Galeria, Insolvenzgeld

Galeria-Insolvenzgeld bewilligt: 11.250 Beschäftigte erhalten Hilfe

Veröffentlicht am: 13.10.2026 um 08:18 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Die Bundesagentur für Arbeit hat die Leistung bewilligt. Damit kann die Vorfinanzierung der Gehälter anlaufen und der Warenhausbetrieb zunächst fortgesetzt werden.

Galeria betreibt 83 Warenhäuser in Deutschland. - Bild: Sina Schuldt/dpa
Galeria betreibt 83 Warenhäuser in Deutschland. - Bild: Sina Schuldt/dpa

Galeria-Beschäftigte warten auf Auszahlung

  • Galeria stellte am 2. Oktober beim Amtsgericht Düsseldorf einen Insolvenzantrag wegen Zahlungsunfähigkeit.
  • Das Insolvenzgeld wird über eine Bank vorfinanziert und soll die Konten der Beschäftigten schnell erreichen.
  • Die Leistung entspricht in der Regel dem Nettolohn und wird für maximal drei Monate gezahlt.

Die Beschäftigten der erneut insolventen Warenhauskette Galeria erhalten Insolvenzgeld von der Bundesagentur für Arbeit.

Vorfinanzierung soll Zahlungen beschleunigen

Das Insolvenzgeld soll über eine Bank vorfinanziert werden, damit die Auszahlung schnell erfolgen kann und die Beschäftigten ihre Löhne erhalten. Die Bewilligung erfüllt damit eine Voraussetzung für die vorläufige Fortführung des Geschäftsbetriebs.

Der Anspruch entsteht grundsätzlich erst mit der Eröffnung des Insolvenzverfahrens. Durch die Abtretung der Ansprüche an eine Bank kann die Leistung jedoch bereits zuvor vorfinanziert werden.

Nettolohn für höchstens drei Monate

Die Bundesagentur für Arbeit zahlt Insolvenzgeld einmalig für maximal drei Monate vor der Eröffnung des Verfahrens. Die Leistung entspricht in der Regel dem Nettolohn und wird normalerweise rückwirkend gezahlt.

Die September-Bezüge hatten die Beschäftigten zuletzt noch von Galeria erhalten; sie wurden Ende September ausgezahlt. Die monatlichen Gehälter belaufen sich dem Vernehmen nach auf knapp 25 Millionen Euro.

Insolvenzverfahren in Düsseldorf

Galeria hatte am 2. Oktober beim Amtsgericht Düsseldorf wegen Zahlungsunfähigkeit Insolvenzantrag gestellt. Es war der vierte Insolvenzantrag der Warenhauskette innerhalb von sechs Jahren. Das Gericht ordnete ein vorläufiges Insolvenzverfahren an (Az: 502 IN 258/26).

Der Geschäftsbetrieb in den 83 Filialen läuft vorerst weiter. Ob und welche Standorte schließen müssen, ist offen.

11.250 Beschäftigte betroffen

Galeria beschäftigt nach jüngsten Angaben 11.250 Menschen. Rund 1.600 von ihnen arbeiten in den Lebensmittelabteilungen und Restaurants der Warenhäuser. Auch die Tochtergesellschaften des Unternehmens haben Insolvenzverfahren beantragt.

Insolvenzgeld als Brücke

Das Insolvenzgeld soll die Einkommen der Galeria-Beschäftigten in der Übergangsphase sichern. Es ersetzt in der Regel den Nettolohn und wird für höchstens drei Monate vor der Eröffnung des Insolvenzverfahrens gezahlt. Die Vorfinanzierung über eine Bank ermöglicht eine Auszahlung, bevor das Verfahren formell eröffnet ist.

Fortführung vorerst abgesichert

Für Galeria ist die bewilligte Leistung mehr als eine reine Sozialleistung: Sie schafft eine finanzielle Voraussetzung dafür, den Geschäftsbetrieb zunächst weiterzuführen. Bei monatlichen Personalkosten von knapp 25 Millionen Euro geht es um eine erhebliche Summe. Die Finanzierung erfolgt über die Insolvenzgeldumlage, die von den Arbeitgebern getragen wird.

Entscheidend bleiben die Filialen

Die Zahlung sagt noch nichts über die langfristige Zukunft der Warenhauskette aus. Galeria beschäftigt 11.250 Menschen in 83 Filialen; ob einzelne Standorte geschlossen werden müssen, ist weiterhin offen. Die Tochtergesellschaften haben ebenfalls Insolvenzverfahren beantragt. Damit wird neben der kurzfristigen Sicherung der Löhne vor allem die Suche nach einer tragfähigen Fortführung oder Neuordnung des Unternehmens entscheidend.

Disclaimer...

de | wirtschaft | 70310183 |