Galeria erhält Kredit von Gordon Brothers für Weihnachtsgeschäft
Veröffentlicht am: 20.10.2026 um 14:20 Uhr | dpa, AD HOC NEWSGalerias Insolvenzverfahren erreicht Weihnachtsgeschäft
- Galeria schloss die Vereinbarung mit Gordon Brothers über ein Massedarlehen in Düsseldorf ab.
- Amtsgericht und Gläubigerausschuss stimmten den erforderlichen Beschlüssen bereits zu.
- Der vorläufige Insolvenzverwalter Frank Kebekus prüft die wirtschaftliche Tragfähigkeit jedes der 83 Warenhäuser.
Galeria sichert Finanzierung für das Weihnachtsgeschäft
Die insolvente Warenhauskette Galeria hat Zugriff auf einen wichtigen Kredit für ihr Weihnachtsgeschäft. In Düsseldorf teilte das Unternehmen mit, dass eine Vereinbarung mit der US-Investmentgesellschaft Gordon Brothers über ein Massedarlehen unterzeichnet worden sei.
Finanzmittel stehen zur Verfügung
Die erforderlichen Beschlüsse des Amtsgerichts und des Gläubigerausschusses liegen vor. Die Finanzmittel stehen Galeria nun zur Verfügung und sollen den kontinuierlichen Warenzufluss sichern.
Im Rahmen der üblichen Prozesse können Zahlungen wieder geprüft und freigegeben werden. Kundinnen und Kunden können den Angaben zufolge Gutscheine ab sofort wieder einlösen und neue Gutscheine kaufen.
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Filialnetz bleibt offen
Galeria hat unlängst erneut einen Insolvenzantrag gestellt. Der Geschäftsbetrieb in den 83 Filialen läuft vorerst weiter, doch ob und welche Standorte schließen müssen, ist offen.
Der vorläufige Insolvenzverwalter Frank Kebekus will das Filialnetz unter die Lupe nehmen und jedes Warenhaus einzeln auf seine wirtschaftliche Tragfähigkeit prüfen.
Eigentümer stehen in der Kritik
Die bisherigen Eigentümer, die US-Investmentgesellschaft NRDC und eine Beteiligungsfirma des Unternehmers Bernd Beetz, hatten Galeria im Sommer 2024 übernommen. Handelsexperten und Verdi kritisierten jüngst wiederholt, die Eigentümer hätten zu wenig Geld investiert.
Das Massedarlehen verschafft Galeria kurzfristig Liquidität in einer Phase, in der der Warenhausbetrieb besonders auf verlässliche Lieferketten angewiesen ist. Für das Weihnachtsgeschäft bedeutet die Finanzierung, dass Bestellungen und Zahlungen wieder im regulären Ablauf organisiert werden können. Damit gewinnt das Unternehmen Zeit, eine Sanierung vorzubereiten.
Die Kreditvereinbarung löst jedoch nicht die strukturellen Probleme des Geschäfts. Galeria ist in den vergangenen Jahren mehrfach durch Insolvenzen gegangen, während sich der stationäre Einzelhandel gegen den Onlinehandel, spezialisierte Anbieter und hohe Kosten für große Innenstadtflächen behaupten muss. Der Warenhauskonzern verfügt heute über deutlich weniger Standorte als früher; zugleich bleiben Mieten, Personal- und Betriebskosten zentrale Belastungen.
Filialen stehen weiter im Mittelpunkt
Für Beschäftigte und Kommunen bleibt deshalb die Prüfung jedes einzelnen Warenhauses entscheidend. Der vorläufige Insolvenzverwalter muss bewerten, welche Standorte wirtschaftlich tragfähig sind und welche Perspektive sie unter veränderten Einkaufsgewohnheiten haben. Das Weihnachtsgeschäft kann den Umsatz stabilisieren, ersetzt aber keine dauerhafte Strategie für Sortiment, Onlinehandel, Flächengröße und Mieten.
Auch für Kundinnen und Kunden ist die Entwicklung unmittelbar relevant: Gutscheine können wieder eingelöst werden, während die weitere Zukunft der 83 Filialen offenbleibt. Die nächsten Monate dürften zeigen, ob der zusätzliche finanzielle Spielraum für eine nachhaltige Stabilisierung reicht oder vor allem Zeit bis zu weiteren Standortentscheidungen schafft.
