im Vergleich zu einem Mittäter zu relativieren.
Nach Schilderung des Angeklagten sei der Überfall nicht auf seine Initiative zurückgegangen, sondern von einem Freund namens Hassan geplant worden. Er selbst habe bei der Tatausführung lediglich Handlangerdienste geleistet und Hilfsmittel wie Klebeband sowie Kabelbinder anreichen müssen.
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Das Martyrium der festgehaltenen Frau endete erst nach mehreren Stunden des Ausharrens in der Friedrichshainer Unterkunft. Nach drei Stunden wurde das Opfer schließlich von Mitarbeitern des Vermietungsdienstes Airbnb entdeckt und aus ihrer Lage befreit.
Das Landgericht Berlin wird nun im weiteren Verlauf der Hauptverhandlung prüfen, welches konkrete Strafmaß die Tatbeteiligung von Mohamed H. nach sich zieht. Der Fall verdeutlicht zudem die Risiken, die mit kriminellen Maschen im Umfeld angespannter Wohnungsmärkte und kurzzeitig angemieteter Unterkünfte einhergehen können.
