Firmenwagen-Steuern: SPD plant Abschaffung aller Verbrenner-Privilegien ab 2028
28.05.2026 - 12:04:36 | boerse-global.de
Die Sozialdemokraten im Europaparlament bringen ein Gesetzesvorhaben auf den Weg, das ab 2028 sämtliche Steuerprivilegien für Verbrenner-Firmenwagen in der EU abschaffen soll. Der Vorstoß zielt auf den gewerblichen Fahrzeugsektor, der rund 60 Prozent aller Neuzulassungen in der Europäischen Union ausmacht.
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Der Entwurf sieht ein klares Zeitfenster für den Ausstieg aus der Förderung von Verbrennungsmotoren vor. Ab 2028 sollen alle steuerlichen Vergünstigungen für konventionelle Dienstwagen wegfallen. Gleichzeitig plant die SPD-Fraktion verbindliche Elektro-Quoten für Firmenflotten. Für Deutschland bedeutet das: 65 Prozent aller gewerblichen Neuzulassungen müssten bis 2030 elektrisch sein, bis 2035 sogar 99 Prozent.
Eine besonders umstrittene Klausel: Steuervergünstigungen soll es nur noch für Elektroautos geben, die auch in der Europäischen Union produziert werden. Allerdings gilt der Entwurf derzeit als chancenlos – ihm fehlt eine Mehrheit im Parlament.
Deutschland besonders betroffen
Die geplanten Änderungen träfen Deutschland mit voller Wucht. Nirgendwo in Europa sind Dienstwagen-Subventionen so großzügig wie hier. Deutsche Steuervergünstigungen für Firmenwagen liegen etwa doppelt so hoch wie im Vereinigten Königreich. Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: 2025 gab es in Deutschland 1,9 Millionen gewerbliche Neuzulassungen – aber nur 915.000 private.
Aktuell besteuert der Fiskus die private Nutzung eines Dienstwagens nach Antriebsart: Verbrenner mit einem Prozent des Bruttolistenpreises monatlich, Hybride mit 0,5 Prozent, reine Stromer mit 0,25 Prozent. Würden diese gestaffelten Vergünstigungen wegfallen, änderte sich die Kostenrechnung für Arbeitgeber und Arbeitnehmer fundamental.
Europas Märkte drehen sich
Die Diskussion fällt in eine Zeit des Umbruchs. Im ersten Quartal 2026 stiegen die Neuzulassungen von reinen Elektroautos in der EU auf 746.899 Fahrzeuge – das entspricht einem Marktanteil von 19,7 Prozent. Im Vorjahreszeitraum waren es noch 15,3 Prozent. Deutschland verzeichnete dabei ein Plus von 41,3 Prozent bei Elektro-Neuzulassungen, während Benzin- und Diesel-Fahrzeuge europaweit massiv an Boden verloren.
Im April 2026 wuchs der EU-Neuwagenmarkt um 5,1 Prozent auf 972.000 Fahrzeuge. Reine Stromer erreichten einen Marktanteil von 20,6 Prozent. Branchenkenner warnen jedoch: Die Subventionen treiben zwar die Stückzahlen, doch die Hersteller kämpfen mit der Profitabilität.
Neue Förderung und strengere Quoten
Parallel zu den Brüsseler Debatten hat die Bundesregierung nachjustiert. Seit dem 19. Mai 2026 ist ein neues Online-Portal für die Elektroauto-Förderung freigeschaltet – Anträge können rückwirkend zum Jahresbeginn gestellt werden. Maximal 6.000 Euro gibt es pro Fahrzeug, allerdings müssen Antragsteller jetzt ihre letzten beiden Einkommensteuerbescheide vorlegen. In der ersten Woche gingen 32.911 Anträge ein, knapp 90 Prozent davon für reine Stromer.
Auch die Treibhausgas-Minderungsquote (THG-Quote) wurde für 2026 und 2027 reformiert. Flottenbetreiber müssen ihre Emissionen bis 2040 um 65 Prozent senken. Der Multiplikationsfaktor für Elektro-Pkw bleibt bis 2034 bei drei. Doch für schwere Elektro-Nutzfahrzeuge wie Busse und Lkw gilt ab 2027 ein Faktor von vier. Die THG-Prämien für E-Autos wurden vorübergehend angehoben – garantiert werden bis zu 380 Euro pro Fahrzeug.
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