Deutschland, Verbraucher

Wohnen und Essen verschlingen Großteil kleiner Einkommen

09.12.2025 - 09:37:05 | dpa.de

Für Haushalte mit wenig Geld bleibt nach Miete und Lebensmitteln kaum noch etwas übrig. Auch ein dritter Posten belastet die Haushaltskasse.

Auch Ausgaben für den Verkehr wie Autofahren sind große Posten im Haushalt. - Foto: Sebastian Kahnert/dpa
Auch Ausgaben für den Verkehr wie Autofahren sind große Posten im Haushalt. - Foto: Sebastian Kahnert/dpa

Die in den vergangenen Jahren stark gestiegenen Kosten für Lebensmittel und Wohnen belasten besonders Menschen mit niedrigen Einkommen. Im Jahr 2023 gaben Haushalte mit einem monatlichen Nettoeinkommen von weniger als 1.300 Euro im Schnitt 64 Prozent (780 Euro) ihrer Konsumausgaben für Lebensmittel und Wohnen aus, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte. 

Im Mittel über alle Haushalte lag der Anteil für Lebensmittel und Wohnen dagegen bei etwas mehr als der Hälfte (52 Prozent) der privaten Konsumausgaben. Bei Haushalten mit einem hohen Einkommen ab 5.000 Euro waren es 47 Prozent. 

«Je geringer das Einkommen der privaten Haushalte in Deutschland, desto höher ist der Anteil ihrer Ausgaben für Lebensmittel und Wohnen an den gesamten Konsumausgaben, oft auch als Lebenshaltungskosten bezeichnet», erklärten die Statistiker. Die Daten stammen aus der Einkommens- und Verbrauchsstichprobe (EVS), die alle fünf Jahre stattfindet und an der 2023 rund 54.000 private Haushalte teilnahmen.

Zu den privaten Konsumausgaben zählen etwa Ausgaben für Lebensmittel, Kleidung, Wohnen, Verkehr, Kommunikation, Freizeit, Gaststätten und Unterkünfte, Gesundheit sowie Bildung. 2023 lagen die Konsumausgaben eines Durchschnittshaushalts demnach bei 3.030 Euro im Monat. Bei der vorherigen Untersuchung 2018 waren es 2.700 Euro.

Hohe Ausgaben auch für Verkehr

Auch bei den Ausgaben für Information und Kommunikation - etwa Internet- und Mobilfunkverträge, Streaming-Abos und der Kauf von Handys, Tablets und Computern - gilt nach Angaben der Statistiker: Je geringer das Haushaltseinkommen, desto höher ist der Anteil an den gesamten Konsumausgaben.

Für alle anderen Konsumausgaben wie Verkehr, Freizeit oder Bekleidung gelte dagegen überwiegend: je höher das Einkommen, desto höher der Anteil der Ausgaben an den gesamten Konsumausgaben.

Im Schnitt machten 2023 die Ausgaben für Verkehr mit 12 Prozent den dritthöchsten Anteil an den Konsumausgaben aus nach Wohnen (38 Prozent) und Lebensmitteln (14). Es folgten Kosten etwa für Freizeit, Sport und Kultur, Gastronomie und Übernachtungen.

Wirtschaftsnachrichten lesen ist gut - trading-notes lesen ist besser!

Wirtschaftsnachrichten lesen ist gut - <b>trading-notes</b> lesen ist besser!
Seit 2005 liefert der Börsenbrief trading-notes verlässliche Anlage-Empfehlungen – dreimal pro Woche, direkt ins Postfach. 100% kostenlos. 100% Expertenwissen. Trage einfach deine E-Mail Adresse ein und verpasse ab heute keine Top-Chance mehr. Jetzt abonnieren.
Für. Immer. Kostenlos.
de | wirtschaft | 68413809 |

Weitere Meldungen

Schätzung: Temu und Shein kosten Einzelhandel Milliarden. Welche Auswirkungen hat das für die deutsche Wirtschaft? Forscher haben dies nun berechnet. Viele Menschen kaufen Produkte bei Temu und Shein. (Wirtschaft, 23.04.2026 - 04:01) weiterlesen...

Rewe-Chef: Markenartikel verlieren an Bedeutung. Rewe-Chef Souque sieht dafür mehrere Gründe. Das Einkaufsverhalten in Supermärkten verändert sich spürbar. (Wirtschaft, 22.04.2026 - 15:00) weiterlesen...

Junge setzen bei Altersvorsorge auf den Staat. Doch private Rücklagen werden wichtiger. Allerdings können es sich viele Menschen kaum leisten, Geld zur Seite zu legen. Viele vertrauen bei der Altersvorsorge auf den Staat. (Wirtschaft, 22.04.2026 - 06:01) weiterlesen...

Mogeln bei Milka? Warum es vor Gericht um Schokolade geht. Warum deshalb vor Gericht gestritten wird - und worauf Verbraucher achten sollten. Die lila Packung bleibt, es ist aber weniger drin: Wer eine Tafel Milka kauft, bekommt weniger Schokolade als früher. (Wirtschaft, 22.04.2026 - 04:30) weiterlesen...

Tierhaltungslogo soll auf Speisekarten kommen. Die Koalition will mit einer Kennzeichnung mehr Klarheit schaffen. In Restaurants und Imbissen stehen bei Steaks und Bratwurst bisher meist keine Infos, welche Bedingungen die Tiere im Stall hatten. (Wirtschaft, 21.04.2026 - 15:45) weiterlesen...

12-Uhr-Regel: Tanken ist schon am Morgen relativ günstig. Wer sparen will, tankt vormittags. Bis zum letzten Moment zu warten lohnt aber kaum. Der Spritpreis stagniert. Der Preisverlauf beim Sprit hat sich grundlegend verändert. (Wirtschaft, 21.04.2026 - 13:08) weiterlesen...